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Im Jahr 2010 gab im Freistaat nach Meldung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung jeder neunte Erwerbstätige an, besonders lang zu arbeiten. 16 Prozent der Männer und knapp 5 Prozent der Frauen verzeichneten in ihrer (Haupt-) Erwerbstätigkeit eine Wochenarbeitszeit von 50 oder mehr Stunden. Da männliche Erwerbstätige zudem seltener eine Teilzeitbeschäftigung ausübten, übertraf ihr wöchentliches Arbeitspensum das der Frauen im Durchschnitt um 10,8 Stunden (40,8 gegenüber 30,0). – Während sehr lange Arbeitszeiten insgesamt nur einen eher kleinen Teil der Arbeitnehmer betraf, arbeitete fast jeder zweite Selbständige (48 Prozent) mindestens 50 Stunden in einer Arbeitswoche.
Jeder neunte Erwerbstätige arbeitet mehr als 50 Stunden
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wies im Jahr 2010 jeder neunte Erwerbstätige (11 Prozent) in Bayern eine Wochenarbeitszeit von 50 oder mehr Stunden auf. Während nur knapp 5 Prozent der Frauen so viel arbeiteten, fiel der entsprechende Anteil bei den Männern mit 16 Prozent dreimal so hoch aus. Dies geht aus den Ergebnissen des Mikrozensus hervor, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung. Die Daten beruhen dabei auf Selbsteinschätzungen der Befragten zu den normalerweise geleisteten Arbeitsstunden inklusive regelmäßig erbrachter Mehrstunden in ihrer (Haupt-)Erwerbstätigkeit. Dies umfasst Berufstätigkeiten ab einem wöchentlichen Arbeitsumfang von mindestens einer Stunde; zusätzlich zur Haupttätigkeit ausgeübte Nebenerwerbstätigkeiten werden allerdings in der Statistik nicht mit einbezogen.
Männer arbeiten durchschnittlich mehr als Frauen
Im Jahr 2010 betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der insgesamt rund 6,36 Millionen bayerischen Erwerbstätigen 35,8 Stunden, wobei zwischen den Geschlechtern deutliche Unterschiede zu verzeichnen waren. Frauen gingen im Durchschnitt 30,0 Stunden pro Woche einer Erwerbstätigkeit nach, das wöchentliche Arbeitspensum der Männer lag mit 40,8 Stunden 36 Prozent höher. Entsprechend arbeitete beinahe jede zweite erwerbstätige Frau (47 Prozent) weniger als 32 Stunden in der Woche, wohingegen die so definierte „Teilzeitquote“ der Männer 8 Prozent betrug.
Unterschiedliche Arbeitszeiten in unterschiedlichen Stellungen
Arbeitszeitliche Unterschiede existierten auch hinsichtlich der beruflichen Stellung. Für die Mehrheit der Personen in Arbeiterberufen war die 40-Stunden-Woche die Regel, für jeden elften Arbeiter (9 Prozent) war hingegen eine wöchentliche Arbeitszeit von 41 oder mehr Stunden zu verzeichnen. Eine Arbeitszeit von mindestens 50 Stunden gaben nur 3 Prozent der Arbeiterschaft an. Bei den Angestellten gab es einen etwas höheren Anteil an Personen mit überdurchschnittlichen Arbeitszeiten: Fast 15 Prozent der Angestellten verbrachten mehr als 40 Stunden am Arbeitsplatz und gut 6 Prozent sogar 50 oder mehr Stunden. Im Hinblick auf den Arbeitszeitumfang von bayerischen Beamten gilt zu berücksichtigen, dass ihre per Arbeitszeitverordnung festgelegte Wochenarbeitszeit in der Regel (bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres) 42 Stunden beträgt. Entsprechend belief sich bei 55 Prozent der Beamten die wöchentliche Dienstzeit auf mindestens 40 Stunden und rund jeder zehnte wies eine reguläre Arbeitswoche mit mindestens 50 Stunden auf.
Knapp die Hälfte der Selbstständigen arbeitet über 50 Stunden
Im Vergleich dazu zeichneten sich Selbständige durch ein noch deutlich höheres Arbeitspensum aus, knapp die Hälfte (48 Prozent) gab an regelmäßig sehr lange Arbeitszeiten mit mindestens 50 Wochenarbeitsstunden zu haben. Die wöchentliche Arbeitszeit der Selbständigen überstieg damit im Durchschnitt die der abhängig Beschäftigten insgesamt um nahezu 10 Stunden (44,5 gegenüber 34,7 Stunden).