Handwerkskammer für Schwaben

Verpflichtende Berufsorientierung ab 2017: „Für das Handwerk ist das eine Sensation“

Symbolbild. Foto: SPÖ Landtagsklub  / pixelio.de

Bereits seit mehreren Jahren versucht das Handwerk in Schwaben, Gymnasiasten die Berufsorientierung auch im Bereich des Handwerks näher zu bringen. Bis lang lag der Fokus der Schulen zum Thema Berufsorientierung aber vor allem in Richtung einer Weiterbildung an Hochschulen und Universitäten. Doch das soll sich nun ändern.

von Tamina Andrasch, Online-Redaktion

„Mit der Zusage von Staatssekretär Georg Eisenreich vom Bayerischen Kultusministerium, ab dem Schuljahr 2017/2018 die Berufsorientierung verpflichtend an den bayerischen Gymnasien einzuführen, kommt eine langjährige Forderung des Handwerks nun endlich in die Umsetzung“, betonen HWK-Präsident Hans-Peter Rauch und Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner von der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) einstimmig. „Für das Handwerk ist das eine Sensation“, freuten sie sich.

Fehlende Beratung über Handwerksberufe an Gymnasien

„Dass es neben dem Studium auch interessante und attraktive Berufsfelder über eine klassische duale Ausbildung gibt und dass damit auch hervorragende Karrieremöglichkeiten verbunden sind, davon erfahren Gymnasiasten in ihrer Schule nichts oder sehr wenig“, beklagt Rauch. „Vielmehr wurde auf Biegen und Brechen das Studium favorisiert. Überfüllte Hörsäle, explodierende Kosten an den Hochschulen und Universitäten und teilweise frustrierte Studierende, die den Anforderungen des Wissenschaftsbetriebs nicht gewachsen sind, führen zu volkswirtschaftlich unnötigen Studienabbrüchen und sind so einfach nicht hinzunehmen.“

„Perspektiven im Arbeitsleben“

Der HWK geht es beim Thema Berufsorientierung in erster Linie darum, die Chancen, die eine Berufsausbildung in handwerklichen Betrieben bietet, hervorzuheben. „Perspektiven im Arbeitsleben und persönliche Zufriedenheit hängen nicht an einer akademischen Ausbildung“, erklärt Wagner und tritt damit für eine Gleichwertigkeit von dualer Ausbildung und einem Studium ein. „Wir brauchen in unserem Land beides: wissenschaftlich gebildete Uniabsolventen und Facharbeiter sowie Unternehmer, die kompetent die Umsetzung zum Beispiel von neuen Ideen und wissenschaftlichen Entwicklungen ausführen können.“

Erste Einblicke in Berufsleben ermöglichen

Im Allgemeinen sollen die bayerischen Schüler zukünftig auch im Rahmen des Unterrichtes Informationen über verschiedene Ausbildungsberufe erhalten. Denn nur so können sie mit der Vielfalt der Arbeitswelt konfrontiert werden und erhalten erste Eindrücke des gesamten beruflichen Spektrums. Eine wichtige Rolle im Rahmen der Berufsorientierung spielen dabei auch verpflichtende einwöchige Berufspraktika in verschiedenen Unternehmen und Betrieben. So sollen die Jugendlichen erste persönliche und vor allem praktische Erfahrungen sammeln. Bis lang sind diese Praktika in Gymnasien allerdings noch auf freiwilliger Basis geregelt.

Praktika sollen auch an Gymnasien verpflichtend werden

„Wir sind guter Dinge, dass sich die Pflichtpraktika in den Betrieben rasch etablieren und bieten in der Übergangszeit auch unsere BTZs (Berufsbildungs- und Technologiezentren) als Kooperationspartner für die Gymnasien an“, beschreibt Wagner die Mitwirkung der Handwerkskammer. „Was an den Mittelschulen schon seit Jahren perfekt klappt, kann unserer Einschätzung nach auch auf die Gymnasien ausgedehnt werden.“

Lehrkräfte als wichtige Partner

„Unserer Erfahrung nach ist für den Erfolg der Berufsorientierung die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an den Schulen enorm wichtig und hier bieten wir auf jeden Fall unsere Unterstützung an“, erklärt Wagner. Ab dem Schuljahr 2017/2018 sollen demnach an den Gymnasien auch besonders geschulte Lehrkräfte als zentrale Ansprechpartner für die Berufsorientierung angestellt werden.

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Fehlende Beratung über Handwerksberufe an Gymnasien

„Dass es neben dem Studium auch interessante und attraktive Berufsfelder über eine klassische duale Ausbildung gibt und dass damit auch hervorragende Karrieremöglichkeiten verbunden sind, davon erfahren Gymnasiasten in ihrer Schule nichts oder sehr wenig“, beklagt Rauch. „Vielmehr wurde auf Biegen und Brechen das Studium favorisiert. Überfüllte Hörsäle, explodierende Kosten an den Hochschulen und Universitäten und teilweise frustrierte Studierende, die den Anforderungen des Wissenschaftsbetriebs nicht gewachsen sind, führen zu volkswirtschaftlich unnötigen Studienabbrüchen und sind so einfach nicht hinzunehmen.“

„Perspektiven im Arbeitsleben“

Der HWK geht es beim Thema Berufsorientierung in erster Linie darum, die Chancen, die eine Berufsausbildung in handwerklichen Betrieben bietet, hervorzuheben. „Perspektiven im Arbeitsleben und persönliche Zufriedenheit hängen nicht an einer akademischen Ausbildung“, erklärt Wagner und tritt damit für eine Gleichwertigkeit von dualer Ausbildung und einem Studium ein. „Wir brauchen in unserem Land beides: wissenschaftlich gebildete Uniabsolventen und Facharbeiter sowie Unternehmer, die kompetent die Umsetzung zum Beispiel von neuen Ideen und wissenschaftlichen Entwicklungen ausführen können.“

Erste Einblicke in Berufsleben ermöglichen

Im Allgemeinen sollen die bayerischen Schüler zukünftig auch im Rahmen des Unterrichtes Informationen über verschiedene Ausbildungsberufe erhalten. Denn nur so können sie mit der Vielfalt der Arbeitswelt konfrontiert werden und erhalten erste Eindrücke des gesamten beruflichen Spektrums. Eine wichtige Rolle im Rahmen der Berufsorientierung spielen dabei auch verpflichtende einwöchige Berufspraktika in verschiedenen Unternehmen und Betrieben. So sollen die Jugendlichen erste persönliche und vor allem praktische Erfahrungen sammeln. Bis lang sind diese Praktika in Gymnasien allerdings noch auf freiwilliger Basis geregelt.

Praktika sollen auch an Gymnasien verpflichtend werden

„Wir sind guter Dinge, dass sich die Pflichtpraktika in den Betrieben rasch etablieren und bieten in der Übergangszeit auch unsere BTZs (Berufsbildungs- und Technologiezentren) als Kooperationspartner für die Gymnasien an“, beschreibt Wagner die Mitwirkung der Handwerkskammer. „Was an den Mittelschulen schon seit Jahren perfekt klappt, kann unserer Einschätzung nach auch auf die Gymnasien ausgedehnt werden.“

Lehrkräfte als wichtige Partner

„Unserer Erfahrung nach ist für den Erfolg der Berufsorientierung die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an den Schulen enorm wichtig und hier bieten wir auf jeden Fall unsere Unterstützung an“, erklärt Wagner. Ab dem Schuljahr 2017/2018 sollen demnach an den Gymnasien auch besonders geschulte Lehrkräfte als zentrale Ansprechpartner für die Berufsorientierung angestellt werden.

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