Interview mit Sybille Mahnke von UPM

Recruiting: Was sind die Trends?

Bevor ein Kandidat ins Unternehmen einsteigt, steht der Bewerbungsprozess an. Sybille Mahnke, Personalleiterin bei UPM, erzählt, worauf es beim führenden Grafikpapier-Hersteller UPM ankommt.

Frau Mahnke, welche Bewerbung bekommen Sie heute am häufigsten?

Sybille Mahnke: Grundsätzlich würde ich sagen, dass wir überwiegend klassische Bewerbungen erhalten, also mit Anschreiben, Lebenslauf und Anhang. Hin und wieder auch Exoten wie zum Beispiel einen Bewerberflyer. Weckt der Bewerber damit unser Interesse, können wir über eine E-Mail-Adresse oder einen QR-Code eine ausführliche Bewerbung anfordern. Auch eine Initiativbewerbung lohnt sich auf jeden Fall. Ist aktuell keine Stelle vakant, nehmen wir den Bewerber in unseren Bewerberpool auf. Daraus kann durchaus ein Gespräch und mehr entstehen.

Wer geht mittlerweile auf wen zu, die Recruiter auf die Bewerber oder andersherum?

Mahnke: UPM nutzt beide Varianten. Wir versuchen kontinuierlich, unser Netzwerk auszubauen und auf Veranstaltungen wie bei Talente für die Region junge Menschen für uns zu begeistern. Wir bieten Praktika oder Werkstudententätigkeiten an. So schnuppern junge Talente erst einmal in die Papierwelt hinein. Wir freuen uns aber auch über Initiativbewerbungen oder andere Anfragen, die vom Bewerber ausgehen.

Welche Kriterien muss eine Bewerbung erfüllen, damit Sie einen zweiten Blick darauf werfen?

Mahnke: Eine Bewerbung muss neugierig machen. Ich muss sehen, dass der Bewerber sich mit uns auseinandergesetzt hat und in der Bewerbung lesen können, dass ich ihn unbedingt kennenlernen muss. No-Gos wären zum Beispiel eine Bewerbung, die einfach kopiert wurde, keine persönliche Ansprache, viele Schreibfehler oder ein qualitativ schlechtes Bild. All dies muss nicht zwangsweise zum Aussortieren motivieren, hier entscheide ich situationsbedingt. Grundsätzlich würde ich jedem Absolventen ein Bewerbertraining empfehlen, um ungewollte Fehler zu vermeiden oder auch um über aktuelle Bewerbungstrends informiert zu sein.

Was ist Ihrer Meinung nach heute im Bewerbungsprozess anders als noch vor 5 Jahren?

Mahnke: Der Bewerbungsprozess ist heute wesentlich schneller. Durch die Digitalisierung erhalten wir überwiegend Bewerbungen per E-Mail oder über unser Bewerberportal. Die Kontaktaufnahme erfolgt ebenfalls meist per E-Mail. Des Weiteren haben die Firmen früher weniger Stellen extern ausgeschrieben, weil man über gute Kontakte ins Unternehmen gekommen ist. Heute haben sie eher Nachwuchssorgen. Daher ist das Angebot für die Bewerber wesentlich attraktiver geworden. Auch ist die Bewerbung über ein Stellenportal wesentlich einfacher, in dem die Profile gespeichert werden können.

Worauf achten Sie als erstes, wenn der Bewerber beim Vorstellungsgespräch eintritt?

Mahnke: Als erstes achte im immer auf die Ausstrahlung. Freut er sich über das Gespräch, ist er verunsichert oder nervös? Man sieht sofort, wie wichtig ein Bewerber das Gespräch nimmt – Studien besagen, dass es nur eine Zehntelsekunde dauert, um den „ersten Eindruck“ zu bekommen. Das würde ich so auf jeden Fall unterschreiben.

Lässt sich bezüglich der Fachrichtungen ein Muster bei den jungen Talenten erkennen?

Mahnke: Was mir in letzter Zeit auffällt ist, dass die Studenten breiter aufgestellt sind. Meist starten sie in einer Fachrichtung und spezialisieren sich erst im Master. Was vielleicht früher verpönt war als „der weiß nicht was er will“, würde ich heute als flexibel bezeichnen. Lieber im Studium nachkorrigieren als ein Leben lang unglücklich sein!

