Rette Deinen Lieblingsladen

Wie eine Gutschein-Plattform Augsburger Läden retten will

Mit der Plattform „Rette Deinen Lieblingsladen“ wollen die Augsburger Brüder Mischok Einzelhändler und Gastrobetriebe in der Corona-Krise unterstützen. Wie alle Augsburger einen Beitrag leisten können, um Kleinunternehmen vor dem Existenz-Aus zu retten, verrät Gründer Virgil Mischok im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Welche Idee steckt hinter rette-deinen-lieblingsladen.de?

Virgil Mischok: Die Idee zu dem Projekt kam meinem Bruder Kajetan Mischok, als er kurz vor Bekanntgabe der Ausgangsbeschränkungen noch seine Lieblingsbar in Augsburg besuchte. Er hat sich dort mit dem Besitzer unterhalten, der mit großer Sorge auf die kommende Zeit blickte. Kajetan hat sich gefragt, wie man den Läden hier in der Stadt helfen kann. Als Firma mit Sitz mitten in der Augsburger Innenstadt sind wir oft auch zum Mittagessen in den vielen schönen kleinen Läden hier in der Stadt unterwegs. Wir hatten Sorge, dass diese Läden nach der Corona-Krise nicht mehr da sein könnten und die Stadt sich sehr zum Negativen verändert. Deswegen wollten wir helfen. Als Software-Unternehmen sind wir dank Homeoffice bislang eher wenig von der Krise betroffen und haben gleichzeitig die technischen Möglichkeiten und das nötige Team, die Plattform innerhalb kürzester Zeit auf die Beine zu stellen.

Wie funktioniert die Plattform?

Aus Sicht der Kunden handelt es sich einfach um einen Onlineshop, in dem man Gutscheine in unterschiedlicher Höhe für die Läden kaufen kann. Man zahlt bequem mit gängigen Zahlrungsmethoden wie Kreditkarte oder PayPal und bekommt eine Email mit der Rechnung inklusive Gutscheincode. Wenn der Laden wieder offen hat, kann dieser Gutschein dann in voller Höhe eingelöst werden.

Und aus Sicht der Ladenbesitzer? 

Die Ladenbesitzer bekommen von uns wöchentlich eine Abrechnung, auf der sie die gekauften Gutscheine und die Gutscheincodes sehen können. Das Geld wird direkt an die Ladenbesitzer ausgezahlt. Die erste Auszahlung fand exakt sieben Tage nach Beginn des Projektes statt. Hier konnten schon mehrere tausend Euro an Soforthilfen ausgezahlt werden.

Wie viele Läden sind in Augsburg dabei?

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Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

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Derzeit sind es circa 110 Läden allein in Augsburg. Nachdem die erste Woche in Augsburg sehr gut lief, haben wir die Plattform aber auch für andere Städte deutschlandweit geöffnet. Insgesamt befinden sich knapp 200 Läden auf der Seite. Dabei finden sich die unterschiedlichsten Branchen. Natürlich ist relativ viel Gastronomie vertreten, neben vielen klassischen Einzelhändlern, wie zum Beispiel Kleidungsgeschäfte. Es gibt aber auch den Angel-Spezi, ein Angelgeschäft aus Augsburg, oder einen Massagesalon und mehrere Sportstudios. 

Was muss ich als Ladenbesitzer tun, um bei Ihnen gelistet zu werden?  

Für die Ladenbesitzer ist der Vorgang ganz einfach. Auf unserer Homepage  gibt es ein Online-Formular, in dem man sich mit allen relevanten Daten selbst eintragen kann. Der Laden wird dann innerhalb eines Werktags von uns eingestellt. Die größten Erfolge werden von den Läden erzielt, die ein kurzes Video mitschicken, in welchem sie sich und den Laden vorstellen und um Unterstützung bitten.

Wie kann ich als Einzelperson meinen „Lieblingsladen“ retten?  

Das Einfachste ist natürlich, Gutscheine zu kaufen. Für die Läden ist es auch sehr wichtig, in den sozialen Netzen präsent zu sein. Wer also auf Facebook oder Instagram seinen Lieblingsladen bekannter macht und auf die Gutscheinverkäufe hinweist, hilft also definitiv auch seinem Lieblingsladen.

