Verkehrspolitik

Umweltreferent Erben: „Augsburg droht kein Diesel-Fahrverbot“

Hans Peter Koch, Eva Weber und Reiner Erben. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Feinstaubbelastung in deutschen Städten ist hoch. Vielen droht deshalb ein mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Augsburg will jedoch einen anderen Weg finden.

„Im Augsburger Stadtgebiet weisen insgesamt vier Bereiche kritische Werte auf. Am stärksten betroffen ist hierbei die Karlstraße. Hier erreicht die Feinstaubbelastung einen Wert von rund 46 Mikrogramm pro Kubikmeter jährlich. Der zulässige Höchstwert beträgt jedoch 40 Mikrogramm pro Kubikmeter“, erklärt Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben.

45 deutsche Städte kämpfen mit zu hoher Feinstaubbelastung

Deutschlandweit haben insgesamt 45 Städte mit Werten im kritischen Bereich zu kämpfen. Bei ebendiesen Städten hat die Deutsche Umwelthilfe Stellungnahmen angefordert, in denen die Städte darlegen sollten, wie sie das Problem angehen wollen. Schwierigkeiten sieht Erben jedoch bei den Vorschlägen seitens der Deutschen Umwelthilfe. „Leider sind die Hilfestellungen der Deutschen Umwelthilfe nicht auf die individuellen Situationen der Städte ausgerichtet. Beispielsweise wird die Umstellung auf Elektro-Busse oder -Taxis vorgeschlagen. In Augsburg sind solche Maßnahmen jedoch nicht hilfreich“, betont der Umweltreferent.

Augsburger Busse fahren mit Erdgas

„Die Augsburger Linienbusse werden alle mit Erdgas betrieben. Eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge wäre daher schlicht undenkbar. Unsere Stadt befindet sich in diesem Bereich schon jetzt in einer Vorreiterrolle. Auch bei den Taxis sind wir auf einem guten Weg. So haben rund 28 Prozent der Taxis einen Gasantrieb oder sind Hybridfahrzeuge“, erklärt Erben. Die Grenzwert-Überschreitungen der Fuggerstadt sind entsprechend gering. Deshalb verfolgt Erben gemeinsam mit Hans Peter Koch, Leiter des Augsburger Umweltamts, das Ziel, die Feinstaubbelastung an den betroffenen Stellen schon durch kurzfristige Maßnahmen zu senken.

So will Augsburg die Feinstaubwerte senken

„Mit verschiedenen kleineren Maßnahmen könnte man das Problem eventuell bereits in den Griff kriegen. Beispielsweise sollen Konzepte wie das Austauschprogramm Abhilfe schaffen. In diesem Rahmen werden Prämien ausgezahlt, wenn ein altes Dieselfahrzeug gegen ein neues ausgetauscht wird. Außerdem soll gemeinsam mit dem Tiefbauamt die Ampelschaltung optimiert werden. Allein durch Maßnahmen dieser Art, könnte die Feinstaubbelastung der Stadt um mehrere Mikrogramm gesenkt werden“, unterstreicht Erben.

„Schon seit Jahren setzt Augsburg auf eine gute Verkehrspolitik“

Ziel der Stadt ist es dennoch, in das entsprechende Förderprogramm aufgenommen zu werden. Bislang sollten von den 45 betroffenen deutschen Städten nur 28 als förderberechtigt eingestuft werden. Aufgrund der relativ geringen Grenzwert-Überschreitungen in Augsburg sollte die Fuggerstadt bislang nicht gefördert werden. Erben und Koch wollen das nun ändern und reichen deshalb die entsprechenden Förderanträge ein. „Schon seit Jahren setzt Augsburg auf eine gute Verkehrspolitik, deshalb ist es durchaus machbar, die Werte entsprechend zu reduzieren. Es droht daher in Augsburg kein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Dennoch muss man dranbleiben“, so Erben abschließend.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Verkehrspolitik

Umweltreferent Erben: „Augsburg droht kein Diesel-Fahrverbot“

Hans Peter Koch, Eva Weber und Reiner Erben. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Feinstaubbelastung in deutschen Städten ist hoch. Vielen droht deshalb ein mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Augsburg will jedoch einen anderen Weg finden.

