HypoVereinsbank und KfW-Analyse

Mittelstand in Schwaben schöpft Digitalisierungspotenzial nicht aus

Nur jeder fünfte Mittelständler im Regierungsbezirk Schwaben investierte 2016 in Digitalisierung. Ein Fehler und verschenktes Potenzial.

Insgesamt betrugen die Digitalisierungsausgaben im Regierungsbezirk-Schwaben 2016 etwa 325 Millionen Euro. Das entspricht nur rund einem Zwölftel der rund 3.900 Milliarden Euro Neuinvestitionen in Bauten und Anlagen. Nur ein Fünftel der 90.000 Unternehmen investierte überhaupt in die Digitalisierung und gab pro Maßnahme durchschnittlich 18.000 Euro aus. Das ist das Ergebnis der HypoVereinsbank auf Basis einer deutschlandweiten KfW-Analyse.

Digitalisierungs-Investitionen vorrangig in die IT

„Wenn man diese Zahlen betrachtet, ist beim Thema Digitalisierung vergleichsweise wenig passiert“, so Robert Schallermayer, Leiter des Firmenkundengeschäfts der HypoVereinsbank in Schwaben/Allgäu, zur Auswertung. Oft stecke das Thema noch „in den Kinderschuhen“ bei Unternehmen. Wenn in Digitalisierung investiert wird, dann meist in die IT. Andere Bereiche, Produkte, Geschäftsmodelle und Vertriebswege blieben oft unangetastet. Investiert wird oft nur in das, was oberflächlich im Unternehmen als Digitalisierung verstanden wird. Der Grund dafür seien fehlende Digital-Strategien.

„Digitalisierung betrifft den ganzen Mittelstand“

„Es wird im ersten Schritt nicht als nötig Empfunden“, zeigen die Erfahrungen von Schallermayer. „Die Digitalisierung betrifft den ganzen Mittelstand. Dem geht es im Moment gut, aber die Unternehmen müssen schauen, dass es ihnen auch in Zukunft gut geht.“ Er plädierte daher dringen, sich von der reinen IT-Betrachtung der Digitalisierung zu lösen. Es sei außerdem besser, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen, bevor man dazu gezwungen wird. „Es wäre wichtig, dass sich mehr Unternehmen damit beschäftigen und breiter denken als IT“, fasste es der Leiter des Firmenkundengeschäfts zusammen. „Wir sehen beim Thema Digitalisierung des Mittelstands im Regierungsbezirk Schwaben noch großen Handlungs- und Investitionsbedarf.“ Diese Einschätzung wird von einer Studie der KfW gestützt.

Scheu bei Unternehmen weiter groß

Zudem belegt eine aktuelle Studie der HypoVereinsbank und der TU München zur digitalen Transformation, dass zwei Drittel der Unternehmen mit Digitalisierungsvorhaben nur schrittweise und langsam vorgehen. Sie scheuen dabei disruptive Veränderungen. Diese wären jedoch in vielen Bereichen erforderlich, um Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, Prozesse und Produktion zu digitalisieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Nur rund ein Drittel der unternehmerischen Wertschöpfung im Schwaben wird in Branchen generiert, die bei der Digitalisierung als recht fortgeschritten gelten. Doch auch diese Unternehmen haben ihr Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft.

Dazu zählen Informations- und Kommunikationstechnologie, Finanz- und Versicherungswesen oder Handel. Die restliche unternehmerische Wertschöpfung kommt aus Branchen, die im Vergleich eher hinten liegen. Vor allem im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheitswesen oder in der Logistik gebe es im Regierungsbezirk Schwaben viele Unternehmen, die Chancen durch die Digitalisierung noch zu wenig nutzen.

Kleine Bausteine statt umfassende Investitionen

Ungenutzt blieben oft auch finanzielle Mittel durch Banken. Nach Beobachtungen der HypoVereinsbank greifen mittelständische Unternehmen zur Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben großteils auf Rücklagen und laufende Einnahmen zurück. Dies stimmt mit Studienergebnissen des Instituts für Mittelstandsforschung überein, wonach Investitionen für Digitalisierungsvorhaben zu 77 Prozent aus laufenden Einnahmen stammen. Bankkredite liegen mit vier Prozent weit dahinter. Für Schallermayer liegt das auch daran, dass es den Unternehmen gut geht. Außerdem werden oft schrittweiße kleine Bausteine finanziert, die einzeln nicht so teuer sind. An großen, umfassenden und damit teuren Maßnahmen fehle es noch.

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