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Was ist los bei Amazon? – Der Streit um die Tarifzahlung
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Amazon FC Graben GmbH

Was ist los bei Amazon? – Der Streit um die Tarifzahlung

Das Amazon Logistikzentrum in Graben gewährt eine Einblick in die heiligen Hallen. Foto: B4B SCHWABEN

Jemandem den schwarzen Peter zuzuschieben, ist oft ganz leicht. Es herrscht immer noch die Meinung vor, dass bei Konflikten in der Arbeitswelt grundsätzlich erst einmal immer der Arbeitgeber schuld ist. So auch bei Amazon, dessen Mitarbeiter wieder einmal auf der Straße stehen – statt in den Logistikhallen – und eine "existenzsichernde Bezahlung" nach Tarif des Einzelhandels fordern.

Kommentar von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

Aktuell werden die Mitarbeiter bei Amazon nach den Löhnen in der Logistikbranche bezahlt. Und das nicht zu knapp. Mit 10,62 Euro im ersten Beschäftigungsjahr erhalten die Mitarbeiter bei Amazon schon seit langer Zeit eine Bezahlung weit über dem Mindestlohn – und weit über der Bezahlung in der Logistikbranche üblich. Im zweiten Jahr erhalten die Mitarbeiter sogar einen Lohn von 12,05 Euro pro Stunde. Bei einer 38-Stunden-Woche ist das zwar nicht viel, aber dennoch ein Lohn, um den sich viele Beschäftigte reißen würden. Denn viele Neben- aber auch Vollzeitjobs werden teilweise noch weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn (ab 2015) von 8,50 Euro bezahlt. Dennoch fordern die Amazon-Mitarbeiter und ihre Stellvertreter bei ver.di die Bezahlung nach den Tarifen im Einzelhandel. Nur so könne der Altersarmut entgegengewirkt werden.

Durchschnittlich verdient eine Mitarbeiterin mit unter einem Jahr Berufserfahrung im Einzelhandel knapp 11 Euro. Kaum mehr, aber wohl dennoch genug, um einen Dauer-Streit und -Streik zu entfachen. Für die Verantwortlichen bei Amazon ist klar: Es wird auch weiterhin nach Tariflohn der Logistiker bezahlt. Denn an den Logistikstandorten werden ausschließlich Mitarbeiter für logistische Tätigkeiten beschäftigt. „Mitarbeiter der Logistikzentren machen typische Logistikarbeit – nicht nur für Amazon, sondern auch für die vielen anderen Unternehmen, welche die Amazon-Plattform benutzen: Unsere Mitarbeiter nehmen Waren aus Regalen, verpacken und versenden sie. Und mit dieser Dienstleistung stehen die Amazon-Logistikzentren im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, die Logistik-Dienstleistungen anbieten“, heißt es aus der Pressestelle von Amazon. Das klingt verständlich.

Sogar der Einzelhandelsverband HDE hat sich erst kürzlich zu den Tarif-Streits bei Amazon geäußert: Demnach sei ein ausgegliedertes Lager dem Logistiktarif zuzuordnen, nicht dem Einzelhandelstarif. Die einzige Antwort, wieso die Arbeitnehmervertreter trotzdem die Bezahlung nach Einzelhandelstarif durchsetzen wollen, kann wohl auch nur ver.di beantworten. Das tun sie auch. „Amazon ist ein klassisches Versandhandels-Unternehmen und soll demnach auch diesen Tarif annehmen, wie es bereits Otto und andere Versandhäuser gemacht haben“, heißt es von Seiten der ver.di. Welchen Tarif Amazon annimmt, ist erst einmal nicht wichtig, zumindest irgendeiner und mindestens so gut wie der des Einzelhandels. 

Ob es wohl beim Tarif-Streit ein baldiges Ende gibt, weiß niemand. Wenn sich schon Arbeitgeber und Arbeitnehmer-Vertreter über die Branche uneinig sind, wird es wohl noch schwieriger, auf einen gemeinsamen Nenner bei möglichen Tarifverhandlungen zu gelangen. Doch soweit soll es gar nicht erst kommen. Amazon will mit Tarifverhandlungen gar nichts zu tun haben und lässt die Mitarbeiter beinahe monatlich streiken. Auf die Kunden wirken sich die Streiks angeblich ja nicht aus, also hat Amazon auch vorerst nichts zu befürchten. Auch nicht vor der handelsstarken Weihnachtszeit, die trotz Streik auch im vergangenen Jahr keinerlei negativen Auswirkungen für Kunden oder den Versandriesen Amazon hatte. Aber vielleicht lässt sich Amazon darauf ein, den Mitarbeitern Heizpilze zu spendieren, denn langsam könnte es den Mitarbeitern bei den Dauerstreiks kalt werden. Und kranke Mitarbeiter kann Amazon nun wirklich nicht gebrauchen.

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