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Mit dem Projekt SCALE, kurz für "Smart Charging Alignment Europe", startet ein Praxistest, der Elektrofahrzeuge erstmals außerhalb des Labors als flexible Stromquelle in privaten Haushalten einbindet. Gemeinsam mit der LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und weiteren Partnern werden jetzt Vehicle-to-Home-Anwendungen erprobt. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union gefördert und soll zeigen, wie Elektroautos, Photovoltaikanlagen und Stromnetze intelligent zusammenspielen können.
Ziel des Projekts sei es, durch bidirektionales Laden und intelligentes Energiemanagement den Eigenverbrauch von Solarstrom in Einfamilienhäusern zu erhöhen. Gleichzeitig sollen neue Möglichkeiten der Teilnahme am Energiemarkt aufgezeigt werden. Vehicle-to-Home bezeichnet dabei die Nutzung der Elektroauto-Batterie als Zwischenspeicher, um durch bidirektionales Laden den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom im Haushalt zu maximieren. Perspektivisch untersucht SCALE, wie bestehende Smart-Charging- und Vehicle-to-Home-Lösungen zu netzdienlichen Vehicle-to-Grid-Diensten weiterentwickelt werden können, bei denen Fahrzeuge aktiv zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen.
Nach einer offenen Ausschreibung im September wurden drei Haushalte im Netzgebiet der LVN für den Feldversuch ausgewählt. Voraussetzung für die Teilnahme war eine bestehende Photovoltaikanlage sowie ein Elektrofahrzeug, das den Standard ISO 15118 unterstützt und Energie bidirektional übertragen kann. Diese technische Fähigkeit bildet die Grundlage für den Vehicle-to-Home-Einsatz.
In den Wochen vor dem Start des Feldversuchs wurde die notwendige Infrastruktur installiert. Zum Einsatz kommen bidirektionale DC-Wallboxen des Herstellers Ambibox mit integriertem Energiemanagementsystem. Ergänzt wird die Technik durch intelligentes Messequipment, das sämtliche Energieflüsse im Haushalt erfassen kann. Dazu zählen Strom aus der Photovoltaikanlage, der Betrieb von Wärmepumpen, stationäre Batteriespeicher und die Wallbox. Als zentrale Steuerkomponente fungiert eine von der LVN bereitgestellte Steuerbox, die einen sicheren Betrieb ermöglicht.
Kernstück des Praxistests ist eben diese LVN-Steuerbox, die auch als neoflex-Box bezeichnet wird. Sie überwache den lokalen Netzzustand in Echtzeit und arbeite weitgehend autonom. Auf diese Weise sollen Überlastsituationen zuverlässig verhindert werden. Gleichzeitig sorge das System dafür, dass möglichst viel lokal erzeugter Solarstrom entweder direkt im Haushalt genutzt oder in der Fahrzeugbatterie gespeichert werde.
Die Integration der Pilotfahrzeuge wurde nach Aussagen von LVN erfolgreich abgeschlossen. Der Feldversuch startete planmäßig im November 2025 und sei auf eine Laufzeit von einem Jahr ausgelegt. Während dieser Phase sollen technische Leistungsdaten, Energieflüsse und die Stabilität des Gesamtsystems kontinuierlich erfasst und ausgewertet werden.
Bereits vor Beginn der Feldphase wurden im Projekt SCALE zentrale technische Grundlagen geschaffen. Dazu zählt die Entwicklung einer robusten Systemarchitektur mit klar definierten Anforderungen. Zudem wurde eine durchgängige End-to-End-Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug, Wallbox und LVN-Steuerbox vollständig validiert. Das sei bereits in einem Realversuch nachgewiesen worden. Das Systemdesign sei offen, standardisiert und skalierbar und basiere auf etablierten Protokollen und Standards wie OCPP, EEBUS und ISO 15118-2 VAS.