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Vor knapp einem Jahr war der Verkauf des Osram-Werks in Schwabmünchen gescheitert und damit stand die Schließung zum 31. Dezember 2027 fest. Jetzt kommt die Wende, zumindest für einen Teil des Standorts: Die Ams-Osram AG hat eine Vereinbarung über den Verkauf des Metallbereichs an das US-Unternehmen The Elmet Group (TEG) unterzeichnet. Das teilte der Konzern am Dienstag mit.
The Elmet Group mit Sitz in Portland im US-Bundesstaat Maine ist Spezialistin für Refraktärmetalle – hochtemperaturbeständige Spezialwerkstoffe wie Wolfram und Molybdän. Das Unternehmen ist seit April 2026 an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert und produziert bislang in Maine, Ohio und Michigan. Schwabmünchen wäre der erste Produktionsstandort der Amerikaner in der Europäischen Union. Zum Vergleich: 2025 war ams-Osram unter anderem mit der Wolfram Industrie über einen Verkauf im Gespräch – ohne Erfolg. Verkauft wird der Metallbereich einschließlich der dort beschäftigten Mitarbeitenden, der unterstützenden Funktionen und des Maschinenparks.
Nach Angaben von Ams-Osram bleibt durch den Verkauf voraussichtlich eine dreistellige Anzahl von Arbeitsplätzen vor Ort erhalten. Zur Erinnerung: Von der angekündigten Schließung waren 270 Mitarbeitende betroffen, rund 60 von ihnen sollten ein Angebot für eine Stelle in Regensburg erhalten.
The Elmet Group will die bestehende Führungsmannschaft und das Team übernehmen und hat Investitionen in Belegschaft, Maschinen, Kapazitäten und Qualitätssysteme in Aussicht gestellt. Auch die Produktpalette soll erweitert werden. Mit Betriebsrat, IG Metall und der Region wolle man zusammenarbeiten, heißt es in der Mitteilung der Amerikaner.
An den Plänen vom Oktober 2025 ändert sich nichts: Produktion sowie Forschung und Entwicklung der LED-Leuchtstoffaktivitäten sollen bis Ende 2027 in das bestehende Werk nach Regensburg verlagert werden. Die Vereinbarung mit The Elmet Group betrifft ausschließlich den Metallbereich.
Am Standort Schwabmünchen werden seit 1961 Wolfram- und Molybdänwerkstoffe gefertigt – auf rund 26.800 Quadratmetern Produktionsfläche und mit mehr als 3.500 Produkten, von Metallpulvern über Drähte und Elektroden bis zu spritzgegossenen Bauteilen. 2024 wurde das Werk in der Kategorie „Smart Digitalization" mit dem Industrie-4.0-Award ausgezeichnet.
Der Abschluss der Transaktion wird laut Ams-Osram im vierten Quartal 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Zustimmungen. Bis dahin bleibt der Metallbereich Teil des Konzerns. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.