Kernarbeitszeit statt Gleitzeit

Premium AEROTEC Mitarbeiter arbeiten 10.000 Stunden weniger

Kundgebung bei Premium AEROTEC April 2018. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Der Zulieferer für Flugzeugteile will in Augsburg Stellen streichen. Statt mit Streiks reagiert die Gewerkschaft mit Kernarbeitszeiten für eine Woche. Man „vertrage“ sich schließlich noch.

Am 3. April um fünf vor zwölf versammelten sich einige hundert Mitarbeiter von Premium AEROTEC am Werk an der Haunstetter Straße. Kaum Fahnen, vereinzelt sind rote Mützen zu sehen. Ans Rednerpult tritt Sebastian Kunzendorf, Betriebsratsvorsitzender PAG Augsburg. Fast eine halbe Stunde spricht er. Seine Botschaft: Wir werden kämpfen.

Airbus will tausende Stellen weltweit abbauen

Wofür wurde von ein paar Wochen bekannt. Airbus kündigte an, weltweit Stellen zu streichen. Davon betroffen ist auch die Tochter Premium AEROTEC. Bis zu 500 Stellen sollen es sein, die wegfallen. So zumindest die Gewerkschaft. Das Unternehmen bestätigte die Zahlen nicht. Fest steht, dass 300 Leiharbeiter das Unternehmen verlassen werden. Michael Leppeck, Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall, sprach von weiteren 150 bis 200 Zeitarbeitern. Weltweit sind es 3.700 Stellen, die Airbus streichen möchte.

Kundgebung bei Premium AEROTEC gegen den Stellenabbau

IG Metall: Fremdvergabe stoppen

 Die IG Metall möchte dies nicht hinnehmen. Mit der Aktion nach Ostern soll ein erstes Signal an die Arbeitgeber gesendet werden. Die Gewerkschaft fordert, statt Outsourcing wieder Insourcing zu betreiben, also extern vergebene Aufgaben zurück an den Standort zu holen. Ein Aus für Fremdvergaben würde den Standort in Augsburg zukunftsfähig machen, so die Überzeugung. Dazu gehöre zudem, die Flächenkapazitäten „clever“ zu nutzen, wie Kunzendorf erklärte.

Nur Kernarbeitszeiten

Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, will die IG Metall jedoch nicht streiken – vorerst. Das verkündete Roberto Amellini, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg. Stattdessen forderte er die Anwesenden auf, heute und in den nächsten Tagen nur zu den Kernarbeitszeiten zu arbeiten und keinen zusätzlichen Schichten am Wochenende zuzustimmen. Er rechnete vor: Bei rund 2.000 Beschäftigten, die täglich ein bis zwei Stunden länger arbeiteten, mache das einen fünfstelligen Betrag an Stunden aus. So könnten in der laufenden Woche rund 10.000 Abreitstunden wegfallen.

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