Polizeipräsidium Schwaben Nord

Polizeipräsidium Augsburg: Ein Blick hinter schwedische Gardinen

Augsburg Open gewährt einen Einblick in das Polizeipräsidium Schwaben Nord. Foto: B4B SCHWABEN

Mit Bildergalerie: Im Rahmen der Augsburg Open warf B4B SCHWABEN einen Blick hinter die Kulissen vom Polizeipräsidium Schwaben Nord. Dort gab es zahlreiche „kriminelle“ Anekdoten und ein mulmiges Gefühl hinter Gittern.

Hier können Sie einen Rundgang durch das Polizeipräsidium machen.

Am vergangenen Freitag lud Augsburg Open zu einem Besuch im Polizeipräsidium Schwaben Nord in Göggingen ein. Den ganzen Tag über wartete auf die Besucher einen interessante Führung durch den Gefängnistrakt im Keller des Präsidiums. Manfred Gottschalk führte die Besucher bereits im beeindruckenden Foyer in die Fakten des Polizeipräsidiums ein. Im Foyer ist ein überdimensionaler Fingerabdruck abgebildet. „Der Fingerabdruck zeigt, worum es hier eigentlich geht. Um Täteridentifikation und Vorbeugung krimineller Handlungen“, erklärt Gottschalk. „Wem dieser Fingerabdruck allerdings gehört, darum ranken sich viele Geschichten.“

Fast 2.000 Mitarbeiter im Präsidium

Seit 1998 ist im Gebäudekomplex in der Gögginger Straße das Polizeipräsidium Schwaben Nord untergebracht. Auch die Kriminalpolizei, die Polizeiinspektion Süd wie auch die Polizeiinspektion Ergänzungsdienste, das Schubwesen und die mobile Wache sind dort untergebracht. 1.600 Polizeibeamte und 210 Angestellte haben dort ihren Arbeitsplatz. 150 Zivil- und Streifenwagen sorgen für einen reibungslosen Dienstablauf für die Polizeibeamten.

20 Gefängniszellen sorgen für Sicherheit in Augsburg

Das Schubwesen wird von Gottschalk näher erläutert. Dafür führte er die Besucher in den berüchtigten Keller des Polizeipräsidiums. Denn dort sind 20 Haftzellen untergebracht. Überall im Polizeipräsidium sorgen Kameras für eine Dauerüberwachung, auch in Zellenbereich. Hier geht es oft etwas wilder zu. Zu „Besuch“ sind in diesem Teil des Gebäudes nicht nur betrunkene Nachtgäste, sondern auch Personen, bei denen eine Fluchtgefahr, eine Verdunkelungsgefahr (Unterschlagung von Beweismitteln) oder auch eine besondere Schwere der Tat besteht.

Insassen warten auf Haftbefehl

Allerdings werden die Zellen nicht für eine Untersuchungshaft verwendet. Hier kommen ausschließlich Häftlinge rein, die maximal bis Ende des Folgetages nach Verhaftung einsitzen und gegen die eine Haftanzeige gestellt wird. Sobald dieser vorliegt, wird der Gefangene einem Richter vorgeführt. Unter der Woche geschieht dies im Gericht selbst, an Wochenenden und Feiertagen wird der Haftbefehl von einem Jourrichter (Untersuchungsrichter) direkt im Präsidium ausgesprochen.

Keine Luxusausstattung für die Insassen

Die Zellen selbst sind ernüchternd leer. Lediglich eine Matratze auf einem Vorsprung und eine Toilettenschüssel aus Stahl befinden sich hinter den Gittern der Zelle. Vor den Gittern gibt es noch ein kleines Waschbecken. Pro Zelle ist nur ein Insasse erlaubt, doch es gab auch schon Ausnahmen. „Damals beim Zweitliga-Spiel FC Augsburg gegen 1860 gab es so viele randalierende Gegenfans vor dem Spiel, dass wir alle 70 Fans bis zum Ende des Spiels in unsere Zellen eingeladen haben“, schmunzelte Gottschalk. „Natürlich auf Kosten des Hauses, aber ohne Frühstück“, fügte er hinzu.

Hotelpreise für Insassen

Frühstück gibt es für die Insassen, die über Nacht bleiben, generell nicht. Lediglich die Gefangenen, die auf einen Haftbefehl warten und bis Ende des Folgetages bleiben, erhalten „ ein Butterbrot zum Frühstück und zum Abend und mittags das Essen aus der JVA“, weiß Gottschalk. Eine Nacht in der Zelle kostet übrigens 48 Euro. „Und nochmal 25, wenn sich der Insasse seinen feuchtfröhlichen Abend nochmal durch den Kopf gehen lässt“, so Manfred Gottschalk.

