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Gleich vier Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben gehören in diesem Jahr zu den innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands. Die SD GmbH Klaus Hirsch aus Türkheim, die Hans Hundegger AG aus Hawangen, die Molkerei Gropper aus Bissingen sowie die WDT Werner Dosiertechnik GmbH & Co. KG aus Wertingen wurden mit dem TOP 100-Siegel 2026 ausgezeichnet. Die Ehrung fand auf dem Deutschen Mittelstands-Summit in Heidelberg statt, wo der frühere Bundespräsident Christian Wulff den Preisträgern persönlich gratulierte.
Insgesamt hatten sich in der 33. Wettbewerbsrunde 356 mittelständische Unternehmen beworben. 282 erhielten die Auszeichnung. Bewertet wurden die Teilnehmer in den Kategorien innovationsförderndes Top-Management, Innovationsklima, Innovationsprozesse und Organisation, Außenorientierung sowie Innovationserfolg. Die wissenschaftliche Leitung des Wettbewerbs lag bei Prof. Dr. Nikolaus Franke von der Wirtschaftsuniversität Wien.
„Die Innovationen der ausgezeichneten Unternehmen antworten auf wichtige Herausforderungen unserer Zeit – von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung über die Digitalisierung bis hin zur Verteidigungsfähigkeit“, sagte Christian Wulff bei der Preisverleihung.
So unterschiedlich die vier Unternehmen sind, so vielfältig sind auch ihre Innovationsansätze.
SD GmbH Klaus Hirsch: Eigene Fertigungsprozesse als Innovationsmotor
Die SD GmbH Klaus Hirsch aus Türkheim entwickelt Fertigungsprozesse für die Automobilindustrie. Für ein Bauteil, das in zahlreichen Fahrzeugmodellen eingesetzt wird, entwickelte das Unternehmen ein eigenes induktionsbasiertes Lötverfahren und die dazugehörige Produktionsumgebung. Eine eigene Prozessentwicklungsabteilung arbeitet kontinuierlich daran, Fertigungsabläufe effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten.
Hans Hundegger AG: Vom Maschinenbauer zum Systempartner
Die Hans Hundegger AG aus Hawangen hat sich vom klassischen Maschinenbauer zum Systempartner für den Holzbau entwickelt. Das Unternehmen entwickelt CNC-Lösungen für Zimmereien und Holzbauunternehmen, betrachtet dabei jedoch den gesamten Produktionsprozess seiner Kunden. Erfahrungen aus Serviceeinsätzen und die enge Zusammenarbeit mit Pilotkunden fließen direkt in die Produktentwicklung ein.
Molkerei Gropper: Trends früh erkennen und nachhaltig umsetzen
Bei der Molkerei Gropper aus Bissingen stehen Markttrends und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Das Familienunternehmen entwickelt für Handels- und Markenpartner neue Milchprodukte, Direktsäfte und Smoothies. Dabei setzt Gropper auf eine frühe Identifikation von Ernährungstrends – etwa im Bereich High-Protein-Produkte – sowie auf eine enge Zusammenarbeit mit Handel, Lieferanten und Marktforschern. Gleichzeitig zählt das Unternehmen zu den größten Verarbeitern von Tierwohl- und Bio-Milch in Deutschland.
Die WDT Werner Dosiertechnik GmbH & Co. KG aus Wertingen setzt auf Innovationen aus den eigenen Reihen. Der Spezialist für Schwimmbad-, Wellness- und Wassertechnik überträgt seinen Beschäftigten bewusst Verantwortung für neue Produktentwicklungen. Ein Beispiel dafür ist die Produkterweiterung „Multihopper“, die maßgeblich von Mitarbeitern entwickelt wurde und sich inzwischen zu einem der erfolgreichsten neuen Produkte des Unternehmens entwickelt hat. Darüber hinaus arbeitet WDT eng mit Vertriebspartnern, Hochschulen und weiteren externen Partnern zusammen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen.
Die Zahlen des Wettbewerbs unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung eines systematischen Innovationsmanagements. Die diesjährigen TOP 100-Unternehmen erwirtschaften durchschnittlich 36,4 Prozent ihres Umsatzes mit Marktneuheiten oder innovativen Verbesserungen. In den vergangenen drei Jahren wuchsen sie zudem um 18,5 Prozent stärker als ihre jeweilige Branche. Unter den ausgezeichneten Unternehmen befinden sich 61 nationale sowie 18 Weltmarktführer.
Seit 1993 zeichnet der Wettbewerb TOP 100 besonders innovative mittelständische Unternehmen aus. Mentor des Wettbewerbs ist seit diesem Jahr der frühere Bundespräsident Christian Wulff. Projektpartner sind unter anderem die Fraunhofer-Gesellschaft und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).