Das Interview ist im Rahmen des Magazins Talente für die Region Ende 2020 erschienen.

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Frau Mahnke, welche Bewerbung bekommen Sie heute am häufigsten?

Sybille Mahnke: Grundsätzlich würde ich sagen, dass wir überwiegend klassische Bewerbungen erhalten, also mit Anschreiben, Lebenslauf und Anhang. Hin und wieder auch Exoten wie zum Beispiel einen Bewerberflyer. Weckt der Bewerber damit unser Interesse, können wir über eine E-Mail-Adresse oder einen QR-Code eine ausführliche Bewerbung anfordern. Auch eine Initiativbewerbung lohnt sich auf jeden Fall. Ist aktuell keine Stelle vakant, nehmen wir den Bewerber in unseren Bewerberpool auf. Daraus kann durchaus ein Gespräch und mehr entstehen.

Wer geht mittlerweile auf wen zu, die Recruiter auf die Bewerber oder andersherum?

Mahnke: UPM nutzt beide Varianten. Wir versuchen kontinuierlich, unser Netzwerk auszubauen und auf Veranstaltungen wie bei Talente für die Region junge Menschen für uns zu begeistern. Wir bieten Praktika oder Werkstudententätigkeiten an. So schnuppern junge Talente erst einmal in die Papierwelt hinein. Wir freuen uns aber auch über Initiativbewerbungen oder andere Anfragen, die vom Bewerber ausgehen.

Welche Kriterien muss eine Bewerbung erfüllen, damit Sie einen zweiten Blick darauf werfen?

Mahnke: Eine Bewerbung muss neugierig machen. Ich muss sehen, dass der Bewerber sich mit uns auseinandergesetzt hat und in der Bewerbung lesen können, dass ich ihn unbedingt kennenlernen muss. No-Gos wären zum Beispiel eine Bewerbung, die einfach kopiert wurde, keine persönliche Ansprache, viele Schreibfehler oder ein qualitativ schlechtes Bild. All dies muss nicht zwangsweise zum Aussortieren motivieren, hier entscheide ich situationsbedingt. Grundsätzlich würde ich jedem Absolventen ein Bewerbertraining empfehlen, um ungewollte Fehler zu vermeiden oder auch um über aktuelle Bewerbungstrends informiert zu sein.

Was ist Ihrer Meinung nach heute im Bewerbungsprozess anders als noch vor 5 Jahren?

Mahnke: Der Bewerbungsprozess ist heute wesentlich schneller. Durch die Digitalisierung erhalten wir überwiegend Bewerbungen per E-Mail oder über unser Bewerberportal. Die Kontaktaufnahme erfolgt ebenfalls meist per E-Mail. Des Weiteren haben die Firmen früher weniger Stellen extern ausgeschrieben, weil man über gute Kontakte ins Unternehmen gekommen ist. Heute haben sie eher Nachwuchssorgen. Daher ist das Angebot für die Bewerber wesentlich attraktiver geworden. Auch ist die Bewerbung über ein Stellenportal wesentlich einfacher, in dem die Profile gespeichert werden können.

Worauf achten Sie als erstes, wenn der Bewerber beim Vorstellungsgespräch eintritt?

Mahnke: Als erstes achte im immer auf die Ausstrahlung. Freut er sich über das Gespräch, ist er verunsichert oder nervös? Man sieht sofort, wie wichtig ein Bewerber das Gespräch nimmt – Studien besagen, dass es nur eine Zehntelsekunde dauert, um den „ersten Eindruck“ zu bekommen. Das würde ich so auf jeden Fall unterschreiben.

Lässt sich bezüglich der Fachrichtungen ein Muster bei den jungen Talenten erkennen?

Mahnke: Was mir in letzter Zeit auffällt ist, dass die Studenten breiter aufgestellt sind. Meist starten sie in einer Fachrichtung und spezialisieren sich erst im Master. Was vielleicht früher verpönt war als „der weiß nicht was er will“, würde ich heute als flexibel bezeichnen. Lieber im Studium nachkorrigieren als ein Leben lang unglücklich sein!

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