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OSRAM: 2. Kündigungswelle fordert 400 Arbeitsplätze in Augsburg
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IG Metall Augsburg

OSRAM: 2. Kündigungswelle fordert 400 Arbeitsplätze in Augsburg

 Der Augsburger Standort der Osram Licht AG, Foto: B4B SCHWABEN

Jetzt steht es endgültig fest: Weitere 400 Arbeitsplätze im Augsburger Werk werden abgebaut. Sie sind Teil der zweiten Kündigungswelle PUSH II bei OSRAM. Deutschlandweit betrifft es 1.700 Stellen. Auch das Werk in Schwabmünchen ist betroffen.

von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

Am 18. September 2014 gab die Geschäftsführung von OSRAM bekannt, wie die zweite Phase des umfangreichen Stellenabbaus bei OSRAM aussieht. PUSH II, so der Name des Sanierungsprojekts, kostet weltweit 7.800 Arbeitsplätze, in Deutschland davon 1.700. In Augsburg gehen die meisten Arbeitsplätze verloren. Von 894 Mitarbeitern  in der Produktion müssen bis 2017 genau 376 ihre Schreibtische räumen. Beinahe die Hälfte der fest angestellten Mitarbeiter sind davon betroffen. Die Arbeitnehmervertreter rechnen mit einen weitaus höheren Zahl, denn Leiharbeiter sind hier noch nicht berücksichtigt. Weitere 8 Arbeitsplätze werden in dem Bereich Global Shared Services abgebaut.

Mitarbeiter wehren sich gegen umfangreiche Einschneidungen

Hinzu kommen deutschlandweit nochmals 330 Arbeitsplätze, die künftig wegfallen. Welche Werke mit welcher Zahl betroffen sind, gab die Geschäftsführung bislang jedoch noch nicht bekannt, obwohl die Zahlen bereits vorliegen sollen. Als die Beschäftigten über die Zahlen am Vormittag informiert wurden, herrschte gedrückte Stimmung. Die Betroffenheit und Verwunderung war nach Angaben der Arbeitnehmervertreter nicht zu übersehen. Um den frustrierten Mitarbeitern eine Plattform für ihre Kritik zu bieten, wurde für den 22. September eine Demonstration und Kundgebung vor dem Augsburger OSRAM-Werk organisiert. An diesem Tag tagt der Aufsichtsrat der OSRAM Licht AG in Augsburg.

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Zukunft des Augsburger Werks gefährdet

Seit 2008 wurden rund 800 Mitarbeiter am Standort in Augsburg entlassen. Die noch verbleibenden Mitarbeiter fragen sich nun, wie es mit ihrer beruflichen Zukunft weitergeht. Ob der Standort nun ausblutet, wird bei der Bekanntgabe der Entlassungszahlen gefragt. Doch Michael Knuth, Sprecher der IG Metall Bayern, kann vorsichtig entwarnen. „Der Standort Augsburg ist akut gefährdet, aber die Arbeitnehmer geben sich noch nicht auf. OSRAM ist immer noch ein gesundes Unternehmen, dass aber dringend den Mut haben sollte, in neue Technologien zu investieren“, so Knuth.

China gefährdet deutschen Markt für Leuchtmittel

Sicher ist: Dem Lichtgeschäft geht es nicht gut. Die Nachfrage nach klassischen Leuchtmitteln sinkt von Jahr zu Jahr, der Umstieg auf LEDs fällt schwer. Denn die Produktionskosten für LED-basierte Leuchtmittel sind noch zu teuer, um sie massenweise absetzen zu können. Doch die Probleme kennt nicht nur OSRAM, auch die Mitspieler auf dem Lichtmarkt, Philips und General Electric kämpfen mit den Umstellungen im Lichtgeschäft. Hinzu kommt der größte Konkurrent, der mit seinen günstigen Produkten den heimischen Markt überschwemmt.

Geschäftsführer sehen keine Alternativen

Die aktuelle Kündigungswelle PUSH II soll 2017 abgeschlossen sein. Wie es danach weitergeht, weiß keiner. Die Geschäftsführung selbst hatte bei der Mitarbeiterversammlung selbst keine Antwort auf diese Frage parat. Für sie gebe es auf jeden Fall – das stehe laut Geschäftsführung fest – keine Alternativen zum umfangreichen Stellenabbau. Die Arbeitnehmervertreter sind anderer Meinung. Die Mitarbeiter hätten schon 2008/2009 und 2012 bewiesen, dass es sehr wohl Alternativen zum Stellenabbau im großen Stil gebe. Die Frage sei laut IG Metall nur, ob Alternativen überhaupt gewollt seien?

Mut für Investitionen fehlt

Die Mitarbeiter hingegen kämpfen weiter – für den Standort und ihren Arbeitsplatz. Sie bringen weiter ihre Ideen für neue Lösungen an die Geschäftsführung an. Beispielsweise die Idee des sogenannten Substitubes, einer Röhre, gefüllt mit LED’s, die vielversprechend ist. Firmeninterne Techniker schätzen das Investitionsvolumen auf lediglich 2 bis 3 Millionen Euro. Nur der Mut für diese Investitionen fehle, beschweren sich die Arbeitnehmervertreter. Hingegen hat OSRAM bislang für die Kündigungswellen PUSH I und PUSH II über eine Milliarde Euro gekostet. Diese Geld sollte besser in neue Technologien investiert werden, um die Zukunft der OSRAM-Werke langfristig sichern zu können. 

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