B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Schwaben unter dem Damokles-Schwert? IHK Schwaben
Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
IHK Schwaben

Schwaben unter dem Damokles-Schwert? IHK Schwaben

 Hängt über den fleißigen Schwaben bereits das Damoklesschwert?, Bild: commons.wikimedia.org

Inwieweit gefährdet die aktuelle Energie- und Steuerpolitik bayerisch-schwäbische Arbeitsplätze? Dieser Frage widmeten sich der Präsident der IHK Schwaben Dr. Andreas Kopton sowie IHK-Vizepräsident Dr. Sebastian Priller – und stellten klare Forderungen. Das einhellige Urteil: Die Politik muss umdenken.

„Wie gefährdet sind Arbeitsplätze in Bayerisch-Schwaben durch Energie- und Steuerpolitik?“ – Mit dieser Frage beschäftigen sich der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben Dr. Andreas Kopton und der IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Beirats für Familienunternehmen der IHK Schwaben Dr. Sebastian Priller. Im Fokus der Überlegungen stehen die Themen Energie und Steuern und welche Konsequenzen der aktuelle Stand für den Mittelstand – gerade im gut positionierten bayerischen Schwaben – mit sich bringen könnte.

Ein Wegfall der reduzierten EEG-Umlage hätte fatale Konsequenzen

„Die Industrie- und Handelskammer Schwaben sorgt sich um das Gelingen der Energiewende, die nicht mit einer schleichenden De-Industrialisierung der deutschen Volkswirtschaft erkauft werden darf“, äußert sich IHK-Präsident Kopton. Das Beispiel eines metallverarbeitenden Unternehmens aus Augsburg verdeutliche, wie hoch die Belastung insbesondere für Produktionsunternehmen in Deutschland geworden sei. Der Augsburger Betrieb muss 2013 für die Erhöhung der EEG-Umlage 250.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr bezahlen. Um eine solche Kosten-Erhöhung auszugleichen, müsste das Unternehmen seinen Gesamtumsatz von 40 Mio Euro um 6 Mio. Euro steigern. Derzeit sind in Schwaben 60 Unternehmen mit etwa 21.000 Mitarbeitern von der reduzierten EEG-Umlage betroffen. Bei einem Wegfall der Reduzierung müsste ein stromintensives Unternehmen mit rund 800 GW 42 Mio. Euro anstatt rund 50.000 Euro bezahlen – und könnte mit ausländischer EU-Konkurrenz nicht länger mithalten.

IHK-Präsident Kopton fordert Rückkehr zur Marktwirtschaft auf dem Energiemarkt

„Die bisherigen Strukturen des EEGs können so nicht beibehalten werden“, ist sich Kopton sicher. „Wir fordern die Einführung von marktwirtschaftlichen Prinzipien, um die Kosten der Energiewende in den Griff zu bekommen.“ Nach einer zehnjährigen Subventionierung durch das EEG sollten die Erneuerbaren Energien in der Lage sein, sich beispielsweise im Rahmen der Eigenstromversorgung dem Markt zu stellen. Derzeit subventionieren Stromkunden in Deutschland mit der EEG-Umlage die Erneuerbaren Energien mit über 20 Mrd. Euro jährlich. Mit einer marktwirtschaftlichen Regelung könnte man außerdem dem Beihilferecht der EU gerecht werden.

„An einem einheitlichen EU-Binnenmarkt für den Bereich Strom führt kein Weg vorbei“

Kopton fordert vom deutschen Bundeskanzleramt, dem Wildwuchs der Ausbauziele von Photovoltaik und Windkraft in den Bundesländern Einhalt zu gebieten. „Solange die Speicherung von Strom zu akzeptablen Preisen und den notwendigen Mengen nicht möglich ist, darf ein weiterer Ausbau nur sehr verhalten und nur an Stellen, bei denen beispielsweise Eigenstrom sinnvoll erzeugt werden kann, fortgeführt werden kann“, richtet sich Kopton nach Berlin. „Als eine Volkswirtschaft mitten in Europa macht es zudem keinen Sinn, sich völlig von den Nachbarländern in einer Einzelfrage der Industrialisierung abzukoppeln.“ Der Vorschlag der EU-Kommission, auch den Bau von Kernkraftwerken finanziell zu unterstützen zeige, dass es auch andere Sichtweisen in Europa als die deutsche gebe. „An einem einheitlichen EU-Binnenmarkt für den Bereich Strom führt kein Weg vorbei“, so Kopton.

