Kommentar

Wie sinnvoll ist die neue Datenschutz-Grundverordnung?

Symbolbild. Foto: iStock / scyther5
Die Datenschutz-Grundverordnung tritt Ende Mai in Kraft. Sie betrifft fast alle Unternehmen und stellt viele vor große Herausforderungen. Die Frage, die sich unsere Redakteurin Rebecca Weingarten stellt, ist: Was bringt diese Verordnung der Wirtschaft eigentlich?

Der Startschuss für die Datenschutz-Grundverordnung fällt im Mai. Besonders auffällig sind die harten Strafen: Bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des gesamten, weltweit erzielten Jahresumsatzes müssen jene berappen, die sich nicht daran halten. Aber ist die DSGVO ein geeignetes Instrument gegen die Daten-Sammelwut? Wie sinnvoll ist sie überhaupt? Und kann die Wirtschaft am Ende wirklich davon profitieren?

Auf den ersten Blick bringt die Datenschutz-Grundverordnung tatsächlich viel Negatives: Noch mehr Regularien für die Unternehmen, noch mehr Bürokratie. Das alles kostet Zeit und Geld. Und beides würden Unternehmen, die sich dem digitalen Wandel stellen, sicher lieber an anderer Stelle investieren. Hinzu kommt, dass zumindest noch vielen Entscheidern das Know-how fehlt, um zielgerichtet mit dem Thema umzugehen. Nach wie vor gibt es große Unklarheiten. Zurück bleibt das Gefühl, über eine weitere Hürde springen zu müssen, die der Megatrend Digitalisierung mit sich bringt.

Fairerweise muss man auch sagen: Die DSGVO bringt wahrlich auch Vorteile für Unternehmen. Kunden wissen ihre Daten in sicheren Händen – und das schafft Vertrauen, womit beispielsweise der Standort Bayerisch-Schwaben weiter positiv aufgeladen werden kann. In diesem Sinne kann der zusätzliche Aufwand tatsächlich dazu beitragen, die hiesigen Unternehmen nicht nur zu schützen, sondern sogar wirtschaftlich zu stärken.

Zu einem darf die DSGVO jedoch nicht führen: dem Gefühl, dass man sich im Internet nun uneingeschränkt sorglos und sicher bewegen kann. Mit weniger Sorgen und mehr Sicherheit schon, aber garantiert nicht ohne Verstand. Dass die neue Datenschutz-Grundverordnung vor allem Übel schützt, ist eine Illusion.

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Wer Bio zu Billigpreisen kauft, sollte die Sinnhaftigkeit dessen hinterfragen. Wer seine Kinder bis vor die Türe des Klassenzimmers fährt, ebenfalls. Und wer im Internet unterwegs ist, muss – gerade, wenn es um personenbezogene Daten geht – immer mit eigener Intelligenz agieren, statt sich auf künstliche Intelligenz zu verlassen. Was die Wirtschaft nicht braucht ist ein neues, wirkloses Siegel, auch keinen weiteren Helikopter, der dazu verleitet, den Verstand auszuschalten. Sonst hilft jede noch so gute Verordnung nichts.

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Fairerweise muss man auch sagen: Die DSGVO bringt wahrlich auch Vorteile für Unternehmen. Kunden wissen ihre Daten in sicheren Händen – und das schafft Vertrauen, womit beispielsweise der Standort Bayerisch-Schwaben weiter positiv aufgeladen werden kann. In diesem Sinne kann der zusätzliche Aufwand tatsächlich dazu beitragen, die hiesigen Unternehmen nicht nur zu schützen, sondern sogar wirtschaftlich zu stärken.

Zu einem darf die DSGVO jedoch nicht führen: dem Gefühl, dass man sich im Internet nun uneingeschränkt sorglos und sicher bewegen kann. Mit weniger Sorgen und mehr Sicherheit schon, aber garantiert nicht ohne Verstand. Dass die neue Datenschutz-Grundverordnung vor allem Übel schützt, ist eine Illusion.

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