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Sparkscon 2026 in Augsburg: „Innovation entsteht nicht in Silos“
Digital Experience Konferenz

Sparkscon 2026 in Augsburg: „Innovation entsteht nicht in Silos“

Die Sparkscon 2026 in Augsburg. Foto: B4B/ Katharina Seeburger
Die Sparkscon 2026 in Augsburg. Foto: B4B/ Katharina Seeburger

Zum fünften Mal hat in Augsburg die Sparkcson, Deutschlands größte Digital Experience Konferenz, stattgefunden. Im Zentrum: Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, die Rolle des Menschen und natürlich Netzwerken.

Zum fünften Jubiläum der Sparkscon auf dem Augsburger Gaswerkgelände sind mehr als 70 Speakerinnen und Speaker sowie 2.000 Teilnehmende gekommen. Für Veranstalter Fabian Ziegler ist aber nicht die Größe der Konferenz entscheidend. „Für mich ist es wichtig, dass es inhaltliche Tiefe hat, und ihr inspiriert in euren Alltag geht“, sagte Ziegler bei der Eröffnung der fünften Sparkscon.

Inspiration, die braucht es mehr denn je, seit KI unseren Alltag und die Geschäftsmodelle der Unternehmen rasant verändert. Deshalb kommt es für Ziegler nicht mehr darauf an, wer die beste Strategie hat, sondern auf die Adaptionsfähigkeit von Menschen und Organisationen. „Dafür brauchen wir Orientierung und verschiedene Perspektiven. Dafür ist die Sparkscon der Ort“, sagte Ziegler.

Foto: B4B/ Katharina Seeburger

Forschung und Industrie kommen zusammen

Für Augsburgs Oberbürgermeister Florian Freund, der die Sparkscon eröffnete, ist es wichtig, dass es in der Stadt Orte und Veranstaltungen wie die Sparkscon gibt. „Innovation entsteht nicht in Silos, sondern dort, wo Menschen die Köpfe zusammenstecken und sich kennen“, sagte Freund.

Lesen Sie auch:So war die Sparkscon 2025 in Augsburg

Das zeigte auch die anschließende Panel-Diskussion an verschiedenen Beispielen. Das KI-Produktionsnetzwerk etwa will gemeinsam mit den Unternehmen deren KI-Potenziale heben. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Wirtschaft die KI-Zukunft zu gestalten, damit Wertschöpfung mit KI passiert“, erklärte Prof. Dr. Björn Häckl, wissenschaftlicher Leiter des KI-Produktionsnetzwerks an der Technischen Hochschule Augsburg. Als Beispiele nannte Häckl unter anderem die Frage, wie über KI qualitätsrelevante Eigenschaften prognostiziert werden können, oder die Schnittstelle zur Nachhaltigkeit: Mithilfe von KI können Unternehmen industrielle Reinigungsprojekte oder ihr Energiemanagement verbessern. Der Mittelstand hat laut Häckl ein enormes Potenzial, KI zu nutzen, weil gerade im B2B-Bereich viele Daten und Tiefenwissen über Prozesse vorhanden seien. „Die Frage ist, wie wir dieses Potenzial nutzen können. Und daran arbeitet das KI-Produktionsnetzwerk.“

Die Teilnehmer der Panel-Diskussion (v. l.): Björn Häckl, Florian Freund, Ibrahim Ata,Raphael Leibl, Klaus Markstaller und Moderator Horst Thieme. Foto: B4B/ Katharina Seeburger
Die Teilnehmer der Panel-Diskussion (v. l.): Björn Häckl, Florian Freund, Ibrahim Ata,Raphael Leibl, Klaus Markstaller und Moderator Horst Thieme. Foto: B4B/ Katharina Seeburger

Partnerschaft zwischen Medizin und Raumfahrt

Doch nicht nur am KI-Produktionsnetzwerk kommen Menschen zusammen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Uniklinik Augsburg und das Raumfahrtunternehmen MT Aerospace kooperieren seit einiger Zeit, um von den Prozessen und Erfahrungen gegenseitig profitieren zu können. Denn in beiden Bereichen spielt Sicherheit eine große Rolle. „Wir haben beide einen geringen Spielraum für Fehler und gleichzeitig bei allem einen hohen Druck“, erklärte Dr. Ibrahim Ata, Key Account Manager bei MT Aerospace. Der ärztliche Direktor der Uniklinik, Prof. Dr. Klaus Markstaller, ergänzte: „In der Raumfahrt gibt es viel Standardisierung und gleichzeitig müssen sie mit unvorhergesehenen Dingen umgehen können. Da können wir gegenseitig viel lernen.“

Das Thema Sicherheit in der Medizin ist laut Markstaller eines der Schwerpunkte, die die Uniklinik Augsburg ausmachen und von den anderen medizinischen Zentren unterscheidet. Auch die Themen Digitalisierung und Umweltmedizin sind Schwerpunkte in Augsburg. „Medizin wird ein riesen Markt, ob man will oder nicht“, sagte Markstaller.

Sicherheit und Schnelligkeit

Sicherheit spielt auch für Renk eine Rolle. Das Rüstungsunternehmen steckt mitten in der internen Digitalisierung und in der Digitalisierung seiner militärischen Produkte. Laut Raphael Leibl, Head of Technology and Digitalisation bei Renk werden dabei unbemannte Systeme immer wichtiger. Ein Bereich, in dem Renk auch aktiv ist. Renk befinde sich derzeit in einem Spagat. „Wir müssen schneller werden, aber dürfen dadurch auch keine Sicherheitslücke schaffen, während wir unsere Produktion auf Vordermann bringen“, sagte Leibl.

Ohne Austausch und Kooperation geht es auch bei Renk nicht: Das Unternehmen ist bei europäischen Kooperationskonsortien dabei und arbeitet dort gemeinsam an Modellen. „Der Weg ist, sich mit der Spitzenforschung zu vernetzen“, so Leibl.

Wie kommt KI in die Unternehmen?

All das setzt auch lebenslanges Lernen voraus. Hier kommt der Vortrag von Dr. Marietta Menner und Dr. Christian Fischer ins Spiel. Laut Fischer, der bei der IHK Schwaben den Ausbildungsbereich leitet, wird es keine Berufe geben, die nicht von KI tangiert werden. Das bedeutet laut Fischer, dass sich die Aufgaben der Ausbilder mehr zu Coaching und Kompetenzentwicklung verändern. Aber auch, dass Auszubildende und Fachkräfte befähigt werden müssen, KI einsetzen zu können.

So haben IHK Schwaben, HWK für Schwaben und das Center for Future Production ein KI-Zertifikat für Auszubildende entwickelt. „Wir wollen damit in der Ausbildung die Lücke schließen, die in den allgemeinbildenden Schulen noch besteht“, sagte Dr. Marietta Menner, Leiterin des KI-Bildungsprogramms beim Center for Future Production an der Uni Augsburg. Auszubildende lernen hier neben Grundlagen der KI ganz praktisch, wie sie Daten herstellen und wie sie damit KI-Modelle trainieren. Ab November wird die Fortbildung durch den Bereich Robotik erweitert. „Der Mensch muss das Werkzeug KI richtig einsetzen“, sagte Menner.

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