Wie viel Geld konnte bisher ausgezahlt werden und wie viele Gutscheine wurden verkauft?

In der letzten Woche konnte die magische Grenze von 50.000 Euro überschritten werden, die wir direkt an die Läden ausgezahlt haben. An sehr guten Tagen haben die Menschen über 100 Gutscheine gekauft. Was wir so nicht erwartet hatten, ist, dass die Käufe jetzt über fast drei Wochen ziemlich stabil bleiben.

Glauben Sie, Sie können mit Ihrer Plattform Läden retten? 

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Wir halten uns nicht für die großen Helden, die im Alleingang die Läden auf der Plattform vor dem Untergang bewahren. Trotzdem gibt es zwei Punkte, die für uns zentral sind: Es gibt einige Läden, die selber zusätzlich massiv Werbung gemacht haben und dadurch tatsächlich maßgebliche Umsätze gemacht haben. Durch die immense Geschwindigkeit, mit der die Plattform entstand, konnte hier sicher Hilfe zur Überbrückung geleistet werden, bis staatliche Hilfen fließen. Der ein oder andere Laden wird vielleicht die März-Miete aus den Gutscheinverkäufen gezahlt haben.

Noch viel wichtiger ist es uns allerdings, dass wir mit der Initiative ein wichtiges Zeichen der Solidarität setzen. Auf der einen Seite wir als Firma Mischok, die wir unseren Freunden und Nachbarn die Botschaft schicken: ‚Wir tun alles in unserer Macht stehende, um euch in dieser Zeit zu unterstützen. Wir lassen uns hier in Augsburg nicht gegenseitig hängen‘. Auf der anderen Seite geben wir den Einzelpersonen eine Möglichkeit, ihre Solidarität mit den Läden zu zeigen. Und da sind wir wirklich überwältigt, in welchem Maße die Augsburger bereit sind, ihre Lieblingsläden zu unterstützen! Ich glaube, hier wurde wirklich ein großes Zeichen von den Augsburgern gesetzt.

Und was passiert mit den Gutscheinen, wenn ein Laden nach der Krise Laden schließen muss? 

Wir sind uns sicher, dass die Kombination aus Gutscheinverkäufen und staatlichen Hilfen diesen Fall vermeiden wird. Von Regierungsseite sind ja auch weitreichende Zusagen gemacht worden, niemanden hängen zu lassen. Falls es tatsächlich zum äußersten kommt, kann die Plattform für eventuelle Verluste nicht haften.   

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Welche Idee steckt hinter rette-deinen-lieblingsladen.de?

Virgil Mischok: Die Idee zu dem Projekt kam meinem Bruder Kajetan Mischok, als er kurz vor Bekanntgabe der Ausgangsbeschränkungen noch seine Lieblingsbar in Augsburg besuchte. Er hat sich dort mit dem Besitzer unterhalten, der mit großer Sorge auf die kommende Zeit blickte. Kajetan hat sich gefragt, wie man den Läden hier in der Stadt helfen kann. Als Firma mit Sitz mitten in der Augsburger Innenstadt sind wir oft auch zum Mittagessen in den vielen schönen kleinen Läden hier in der Stadt unterwegs. Wir hatten Sorge, dass diese Läden nach der Corona-Krise nicht mehr da sein könnten und die Stadt sich sehr zum Negativen verändert. Deswegen wollten wir helfen. Als Software-Unternehmen sind wir dank Homeoffice bislang eher wenig von der Krise betroffen und haben gleichzeitig die technischen Möglichkeiten und das nötige Team, die Plattform innerhalb kürzester Zeit auf die Beine zu stellen.

Wie funktioniert die Plattform?

Aus Sicht der Kunden handelt es sich einfach um einen Onlineshop, in dem man Gutscheine in unterschiedlicher Höhe für die Läden kaufen kann. Man zahlt bequem mit gängigen Zahlrungsmethoden wie Kreditkarte oder PayPal und bekommt eine Email mit der Rechnung inklusive Gutscheincode. Wenn der Laden wieder offen hat, kann dieser Gutschein dann in voller Höhe eingelöst werden.