Hier können Sie einen Rundgang durch das Polizeipräsidium machen.

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Am vergangenen Freitag lud Augsburg Open zu einem Besuch im Polizeipräsidium Schwaben Nord in Göggingen ein. Den ganzen Tag über wartete auf die Besucher einen interessante Führung durch den Gefängnistrakt im Keller des Präsidiums. Manfred Gottschalk führte die Besucher bereits im beeindruckenden Foyer in die Fakten des Polizeipräsidiums ein. Im Foyer ist ein überdimensionaler Fingerabdruck abgebildet. „Der Fingerabdruck zeigt, worum es hier eigentlich geht. Um Täteridentifikation und Vorbeugung krimineller Handlungen“, erklärt Gottschalk. „Wem dieser Fingerabdruck allerdings gehört, darum ranken sich viele Geschichten.“

Fast 2.000 Mitarbeiter im Präsidium

Seit 1998 ist im Gebäudekomplex in der Gögginger Straße das Polizeipräsidium Schwaben Nord untergebracht. Auch die Kriminalpolizei, die Polizeiinspektion Süd wie auch die Polizeiinspektion Ergänzungsdienste, das Schubwesen und die mobile Wache sind dort untergebracht. 1.600 Polizeibeamte und 210 Angestellte haben dort ihren Arbeitsplatz. 150 Zivil- und Streifenwagen sorgen für einen reibungslosen Dienstablauf für die Polizeibeamten.

20 Gefängniszellen sorgen für Sicherheit in Augsburg

Das Schubwesen wird von Gottschalk näher erläutert. Dafür führte er die Besucher in den berüchtigten Keller des Polizeipräsidiums. Denn dort sind 20 Haftzellen untergebracht. Überall im Polizeipräsidium sorgen Kameras für eine Dauerüberwachung, auch in Zellenbereich. Hier geht es oft etwas wilder zu. Zu „Besuch“ sind in diesem Teil des Gebäudes nicht nur betrunkene Nachtgäste, sondern auch Personen, bei denen eine Fluchtgefahr, eine Verdunkelungsgefahr (Unterschlagung von Beweismitteln) oder auch eine besondere Schwere der Tat besteht.

Insassen warten auf Haftbefehl

Allerdings werden die Zellen nicht für eine Untersuchungshaft verwendet. Hier kommen ausschließlich Häftlinge rein, die maximal bis Ende des Folgetages nach Verhaftung einsitzen und gegen die eine Haftanzeige gestellt wird. Sobald dieser vorliegt, wird der Gefangene einem Richter vorgeführt. Unter der Woche geschieht dies im Gericht selbst, an Wochenenden und Feiertagen wird der Haftbefehl von einem Jourrichter (Untersuchungsrichter) direkt im Präsidium ausgesprochen.

Keine Luxusausstattung für die Insassen

Die Zellen selbst sind ernüchternd leer. Lediglich eine Matratze auf einem Vorsprung und eine Toilettenschüssel aus Stahl befinden sich hinter den Gittern der Zelle. Vor den Gittern gibt es noch ein kleines Waschbecken. Pro Zelle ist nur ein Insasse erlaubt, doch es gab auch schon Ausnahmen. „Damals beim Zweitliga-Spiel FC Augsburg gegen 1860 gab es so viele randalierende Gegenfans vor dem Spiel, dass wir alle 70 Fans bis zum Ende des Spiels in unsere Zellen eingeladen haben“, schmunzelte Gottschalk. „Natürlich auf Kosten des Hauses, aber ohne Frühstück“, fügte er hinzu.

Hotelpreise für Insassen

Frühstück gibt es für die Insassen, die über Nacht bleiben, generell nicht. Lediglich die Gefangenen, die auf einen Haftbefehl warten und bis Ende des Folgetages bleiben, erhalten „ ein Butterbrot zum Frühstück und zum Abend und mittags das Essen aus der JVA“, weiß Gottschalk. Eine Nacht in der Zelle kostet übrigens 48 Euro. „Und nochmal 25, wenn sich der Insasse seinen feuchtfröhlichen Abend nochmal durch den Kopf gehen lässt“, so Manfred Gottschalk.

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