Veranstaltung bei der Kreissparkasse Augsburg

Wolfgang Clement: Deutschland, Europa und die Weltwirtschaft

Marc Kloepfel, Horst Schönfeld, Wolfgang Clement, Heiko Frank, Richard Fank. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Der Vorstand der Kreissparkasse Augsburg und die Kloepfel Corporate Finance GmbH luden vergangene Woche zu einer exklusiven Vortragsveranstaltung. Der Speaker: Wolfgang Clement, Bundesminister a. D.

Gut 100 Gäste waren es, die sich Ende September im Sparkassensaal der Kreissparkasse Augsburg versammelten. Eingeladen hatten die KSKA und die Kloepfel Consulting GmbH. Thema des Abends: die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in Deutschland und Europa. Seine persönlichen Eindrücke darüber gab Referent Dr. h.c. Wolfgang Clement, Bundesminister a. D.

Die Wirtschaftsmacht Europa

Clements Themen des Abends deckten Herausforderungen, wie die noch nicht überstandene Finanz- und Schuldenkrisen, den Brexit und ein immer größer werdendes Bewusstsein für den Klimawandel ab. „Europa muss die eigenen Kräfte stärken“, erklärte er den anwesenden. „Wir sind uns leider nicht ausreichend bewusst, dass wir wirtschaftlich stärker sind, wenn wir gemeinschaftlich handeln.“ Wenn sich Europa zusammentut, besteht für ihn kein Zweifel: „Wir sind die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt.“

„Es muss gelingen, Europa im Spiel zuhalten“, fuhr Wolfgang Clement fort. Europa habe außerdem genügend Partner auf der Welt, um sich gegen Peking und Washington zu behaupten. Gerade in Zeiten wie diesen, da die USA und China vor aller Augen ihre Machtspiele auch auf Kosten der Wirtschaft austragen. Damit das gelingt, müsse sich aber auch Deutschland selbst stabil aufstellen. Wolfgang Clement äußerte jedoch erhebliche Zweifel, „dass Deutschland gut vorbereitet ist“.

Clement: Deutschland erwartet eine Rezession

„Wir sind am Rande einer Rezession, die Industrie ist schon mittendrin“, mahnte er. Noch halte der Arbeitsmarkt – doch wie lange? Auch die Verteilung der Gelder des Bundeshaushalts kritisierte der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit. „Der ganze Haushalt zeigt die Schieflage, in der wir sind.“ Gerade die wichtigsten Herausforderungen der Zukunft seien unterfinanziert: Bildung, Wissenschaft und Forschung. „Wir sind zu schlecht“, fasst er es zusammen. Man habe das Thema verschlafen.

„Die Energiewende neu denken“

Ein für ihn weiter wichtiges Thema: die Energiepolitik. „Wir müssen die Energiewende neu denken“, so Clement. Mängel aus seiner Sicht seien zum einen, dass wir die Energiewende immer noch national statt international angehen und keine Versorgungssicherheit durch reine Wind und Sonnenenergie gewährleisten können. In der Folge kaufe Deutschland Strom aus dem Ausland, den wir teilweiße zuvor dort hin abgegeben haben. Er nannte ein Beispiel: Bei Produktionsspitzen könne das Netz die Menge nicht bewältigen. Zum negativ Preis geht der Strom dann nach Österreich. Das Land speichert den Strom und verkauft ihn uns bei Mangel wieder zurück. Deutschland zahlt damit doppelt für den eigenen Strom.

Wolfgang Clement bei der Kreissparkasse Augsburg

Mehr über Wolfgang Clement

Wolfgang Clement war von 1998 bis 2002 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, zwischen 2002 und 2005 Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit. Der ehemalige SPDler, der Ende 2008 die Partei verließ und 2012 die FDP im Wahlkampf unterstützte. Er übernahm bereits in der Vergangenheit verschiedenste Aufsichtsrats- und Beiratsposten, unteranderem für eine RWE-Kraftwerkstochter. Außerdem ist er Teil von Kloepfel Consulting, Mitveranstalter der Vortragsveranstaltung.

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Wolfgang Clement war von 1998 bis 2002 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, zwischen 2002 und 2005 Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit. Der ehemalige SPDler, der Ende 2008 die Partei verließ und 2012 die FDP im Wahlkampf unterstützte. Er übernahm bereits in der Vergangenheit verschiedenste Aufsichtsrats- und Beiratsposten, unteranderem für eine RWE-Kraftwerkstochter. Außerdem ist er Teil von Kloepfel Consulting, Mitveranstalter der Vortragsveranstaltung.

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