Und aus Sicht der Ladenbesitzer? 

Die Ladenbesitzer bekommen von uns wöchentlich eine Abrechnung, auf der sie die gekauften Gutscheine und die Gutscheincodes sehen können. Das Geld wird direkt an die Ladenbesitzer ausgezahlt. Die erste Auszahlung fand exakt sieben Tage nach Beginn des Projektes statt. Hier konnten schon mehrere tausend Euro an Soforthilfen ausgezahlt werden.

Wie viele Läden sind in Augsburg dabei?

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Derzeit sind es circa 110 Läden allein in Augsburg. Nachdem die erste Woche in Augsburg sehr gut lief, haben wir die Plattform aber auch für andere Städte deutschlandweit geöffnet. Insgesamt befinden sich knapp 200 Läden auf der Seite. Dabei finden sich die unterschiedlichsten Branchen. Natürlich ist relativ viel Gastronomie vertreten, neben vielen klassischen Einzelhändlern, wie zum Beispiel Kleidungsgeschäfte. Es gibt aber auch den Angel-Spezi, ein Angelgeschäft aus Augsburg, oder einen Massagesalon und mehrere Sportstudios. 

Was muss ich als Ladenbesitzer tun, um bei Ihnen gelistet zu werden?  

Für die Ladenbesitzer ist der Vorgang ganz einfach. Auf unserer Homepage  gibt es ein Online-Formular, in dem man sich mit allen relevanten Daten selbst eintragen kann. Der Laden wird dann innerhalb eines Werktags von uns eingestellt. Die größten Erfolge werden von den Läden erzielt, die ein kurzes Video mitschicken, in welchem sie sich und den Laden vorstellen und um Unterstützung bitten.

Wie kann ich als Einzelperson meinen „Lieblingsladen“ retten?  

Das Einfachste ist natürlich, Gutscheine zu kaufen. Für die Läden ist es auch sehr wichtig, in den sozialen Netzen präsent zu sein. Wer also auf Facebook oder Instagram seinen Lieblingsladen bekannter macht und auf die Gutscheinverkäufe hinweist, hilft also definitiv auch seinem Lieblingsladen.

Wie viel Geld konnte bisher ausgezahlt werden und wie viele Gutscheine wurden verkauft?

In der letzten Woche konnte die magische Grenze von 50.000 Euro überschritten werden, die wir direkt an die Läden ausgezahlt haben. An sehr guten Tagen haben die Menschen über 100 Gutscheine gekauft. Was wir so nicht erwartet hatten, ist, dass die Käufe jetzt über fast drei Wochen ziemlich stabil bleiben.

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Noch viel wichtiger ist es uns allerdings, dass wir mit der Initiative ein wichtiges Zeichen der Solidarität setzen. Auf der einen Seite wir als Firma Mischok, die wir unseren Freunden und Nachbarn die Botschaft schicken: ‚Wir tun alles in unserer Macht stehende, um euch in dieser Zeit zu unterstützen. Wir lassen uns hier in Augsburg nicht gegenseitig hängen‘. Auf der anderen Seite geben wir den Einzelpersonen eine Möglichkeit, ihre Solidarität mit den Läden zu zeigen. Und da sind wir wirklich überwältigt, in welchem Maße die Augsburger bereit sind, ihre Lieblingsläden zu unterstützen! Ich glaube, hier wurde wirklich ein großes Zeichen von den Augsburgern gesetzt.

Und was passiert mit den Gutscheinen, wenn ein Laden nach der Krise Laden schließen muss? 

Wir sind uns sicher, dass die Kombination aus Gutscheinverkäufen und staatlichen Hilfen diesen Fall vermeiden wird. Von Regierungsseite sind ja auch weitreichende Zusagen gemacht worden, niemanden hängen zu lassen. Falls es tatsächlich zum äußersten kommt, kann die Plattform für eventuelle Verluste nicht haften.   

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