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Cyberangriffe sind für viele Unternehmen in Bayerisch-Schwaben Teil des Wirtschaftsalltags. Laut Digital-Report 2026 der IHK Schwaben waren 26 Prozent der befragten Betriebe innerhalb von zwölf Monaten betroffen. Bei der vorherigen Befragung lag der Anteil noch bei 15 Prozent.
Gleichzeitig verändert Künstliche Intelligenz die Bedrohungslage. Angriffe können dadurch schneller und automatisierter ablaufen. Auch lassen sie sich schwerer erkennen. Aktuelle Sicherheitslücken in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP zeigen, wie wichtig ein kontinuierlicher Schutz der IT-Systeme ist.
Besonders deutlich wird der Einfluss von KI bei digitalen Täuschungsversuchen. Im Dienstleistungssektor entfielen laut IHK-Befragung 78 Prozent der gemeldeten Cyberangriffe auf KI-gestütztes Phishing oder Social Engineering.
Dabei versuchen Angreifer, Menschen mit gefälschten Nachrichten oder manipulierter Kommunikation zur Preisgabe vertraulicher Informationen zu bewegen. Auch sogenannte Deepfakes gewinnen an Bedeutung. 16 Prozent der befragten Unternehmen sind im beruflichen Umfeld bereits mit täuschend echt wirkenden, KI-generierten oder manipulierten Bildern, Stimmen oder Videos in Berührung gekommen.
Der aktuelle PHP-Vorfall verdeutlicht, dass digitale Gefahren nicht allein von der IT-Ausstattung eines Unternehmens abhängen. Sicherheitslücken in weitverbreiteter Software können zahlreiche Betreiber von Websites und Onlineshops gleichzeitig betreffen.
Anna Kilger, Abteilungsleiterin Industrie und Innovation der IHK Schwaben, warnt vor diesen Lücken. „Selbst gut abgesicherte Systeme sind vor neu entdeckten Schwachstellen nicht grundsätzlich geschützt. Bereits vorsorgliche Maßnahmen wie Sicherheitsupdates oder zeitweilige Abschaltungen können den Geschäftsbetrieb beeinflussen“, so Kilger.
Die Ergebnisse des Digital-Reports zeigen, dass sich die Unternehmen intensiv mit dem Schutz ihrer IT beschäftigen. Für 74 Prozent der Befragten hat IT-Sicherheit einen mittleren oder hohen Stellenwert. Besonders häufig setzen die Betriebe auf technische Schutzmaßnahmen. 79 Prozent der Befragten nutzen solche Maßnahmen. Zudem schulen 55 Prozent ihre Mitarbeitenden. „Neue Sicherheitslücken können auch Unternehmen treffen, die ihre IT sorgfältig absichern“, warnt Kilger weiter. KI sorge dafür, dass das Tempo und die Möglichkeiten für die Angriffe konstant steigen. Absolute Sicherheit schließt Kilger aus. Stattdessen sei entscheidend, mit neuen Risiken umgehen zu können und den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.
Künstliche Intelligenz bietet nicht nur Angreifern neue Möglichkeiten. Sie kann Unternehmen auch dabei helfen, Bedrohungen zu erkennen und ihre Systeme zu schützen. Laut Digital-Report setzen bereits 26 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen, entsprechende Anwendungen im Bereich der IT-Sicherheit ein.
Die wirtschaftlichen Folgen von Cyberangriffen zeigen sich auch bei Betriebsabläufen und Produktivität. 30 Prozent der betroffenen Unternehmen berichteten von Betriebsunterbrechungen oder Produktivitätsverlusten. Für die IHK Schwaben ist IT-Sicherheit deshalb nicht mehr nur eine technische Aufgabe. Sie ist auch eine wichtige Voraussetzung für funktionierende Geschäftsprozesse und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.
Für mehr Sicherheit bei Mitarbeitenden bietet die IHK Schwaben entsprechende Unterstützungsangebote an. Den kostenfreien Cyber-Security-Awareness-Test haben laut IHK bislang 556 Unternehmen mit insgesamt mehr als 13.000 Beschäftigten genutzt. Mit dem Online-Test können Betriebe das Sicherheitsbewusstsein ihrer Mitarbeitenden überprüfen und gezielt verbessern. Neben einem Grund- und einem Vertiefungstest bietet die IHK inzwischen auch einen speziellen Fokustest an. Dieser behandelt neue Bedrohungen wie KI-gestützte Angriffe und Social Engineering. Ergänzend stellt die IHK Schwaben Informationsmaterialien und Erklärvideos bereit. Zudem bietet sie kostenlose Webinare zur Cybersicherheit an.