Augsburger Aktienbank AG | Allgäu Airport GmbH & Co KG | DACHSER Group SE & Co. KG

We wanna walk alone: Briten entscheiden sich für den Brexit

Symbolbild Brexit. Foto: miluxian / iStock / thinkstock

Es steht fest: Die Briten gehen. Ersten Hochrechnungen zufolge entschied sich Großbritannien bei der gestrigen Abstimmung für einen Austritt aus der EU. Mit welchen Konsequenzen rechnet die Wirtschaft Bayerisch-Schwabens? B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN hat für Sie nachgefragt.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Die Wahlsprüche „beLEAVE und „RemaIN“ standen sich nun wochenlang gegenüber. Nun haben die Britten gewählt: Sie wollen gehen. Eine harte Entscheidung, die nicht ohne Zittern von schwäbischen Unternehmen verfolt wurde. Wie stark sich der Brexit nun wirklich auf Europa und vor allem die Wirtschaft in Schwaben auswirkt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Eine erste Prognose gaben die Augsburger Aktienbank, der Allgäu Airport und Dachser bereits ab.

Mögliche Chancen für die Mutigen

„Direkte Auswirkungen auf unser Haus“ schloss Lothar Behrens, Sprecher des Vorstandes der Augsburger Aktienbank AG, aus. Die Gesellschaft macht kaum Geschäfte mit der Insel. „Allerdings ist kurzfristig mit erheblichen Kursschwankungen an den Wertpapiermärkten zu rechnen. Unsere Empfehlung für alle Wertpapierkunden: Erstmal Ruhe bewahren und sich ganz sachlich mit den möglichen Folgen auseinandersetzen. Für die Mutigen bieten sich unter Umständen auch sehr gute Einstiegsmöglichkeiten.“

Allgäu Airport blickt gespannt auf die Airlines

Ralf Schmid, Geschäftsführer des Allgäu Airport, sprach von einem „Bärendienst“ für den europäischen Gedanken durch den Brexit. Sollte die britische Wirtschaft Schaden nehmen, könnte sich das auch auf den Flugverkehr und unsere Strecke nach London auswirken“, erklärte er. Wichtiger sei jedoch die Frage nach den Folgen für die Airlines. „Schließlich hat ja die Deregulierung des europäischen Luftverkehrs in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts dafür gesorgt, dass radikal andere Geschäftsmodelle wie jenes von Ryanair das damals dominierende Kartell der traditionellen Fluggesellschaften wie Air France, British Airways und Lufthansa aufbrechen konnten, was den Fluggästen weit niedrigere Ticketpreise bescherte.“

Dennoch geht Schmid nicht davon aus, dass „Ryanair sofort und unmittelbar von einem Brexit betroffen sein wird“. Mögliche weitere EU-Austritte könnten jedoch den EU-Open-Sky in Gefahr bringen. Die Folgen dafür seien jetzt „noch nicht absehbar“.

„Standortverlagerungen von UK nach Europa“ könnten folgen

„Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen UK und dem restlichen Europa ist sehr eng, so dass ein Austritt Großbritanniens aus der EU wahrscheinlich im ersten Schritt wenig ändern wird“, erklärte Bernhard Simon, Chief Executive Officer (CEO) bei Dachser. Das Unternehmen ist in Großbritannien mit drei Niederlassungen vertreten. In Northampton, Dartford und Rochdale beschäftigt Dachser rund 360 Mitarbeiter. „Großbritannien ist und bleibt auch nach dem Referendum ein wichtiger Teil im europäischen Stückgutnetz von Dachser“, so Bernhard Simon weiter. Dennoch befürchtete er, dass auf Langesicht „Standortverlagerungen von UK nach Europa oder beispielsweise Instabilität auf den Finanzmärkten“ mögliche Folgen des Brexits sind.

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Die Wahlsprüche „beLEAVE und „RemaIN“ standen sich nun wochenlang gegenüber. Nun haben die Britten gewählt: Sie wollen gehen. Eine harte Entscheidung, die nicht ohne Zittern von schwäbischen Unternehmen verfolt wurde. Wie stark sich der Brexit nun wirklich auf Europa und vor allem die Wirtschaft in Schwaben auswirkt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Eine erste Prognose gaben die Augsburger Aktienbank, der Allgäu Airport und Dachser bereits ab.

Mögliche Chancen für die Mutigen

„Direkte Auswirkungen auf unser Haus“ schloss Lothar Behrens, Sprecher des Vorstandes der Augsburger Aktienbank AG, aus. Die Gesellschaft macht kaum Geschäfte mit der Insel. „Allerdings ist kurzfristig mit erheblichen Kursschwankungen an den Wertpapiermärkten zu rechnen. Unsere Empfehlung für alle Wertpapierkunden: Erstmal Ruhe bewahren und sich ganz sachlich mit den möglichen Folgen auseinandersetzen. Für die Mutigen bieten sich unter Umständen auch sehr gute Einstiegsmöglichkeiten.“

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Dennoch geht Schmid nicht davon aus, dass „Ryanair sofort und unmittelbar von einem Brexit betroffen sein wird“. Mögliche weitere EU-Austritte könnten jedoch den EU-Open-Sky in Gefahr bringen. Die Folgen dafür seien jetzt „noch nicht absehbar“.

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„Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen UK und dem restlichen Europa ist sehr eng, so dass ein Austritt Großbritanniens aus der EU wahrscheinlich im ersten Schritt wenig ändern wird“, erklärte Bernhard Simon, Chief Executive Officer (CEO) bei Dachser. Das Unternehmen ist in Großbritannien mit drei Niederlassungen vertreten. In Northampton, Dartford und Rochdale beschäftigt Dachser rund 360 Mitarbeiter. „Großbritannien ist und bleibt auch nach dem Referendum ein wichtiger Teil im europäischen Stückgutnetz von Dachser“, so Bernhard Simon weiter. Dennoch befürchtete er, dass auf Langesicht „Standortverlagerungen von UK nach Europa oder beispielsweise Instabilität auf den Finanzmärkten“ mögliche Folgen des Brexits sind.

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