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Die Lage in der Gastronomie ist angespannt. Während viele Gastronomen auch in Augsburg mit hohen Kosten, Personalmangel und zurückhaltenden Gästen zu tun haben, macht ein Augsburger Gastronom einen großen Schritt: Ab Oktober übernimmt Tobias Emminger das Abraxas, das Drei Königinnen und die ehemalige Blaue Kappe.
Seit 2019 betreibt Emminger das Restaurant Ofenhaus im Gaswerk. „Ich habe Spaß daran, sowas zu machen und will mich nicht von schlechten Bedingungen kleinreden lassen“, sagt Emminger. Er versuche immer ein gutes Umfeld für seine Gäste und seine Mitarbeitenden zu schaffen. Probleme, Mitarbeitende zu finden, habe er nicht.
„Augsburg ist meine Heimat. Deshalb freut es mich besonders, mit diesen drei Standorten einen Beitrag zum lebendigen Miteinander unserer Stadt leisten zu dürfen“, sagt Emminger. Welche Küchen er in seinen drei neuen Restaurants anbieten will, hat Emminger noch nicht mitgeteilt. Eines scheint ihnen aber gemeinsam zu sein: Sie sollen Orte für Begegnungen, Gespräche, Musik und gutes Essen sein. Und ihr eigener Charakter soll jeweils erhalten bleiben. „Ich möchte nicht alles neu erfinden. Ich möchte zuhören, verstehen, was diese Orte ausmacht, und ihnen Raum geben, sich weiterzuentwickeln“, sagt Emminger.
Auch die gewachsenen gastronomischen Partnerschaften sollen ihren Platz behalten. Emminger will, dass sich die unterschiedlichen Traditionen, Produkte und Handschriften ergänzen und so Teil einer vielfältigen Augsburger Gastronomiekultur sind.
Das Abraxas soll einen neuen Namen bekommen aber auch unter Emmingers Führung ein Ort für Kultur und Theater sein. „Das Abraxas ist ein besonderer Ort in dieser Stadt. Unser Ziel ist es, eine Gastronomie zu gestalten, die einlädt – wo sich jeder willkommen fühlt, egal ob mit oder ohne Programm“, sagt Emminger.
Das Restaurant soll sowohl vor und nach Veranstaltungen als auch für spontane Besuche einladen.
Ebenfalls einen neuen Namen bekommt die „Blaue Kappe“. Seit Anfang des Jahres stand das Restaurant an der Ecke Volkhartstraße und Klinkertorstraße leer. Emmingers neues Restaurant dort soll „Marie – am Klinkertor“ heißen.
Ein Name, der sich auf ein Stück Augsburger (Brau-)Geschichte bezieht. Genauer gesagt auf Marie Hausbrendel, wie Leopold Schwarz erklärt, Verpächter des Hauses und Inhaber der Brauerei Schwarzbräu. „Der Name Marie am Klinkertor bezieht sich auf die Tochter des Brauereibesitzers Fritz Hausbrendel, der bis in die vierziger Jahre seine Brauerei am Jakobsplatz in der Jakobervorstadt hatte. Sie heiratete in den 20-er Jahren den Brauer Konrad Schwarz aus Zusmarshausen“, sagt Schwarz. Schwarzbräu hat ihren Namen den Augsburgern schon vor einigen Jahren wieder ins Gedächtnis gerufen: Mit einem Bier namens „Marie Hausbrendel“. „Wir freuen uns, mit Tobias Emminger einen neuen Partner für unser Objekt am Klinkertor gefunden zu haben“, sagt Schwarz.
Emminger will mit seinem neuen Restaurant Gewachsenes behutsam weiterentwickeln. „Ich mag den Gedanken, dass ein Ort seine Geschichte behalten und sich trotzdem neu anfühlen darf“, sagt er. „Marie soll genau diese Verbindung sein: vertraut und neu, persönlich und offen, mit Charakter – und mit Freude.“
Auch das Drei Königinnen in der Nähe der Fuggerei steht ab Oktober unter der Leitung von Emminger. „Drei Königinnen bleibt Drei Königinnen“, lautet die Überschrift von Emmingers Mitteilung dazu.
Der Name bleibt, genauso wie das bestehende Konzept. „Das Drei Königinnen hat einen Charakter, der in Augsburg sehr geschätzt wird“, sagt Emminger. „Genau das soll bleiben. Uns geht es darum, Verlässlichkeit zu bieten und dafür zu sorgen, dass man auch in Zukunft gerne hierherkommt.“