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Wie digital ist der Handel in Augsburg?
Digitalisierung

Wie digital ist der Handel in Augsburg?

Stefan Vottner ordnet die Bedeutung digitaler Bezahlverfahren für Augsburger Unternehmen ein. Foto: Commerzbank Augsburg
Stefan Vottner ordnet die Bedeutung digitaler Bezahlverfahren für Augsburger Unternehmen ein. Foto: Commerzbank Augsburg

Digitale Bezahlverfahren werden für viele Augsburger Unternehmen immer wichtiger. Stefan Vottner, zuständig für die Unternehmerkunden der Commerzbank in Augsburg, berichtet, welche Systeme genutzt werden und welche Hürden bestehen.

Kleine und mittelständische Unternehmen in Augsburg bieten ihren Kunden zunehmend digitale Bezahlmöglichkeiten an. Laut der zwölften Unternehmerkundenstudie der Commerzbank wickelt die Mehrheit Zahlungen weiterhin vor allem per Überweisung (82 Prozent) und Bargeld (62 Prozent) ab. Ein Drittel akzeptiert jedoch bereits Zahlungen mit Girocard, ebenso viele nutzen Online- und mobile Bezahlverfahren wie Paypal, Apple Pay oder Klarna.

Die Daten basieren auf einer bundesweiten Befragung der Commerzbank von 1.750 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro, darunter 50 Unternehmen aus Augsburg. Befragt worden sind vor allem Branchen mit direktem Kundenkontakt wie Handwerk, Dienstleistungen und Einzelhandel.

Rückgang von Bargeld und Anstieg kontaktloser Zahlungen

Zwei von fünf befragten Unternehmen in Augsburg geben an, dass Bargeldzahlungen in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen sind. Gleichzeitig stellen 50 Prozent einen Anstieg des kontaktlosen Bezahlens fest, insbesondere per Smartphone. 30 Prozent sehen eine verstärkte Nutzung von Online- und mobilen Bezahlsystemen.

Aus Verbrauchersicht fällt die Dynamik noch deutlicher aus. 55 Prozent der Befragten nutzen derartige Systeme häufiger als noch vor zwei Jahren. Insgesamt bewerten 69 Prozent digitales Bezahlen als genauso attraktiv wie Bargeld.

Vorteile digitaler Systeme aus Sicht der Unternehmen

„Es zeigt sich, dass digitale Bezahlverfahren für Unternehmen vorteilhaft sein können: Sowohl mit Blick auf die Kundenzufriedenheit als auch zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit in einem sich schnell entwickelnden Markt“, betont Stefan Vottner, Regionsleiter Unternehmerkunden Augsburg.

Als wesentliche Vorteile nennen 80 Prozent der Betriebe einen sichereren Zahlungseingang und rund zwei Drittel eine einfache und schnelle Abwicklung. Zudem reduziere die Nutzung digitaler Systeme den Aufwand für Bargeld, etwa bei Kassenabrechnungen oder Transport. Dies bestätigen 58 Prozent der befragten Unternehmen.

Zusatzfunktionen oft noch wenig bekannt

Laut Vottner werden die weitergehenden Funktionen mobiler Bezahlsysteme bislang selten positiv wahrgenommen. Digitale Lösungen ermöglichen beispielsweise das papierlose Versenden von Zahlungsbelegen oder das Erfassen von Trinkgeldern. „Den Unternehmen sind die vielfältigen Möglichkeiten vermutlich oft noch gar nicht bekannt“, erklärt Vottner. Als Grund nennt jedes vierte Unternehmen die Unübersichtlichkeit bei Anbietern und Produkten.

Hier liegt die größte Herausforderung

Rund die Hälfte der Augsburger Unternehmen sieht die Gewährleistung von Datenschutz und Sicherheit als größte Hürde bei der Digitalisierung. Hinzu kommen technische Herausforderungen wie die Integration in bestehende Systeme oder instabile Internetverbindungen (46 Prozent). Fehlende Zeit im Tagesgeschäft (34 Prozent) und Kosten (32 Prozent) stellen weitere Hemmnisse dar.

„Diese Hürden gilt es zu überwinden, um die Vorteile digitaler Zahlungsmethoden voll auszuschöpfen“, betont Vottner.

Erwartungen an zukünftige Innovationen

Gut jedes zehnte Unternehmen will zusätzliche Bezahlmöglichkeiten auch deshalb anbieten, um die Zahlungsmoral der Kunden zu verbessern. 84 Prozent bewerten diese zwar als gut oder sehr gut, doch zehn Prozent beobachten eine Verschlechterung in den vergangenen zwei Jahren.

Zugleich rechnen zwei Drittel der befragten Unternehmen mit weiteren Innovationen im Bereich digitaler Bezahlverfahren. Die Hälfte kann sich den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorstellen, 28 Prozent erwarten verstärkte Nutzung biometrischer Systeme wie der Iris-Erkennung. Der Digitale Euro wird von 42 Prozent als möglicher zukünftiger Trend eingeschätzt.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass digitale Bezahlverfahren eine wachsende Bedeutung erhalten und Verbraucher ein innovatives Angebot erwarten“, sagt Vottner. „Unternehmen sollten sich daher frühzeitig mit den Trends beschäftigen und deren Potenziale nutzen.“

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