Geld muss in den Unternehmen bleiben

Der Kurs der deutschen Staatspolitik mit dem Ziel der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ist aus IHK-Sicht richtig – höhere Steuern und Abgaben jedoch nicht gerechtfertigt. Das Geld gehört in die Unternehmen, um ihre Betriebe geschmeidig und zukunftsfähig zu halten, lautet der eindeutige Tenor. In einem Positionspapier hat die IHK Schwaben die Auswirkungen von Spitzensteuersatz, Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer zusammengefasst. Der IHK-Standpunkt richtet sich dabei klar gegen höhere Steuern und Abgaben.

Höhere Steuern beeinträchtigen unternehmerische Innovation und Investition

„Der Staat hat im Moment kein Einnahme-, sondern ein Ausgaben-Problem“, stellt der IHK-Vizepräsident Priller fest. Derzeit befänden sich die deutschen Steuer-Einnahmen auf einem Rekord-Niveau, so der IHK-Vize Priller weiter. Während im vergangenen Jahr noch rund 600 Mrd. Euro Steuergelder in die Staatskasse flossen, werden es 2013 voraussichtlich 615 Mrd. Euro und 2017 sogar über 705 Mrd. Euro sein. Vor diesem Hintergrund seien Steuer-Erhöhungen unnötig. Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes um 7 Prozent würde nach aktuellen Vorstellungen schon Einkommen ab 80.000 Euro betreffen. „Unternehmer wie angestellte müssten mit einer solchen Erhöhung logischerweise den Gürtel enger schnallen, was zu Lasten von Innovation und Investitionen ginge“, beschrieb der IHK-Vizepräsident Priller mögliche Konsequenzen. In Deutschland gerieten durch diese Art von Politik nach offiziellen Kalkulationen rund 1,4 Mio. Arbeitsplätze in Gefahr.

Unternehmerisches Geld liegt nicht auf der Bank

Auch die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer würde Negativ-Konsequenzen mit sich bringen. Überwiegend Unternehmen wären von der Maßnahme betroffen. „Das Vermögen der Unternehmer steckt in ihren Betrieben in Form von Maschinen, Gebäuden und Waren – und nicht auf der Bank“, betonte Priller.

IHK Schwaben engagiert sich gegen Wiedereinführung der Vermögenssteuer

Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Der Beirat für Familienunternehmen hat einen entsprechenden Appell gegen die Wiedereinführung der Vermögenssteuer mit der Unterstützung von derzeit 210 schwäbischen Betrieben mit insgesamt 110.000 Mitarbeitern an alle schwäbischen Abgeordneten versandt. Hans-Heiner Honold, Gesellschafter der Neu-Ulmer Honold Logistik Gruppe mit 1.250 Mitarbeitern: „Gerade wir Familienunternehmer sehen uns als Partner unserer Mitarbeiter und stehen auch in wirtschaftlich schweren Zeiten stets zu unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern.“

Erbschaftssteuer darf Unternehmensnachfolge nicht gefährden

Auch die Erbschaftssteuer birgt Gefahren. Eine Nachfolgeregelung im Familienunternehmen darf nicht an Steuern scheitern, ist Priller überzeugt. „Es geht hier um Arbeitsplätze in den Betrieben, aber auch um die Fortführung von erfolgreichen Geschäftskonzepten und nicht zuletzt um langjährige Traditionen“, so der IHK-Vizepräsident. Priller selbst hat sein Unternehmen, das Brauhaus Riegele Augsburg, erfolgreich an seinen Sohn Sebastian übergeben. Jährlich stehen bayernweit rund 19.000 Unternehmen zur Übergabe an – durch mehr Steuern dürfe der Bestand an Arbeitsplätzen nicht gefährdet werden.

Artikel zum gleichen Thema