350 Jobs gerettet

Nach der Schließung: Fujitsu plant neuen Standort in Augsburg

Der Werkseingang von Fujitsu in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Verhandlungen um einen Interessensausgleich und Sozialplan für die Beschäftigten des Augsburger Fujitsu-Standorts sind abgeschlossen. Ein Teil der Mitarbeiter soll in einem neuen Standort unterkommen, der im Wirtschaftsraum Augsburg aufgebaut wird.

Das Fujitsu-Werk Augsburg wird bis September 2020 komplett geschlossen. Wie es für die betroffenen Beschäftigten weitergeht, war bislang unklar. Nun wurden die Verhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter über die Transformation des Unternehmens erfolgreich abgeschlossen. Der Schritt war zur Umsetzung der globalen Strategie des Konzerns nötig.

Keine Produktion am neuen Standort

Unter anderem soll ein neuer Standort im Wirtschaftsraum Augsburg aufgebaut werden. Dort sollen rund 350 Mitarbeiter des alten Werks weiterbeschäftigt werden. In der neuen Niederlassung werde es keine Produktion geben. Es heißt, hier werden Bereiche wie Verwaltung und technischer Support untergebracht. Vonseiten Fujitsu werden juristische Gründe für den Schritt zur neuen Niederlassung angegeben. Die Niederlassung ist Teil der neuen Ausrichtung des Unternehmens in der Region Central Europe (Deutschland, Österreich und der Schweiz).

Restrukturierung in mehreren Wellen

In den Verhandlungen wurde final beschlossen, dass der Bereich Product Supply Operations (PSO) aufgelöst, der Betrieb Augsburg stillgelegt und der Standort Augsburg geschlossen wird. Zu PSO zählen die Produktentwicklung, die Produktion sowie die Logistik. Zusätzlich erfolgen weitere Restrukturierungs-Maßnahmen in anderen Bereichen und Standorten in Deutschland um die Organisation zu optimieren. Die Personal-Restrukturierung betrifft bundesweit insgesamt rund 1.450 Mitarbeiter, hauptsächlich am Standort Augsburg und im Bereich PSO. Der Prozess soll in mehreren Wellen stattfinden, beginnend im September 2019 und endend im September 2020.

Transfergesellschaft soll die Mitarbeiter aufnehmen

Der Personalabbau soll vorrangig durch einvernehmliche Vertragsbeendigungen wie Altersteilzeitregelungen erfolgen. Außerdem haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes gibt es Abfindungsleistungen nach den Regelungen des vereinbarten Sozialplans. Ab dem 30. April wollen Unternehmen und Betriebsräte gemeinsam Informationsveranstaltungen für die Beschäftigten durchführen, um die Rahmenbedingungen und den Sozialplan im Detail zu erläutern.

„Zahlreiche Unterstützungsangebote aus der Region“

„Unser Dank gilt insbesondere den Arbeitnehmervertretern für faire und konstruktive Verhandlungen im Sinne der Beschäftigten. Zudem haben wir zahlreiche Unterstützungsangebote durch die Politik, Verbände, die Agentur für Arbeit, andere Unternehmen aus der Region sowie die Augsburger Allianz für Arbeit erhalten, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den betroffenen Bereichen den Wechsel zu neuen Jobs zu erleichtern. Die daraus resultierenden Möglichkeiten werden wir als Unternehmen selbstverständlich unterstützen“, beschreibt Uwe Romppel, Head of Product Supply Operations und Leiter des Standorts Augsburg, das Ende der Verhandlungen.

Interesse von anderen Unternehmen

Außerdem haben bereits mehrere Unternehmen Interesse an den Fujitsu-Mitarbeitern bekundet. Es sei denkbar, dass ganze Abteilungen in neue Unternehmen wechseln. Details seien dazu aber nicht bekannt. Zusätzlich will Fujitsu Jobbörsen veranstalten, um die betroffenen Mitarbeiter mit interessierten Arbeitgebern zusammenzubringen.

„Ein wichtiger Schritt, um Klarheit zu schaffen“

Rupert Lehner, Head of Central Europe and EMEIA Products, erklärt: „Mit dem nun beschlossenen Interessenausgleich und Sozialplan ist ein wichtiger Schritt erreicht, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Klarheit zu verschaffen. Die mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarten Regelungen sind Beleg dafür, dass Fujitsu den schmerzhaften – aber angesichts der Marktbedingungen erforderlichen – Wandel des Unternehmens so sozialverträglich wie möglich gestaltet.“

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Transfergesellschaft soll die Mitarbeiter aufnehmen

Der Personalabbau soll vorrangig durch einvernehmliche Vertragsbeendigungen wie Altersteilzeitregelungen erfolgen. Außerdem haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes gibt es Abfindungsleistungen nach den Regelungen des vereinbarten Sozialplans. Ab dem 30. April wollen Unternehmen und Betriebsräte gemeinsam Informationsveranstaltungen für die Beschäftigten durchführen, um die Rahmenbedingungen und den Sozialplan im Detail zu erläutern.

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Rupert Lehner, Head of Central Europe and EMEIA Products, erklärt: „Mit dem nun beschlossenen Interessenausgleich und Sozialplan ist ein wichtiger Schritt erreicht, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Klarheit zu verschaffen. Die mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarten Regelungen sind Beleg dafür, dass Fujitsu den schmerzhaften – aber angesichts der Marktbedingungen erforderlichen – Wandel des Unternehmens so sozialverträglich wie möglich gestaltet.“

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