Kommentar

Einwegbecher-Flut: Augsburg geht gegen die Müllberge vor

Symbolbild: Mülleimer am Augsburger Rathausplatz. Foto: Rebecca Weingarten / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Menge von Einwegbechern, die in der Fuggerstadt täglich im Müll landen, bereitet Augsburg zunehmend Probleme. Dass dieses Thema endlich angegangen wird, ist längst überfällig, findet unsere Redakteurin Rebecca Weingarten.

To-go-Becher sind beliebt. Für Kunden sind sie komfortabler zu nutzen als Mehrwegbecher, weil sie vor und nach dem Konsum des Getränks nicht transportiert werden müssen. Für die Unternehmen sind sie ein beliebtes Werbemittel. Die Konsequenzen, die aus diesem achtlosen Umgang mit Ressourcen entstehen, sind hingegen eine Sauerei.

In Augsburg steigen mit der Verschmutzung des öffentlichen Raums auch die Entsorgungskosten. Nicht nur das Stadtbild leidet. Müll ist, wie inzwischen hinlänglich bekannt, ein zunehmendes Problem vor allem dort, wo er nicht auf Anhieb sichtbar ist: im Wasser, in der Luft, in den Nahrungsmitteln.

Die Stadt will jetzt gegen das zunehmende Müllvorkommen vorgehen und auch Unternehmer mit ins Boot holen. Reiner Erben, Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration, schlägt dazu ein Coffee-to-go-Mehrwegkonzept vor. Dieses soll sowohl umwelt- als auch verbraucherfreundlich sein. Ein erstes Treffen mit Vertretern der im Stadtgebiet tätigen Bäckerein, Cafés und weiteren Anbietern hat bereits stattgefunden.

Dabei wurde auch das Pfandsystem des Münchner Startups recup vorgestellt. Das Unternehmen stellt den teilnehmenden Anbietern von to-go-Getränken die Pfandbecher und übernimmt die Logistik, also die Umverteilung und den Pfandausgleich. Die Anbieter werden zudem in einer App gelistet und über die Marketing-Kanäle präsentiert. Gleiches gilt auch für die Städte-Partner. Langfristig sparen die Kommunen zudem bei den Entsorgungskosten.

Nicht nur die Stadt Augsburg, auch einige große Filialisten unterstützen den Nachhaltigkeits-Gedanken bereits. Wer sein Heißgetränk direkt in einen Mehrwegbecher, egal welchen, in der Filiale befüllen lässt, erhält bei Tchibo 10 Cent Rabatt. Gleiches gilt bei McDonalds. Künftig will die Fastfood-Restaurantkette sogar alle Inhouse-Heißgetränke im Glas- oder Porzellangeschirr servieren. Bis Ende 2019 soll der Großteil der McDonald's-Restaurants auf dieses Konzept umgerüstet sein. Dunkin' Donuts setzt derweil auf den Verkauf eigener Tumbler aus Keramik und Edelstahl. Wer seinen Kaffee in einen solchen Tumbler füllen lässt, erhält 30 Cent Rabatt. Bis nächstes Jahr will die Kette zudem alle Einweg- Papierbecher, Deckel sowie Strohhalme auf biologisch abbaubare Alternativen umstellen.

Dass dieses Thema von so vielen Seiten endlich angegangen wird, ist ein gutes Zeichen. Denn nur so kann ein echtes Umdenken stattfinden. Dass sich das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen verändert, ist längst überfällig.

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