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Standort Bobingen gerettet: Chinesisches Unternehmen übernimmt Perlon-Gruppe
Sanierungsverfahren

Standort Bobingen gerettet: Chinesisches Unternehmen übernimmt Perlon-Gruppe

Symbolbild. Die Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd. hat die Perlon-Gruppe übernommen. Quelle: stock.adobe.com / suja
Symbolbild. Die Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd. hat die Perlon-Gruppe übernommen. Quelle: stock.adobe.com / suja

Die Zukunft von Perlon in Bobingen ist gesichert: Ein chinesisches Familienunternehmen übernimmt die Gruppe. Rund 450 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Nach dem erfolgreichen Abschluss eines internationalen Investorenprozesses steht der Filamenthersteller Perlon vor einem Neustart. Die Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd. hat die Unternehmensgruppe übernommen und will nach eigenen Angaben in Produktion, Service und den weiteren Ausbau des internationalen Geschäfts investieren.

Für den Standort Bobingen bedeutet die Einigung eine wichtige Perspektive: Rund 450 der knapp 510 Arbeitsplätze in den deutschen Werken der Unternehmensgruppe konnten im Zuge der Sanierung erhalten werden. Der rechtliche Vollzug der Transaktion erfolgte Anfang Juni.

Investorensuche erfolgreich abgeschlossen

Die Perlon-Gruppe hatte sich seit Oktober 2025 in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung befunden. Neben Bobingen gehören auch die Standorte Munderkingen und Wald-Michelbach zu den zentralen Produktionsstätten des Unternehmens. Trotz des Verfahrens liefen Produktion und Vertrieb während der gesamten Sanierungsphase ohne größere Einschränkungen weiter.

„Wir sind sehr froh und erleichtert, dass nach intensiven Verhandlungen eine langfristig tragfähige Lösung für die Perlon-Betriebe in Deutschland, Polen und China gefunden werden konnte“, erklärt Dr. Markus Mairgünther von SGP Schneider Geiwitz, der den Sanierungsprozess begleitet hat.

Sein Kollege Christian Plail ergänzt: „Es ist für die Region und die betroffenen Industrien von enormer Bedeutung, dass diese starke Marke im globalen Markt erhalten bleiben kann und die traditionsreichen Standorte dauerhaft bestehen bleiben. Mit dem gesamten Sanierungsprozess und dem erzielten Ergebnis sind wir sehr zufrieden.“

Die Restrukturierungsexperten Dr. Markus Mairgünther und Christian Plail haben als Generalhandlungsbevollmächtigte gemeinsam mit dem Managementteam die Sanierung während des gesamten Verfahrens operativ und strategisch gesteuert.

Deshalb ist Perlon in Schieflage geraten

Perlon zählt zu den weltweit führenden Herstellern synthetischer Filamente für industrielle Anwendungen. Zu den Kunden gehören Unternehmen aus der Papierindustrie, der Bürsten- und Konsumgüterbranche sowie der dentalen Medizintechnik.

Das Unternehmen war zuletzt unter anderem durch den starken Nachfrageeinbruch im europäischen Markt für Papiermaschinen-Bespannungen sowie steigende Energie- und Personalkosten unter Druck geraten. Die Auslastung in diesem Marktsegment war innerhalb kurzer Zeit um rund 40 Prozent eingebrochen.

Das hat der neue Eigentümer vor

Der neue Eigentümer kündigt an, die Marke Perlon langfristig fortzuführen und gezielt in moderne Produktionstechnologien, Service und den internationalen Vertrieb zu investieren.

„Als neuer Gesellschafter stehen wir für langfristige Kontinuität, eine starke internationale Ausrichtung und weiteres profitables Wachstum. Wir setzen bei diesem Engagement klar auf gezielte Zukunftsinvestitionen – insbesondere in modernste Produktionstechnologie, exzellenten Service und eine noch tiefere Internationalisierung unserer Vertriebswege“, sagt Lianwei Yin, Geschäftsführer der Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd.

Co-Geschäftsführer Xiaotao Xia erklärt die strategischen Leitlinien für die kommenden Jahre: „Perlon wird seine Strukturen und operativen Prozesse künftig konsequent darauf ausrichten, unsere Kunden weltweit noch verlässlicher zu bedienen und die globale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.“

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Investorenprozesses bleibt die traditionsreiche Marke Perlon erhalten. Für den Standort Bobingen und die weiteren deutschen Werke endet damit eine monatelange Phase der Unsicherheit. Gleichzeitig soll die Unternehmensgruppe unter dem neuen Eigentümer ihren internationalen Wachstumskurs fortsetzen.

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