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Der Umstieg auf Elektromobilität nimmt in deutschen Städten immer mehr Fahrt auf und stellt Energieversorger vor grundlegende Herausforderungen. Die Stadtwerke Augsburg (swa) wollen deshalb die Ladeinfrastruktur und das Stromnetz ausbauen. Zudem führen sie neue Preismodelle ein.
Aktuell bieten die swa rund 100 der insgesamt knapp 490 öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Augsburg an. Im Laufe des Jahres wollen die swa mindestens 100 weitere Ladepunkte bauen. Parallel dazu werden bestehende Ladesäulen modernisiert und technisch aufgerüstet.
Hintergrund des Ausbaus ist laut swa eine Bedarfsanalyse. Demnach brauche Augsburg künftig bis zu 8.000 öffentliche Ladepunkte sowie rund 70.000 Ladepunkte im privaten und gewerblichen Bereich.
Anhand von Kriterien wie Einwohnerzahl, Pendlerströmen, Tourismus, Siedlungsdichte sowie der Entwicklung der zugelassenen Elektrofahrzeuge wurde ermittelt, wo die neuen Ladepunkte im Stadtgebiet und im Umland benötigt werden. „Wir wollen die Menschen mitnehmen. Dazu müssen Angebot, Preis und Infrastruktur zusammenpassen“, sagt Markus Emmert, Leiter eMobilität bei den swa.
Mit dem Ausbau setzen die Stadtwerke auf unterschiedliche Technologien, um verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden. Neben AC-Normalladern mit bis zu 22 kW kommen leistungsstarke DC-Schnelllader mit 100 bis 400 kW zum Einsatz. Darüber hinaus sind Ultra-Schnelllader sowie Megawattladesysteme für Busse und den Schwerlastverkehr geplant. Bestehende Schnelllader werden durch leistungsfähigere Modelle ersetzt, während neue Anlagen zusätzlich mit Bezahlterminals für Kredit- und Debitkarten ausgestattet werden.
Parallel zum Ausbau der Infrastruktur passen die Stadtwerke ihre Tarifstruktur an. Ab dem 1. April gelten neue Preise sowie ein Modell mit Haupt- und Nebenzeiten. Ziel ist es, die Auslastung der Ladepunkte besser zu steuern.
Untertags kostet das Normalladen (AC-Laden) künftig 37 Cent pro Kilowattstunde statt bisher 55 Cent. Für DC Schnellladen zahlen Autofahrer untertags neu 44 Cent pro Kilowattstunde, bisher 65 Cent. Nachts kostet die Kilowattstunde zwei Cent weniger. Auch die monatliche Grundgebühr der eLadekarte wird günstiger: Statt 6,90 Euro kostet sie ab April nur noch 1,50 Euro.
Tagsüber sorgen Blockiergebühren dafür, dass Ladepunkte nicht unnötig belegt bleiben: Wer länger als 15 Minuten nach Ende des Ladevorgangs die Säule noch blockiert, zahlt pro Minute sieben Cent (Normallladen) bzw. 14 Cent (Schnellladen) Strafe.
Nachts entfällt die Blockiergebühr an Normalladern, um das Laden außerhalb der Spitzenzeiten attraktiver zu machen. Die neuen Tarife gelten sowohl für Nutzer der eLadekarte als auch für das sogenannte Ad-hoc-Laden per Kreditkarte, Debitkarte oder digitalen Bezahldiensten.
Der Ausbau der Ladepunkte ist eng mit der Entwicklung des Stromnetzes verknüpft. Um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, analysieren die Stadtwerke künftige Lastspitzen und planen entsprechende Netzkapazitäten. Ziel ist eine intelligente Infrastruktur, die sich flexibel an den steigenden Bedarf anpasst und gleichzeitig stabil bleibt. Dabei steht die Alltagstauglichkeit im Mittelpunkt.
Neben dem öffentlichen Ausbau richten sich die Maßnahmen auch an Unternehmen, Wohnungswirtschaft sowie private Eigentümer. Die Stadtwerke beraten zu regulatorischen Anforderungen wie dem Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz und unterstützen bei der Planung eigener Ladepunkte. Damit entsteht ein integrierter Ansatz, der öffentliche und private Ladeinfrastruktur miteinander verbindet und die Grundlage für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität in der Region schafft.