Weiteres Vorgehen

Nach Gerichtsurteil: So kämpft Augsburg um die Marktsonntage

Der Marktsonntag und das Turamichele-Fest holten 2016 Tausende Besucher nach Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die innerstädtischen Marktsonntage in Augsburg wurden gerichtlich verboten. Was nun geplant ist.

Derzeit haben die innerstädtischen Marktsonntage in Augsburg keine rechtliche Grundlage. Denn laut Gericht braucht es einen konkreten Anlass, der auch am Sonntag ein erhöhtes Versorgungsbedürfnis der Bürger bestätigt. Marktsonntage dürfen dabei nicht zum Selbstzweck werden.

Keine rechtlichen Schritte geplant

Rechtliche Mittel einzusetzen, um die Marktsonntage doch noch durchzusetzen, mache laut Augsburger Zweiter Bürgermeisterin Eva Weber deshalb keinen Sinn. Die Rechtsgrundlage sei zu eindeutig, die Chancen auf Erfolg dementsprechend gering. „Trotzdem wollen wir die Flinte nicht ins Korn werfen“, so Weber.

Künftig mehr Marktsonntage in Augsburger Stadtteilen?

In den Augsburger Stadtteilen Lechhausen und Oberhausen dürfen die Marktsonntage weiterhin stattfinden. In Lechhausen ist die Kirchweih der Anlas, in Oberhausen der Plärrer. Das Turamichele-Fest in der Innenstadt musste jedoch im vergangenen Herbst erstmalig ohne Marktsonntag stattfinden. Denn laut Gericht sei dieser Anlass nicht stark genug, um Grundlage für einen Shopping-Sonntag zu sein. Groß gefeiert werden soll das Turamichele-Fest trotzdem weiterhin. So soll es mit zahlreichen Aktionen als Familienfest gestärkt werden. Was die verkaufsoffenen Sonntage angeht, ist denkbar, sie auf andere Augsburger Stadtteile wie beispielsweise Göggingen auszuweiten. Wichtig ist jedoch immer, dass ein bestimmter Anlass gegeben ist.

Ungleiche Regeln

Auch im Augsburger Umland gibt es zahlreiche Städte, die Marktsonntage weiterhin veranstalten dürfen. Dazu gehören beispielsweise Friedberg, Gersthofen und Meitingen, aber auch andere Städte in Bayerisch-Schwaben wie Kempten oder Nördlingen. Der Grund: In diesen Städten wurde, anders als in Augsburg, noch nicht gegen die verkaufsoffenen Sonntage geklagt. „Natürlich ist es ein Ungleichgewicht, welches auch zu Wettbewerbsverzerrung führt. Hier wünschte ich mir eine Gleichbehandlung. Ein Verbot für verkaufsoffene Sonntage kann ich, gerade in der Zeit des boomenden Onlineshoppings, nicht nachvollziehen – hier wiederhole ich mich gerne. Vor einigen Jahren wurden vehement diese verkaufsoffenen Sonntage gefordert und hier in Augsburg auch erfolgreich umgesetzt. Jede Stadt und Kommune sollte die Möglichkeit haben, Sonderverkaufstage anzubieten. Ob sie davon Gebrauch machen oder nicht, sei mal dahin gestellt“, erklärte Heinz Stinglwagner, Geschäftsführer der City Initiative Augsburg, bereits im November gegenüber unserer Redaktion.

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