„Im Augsburger Stadtgebiet weisen insgesamt vier Bereiche kritische Werte auf. Am stärksten betroffen ist hierbei die Karlstraße. Hier erreicht die Feinstaubbelastung einen Wert von rund 46 Mikrogramm pro Kubikmeter jährlich. Der zulässige Höchstwert beträgt jedoch 40 Mikrogramm pro Kubikmeter“, erklärt Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben.

45 deutsche Städte kämpfen mit zu hoher Feinstaubbelastung

Deutschlandweit haben insgesamt 45 Städte mit Werten im kritischen Bereich zu kämpfen. Bei ebendiesen Städten hat die Deutsche Umwelthilfe Stellungnahmen angefordert, in denen die Städte darlegen sollten, wie sie das Problem angehen wollen. Schwierigkeiten sieht Erben jedoch bei den Vorschlägen seitens der Deutschen Umwelthilfe. „Leider sind die Hilfestellungen der Deutschen Umwelthilfe nicht auf die individuellen Situationen der Städte ausgerichtet. Beispielsweise wird die Umstellung auf Elektro-Busse oder -Taxis vorgeschlagen. In Augsburg sind solche Maßnahmen jedoch nicht hilfreich“, betont der Umweltreferent.

Augsburger Busse fahren mit Erdgas

„Die Augsburger Linienbusse werden alle mit Erdgas betrieben. Eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge wäre daher schlicht undenkbar. Unsere Stadt befindet sich in diesem Bereich schon jetzt in einer Vorreiterrolle. Auch bei den Taxis sind wir auf einem guten Weg. So haben rund 28 Prozent der Taxis einen Gasantrieb oder sind Hybridfahrzeuge“, erklärt Erben. Die Grenzwert-Überschreitungen der Fuggerstadt sind entsprechend gering. Deshalb verfolgt Erben gemeinsam mit Hans Peter Koch, Leiter des Augsburger Umweltamts, das Ziel, die Feinstaubbelastung an den betroffenen Stellen schon durch kurzfristige Maßnahmen zu senken.

So will Augsburg die Feinstaubwerte senken

„Mit verschiedenen kleineren Maßnahmen könnte man das Problem eventuell bereits in den Griff kriegen. Beispielsweise sollen Konzepte wie das Austauschprogramm Abhilfe schaffen. In diesem Rahmen werden Prämien ausgezahlt, wenn ein altes Dieselfahrzeug gegen ein neues ausgetauscht wird. Außerdem soll gemeinsam mit dem Tiefbauamt die Ampelschaltung optimiert werden. Allein durch Maßnahmen dieser Art, könnte die Feinstaubbelastung der Stadt um mehrere Mikrogramm gesenkt werden“, unterstreicht Erben.

„Schon seit Jahren setzt Augsburg auf eine gute Verkehrspolitik“

Ziel der Stadt ist es dennoch, in das entsprechende Förderprogramm aufgenommen zu werden. Bislang sollten von den 45 betroffenen deutschen Städten nur 28 als förderberechtigt eingestuft werden. Aufgrund der relativ geringen Grenzwert-Überschreitungen in Augsburg sollte die Fuggerstadt bislang nicht gefördert werden. Erben und Koch wollen das nun ändern und reichen deshalb die entsprechenden Förderanträge ein. „Schon seit Jahren setzt Augsburg auf eine gute Verkehrspolitik, deshalb ist es durchaus machbar, die Werte entsprechend zu reduzieren. Es droht daher in Augsburg kein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Dennoch muss man dranbleiben“, so Erben abschließend.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben