BBZ und Jobcenter

Mehr Teilzeitausbildungen: erste Erfolgsprojekte in Augsburg

Eckart Wieja und Maria Klingelstein. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Seit vielen Jahren verfolgen das Jobcenter Augsburg-Stadt und das Berufsbildungszentrum Augsburg & Schwaben (BBZ) das Ziel, Eltern und vor allem Alleinerziehende in Ausbildung zu bringen. Wie erfolgreich die Maßnahmen sind, zeigen die Zahlen. Dennoch gibt es noch Baustellen.

„Die Vorbildfunktion, die Eltern für ihre Kinder einnehmen, ist von großer Bedeutung. Deshalb arbeiten wir gezielt daran, diese in Berufe zu vermitteln. Kinder dürfen nicht die Einstellung bekommen, dass man doch auch ohne Arbeit zurechtkommt. Genau hier wollen wir ansetzen“, unterstrich Eckart Wieja, Geschäftsführer Jobcenter Augsburg-Stadt, die Wichtigkeit der Maßnahmen. Vor etwa drei Jahren waren noch rund 2.100 Alleinerziehende arbeitslos gemeldet. Mithilfe der Projekte konnte die Zahl auf etwa 1.800 reduziert werden – ein großer Erfolg.

„Rund 100 Unternehmen umfassend informiert und sensibilisiert“

Um diesen Erfolg weiter auszubauen, arbeiten das BBZ und das Jobcenter eng zusammen. Schwierigkeiten bereite es jedoch häufig, Unternehmen zu gewinnen, die bereit sind, in Teilzeit auszubilden. „Zwischen Oktober 2016 und September 2017 haben wir rund 100 Unternehmen umfassend zum Thema Teilzeitausbildung informiert und auch sensibilisiert. Das heißt aber nicht, dass diese Betriebe auch alle bereit sind, Mütter und auch Väter in Teilzeit auszubilden. Häufig kämpfen die Unternehmen mit verschiedenen Vorurteilen gegenüber alleinerziehenden Elternteilen. Meiner Meinung nach jedoch zu Unrecht. Alleinerziehende Mütter sind sehr motiviert und damit ideale Mitarbeiter“, betonte Maria Klingelstein, Geschäftsführerin der BBZ Augsburg gGmbH.

Zahlreiche Vertreter von BBZ, Jobcenter, IHK, HWK und Arbeitsagentur trafen sich im Annahof. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN Zahlreiche Vertreter von BBZ, Jobcenter, IHK, HWK und Arbeitsagentur trafen sich im Annahof. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Best-Practice-Beispiel: Mediengruppe Pressedruck

Mit gutem Beispiel geht hier die Mediengruppe Pressedruck voran. In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern hat mit Jasmin Heinz bereits eine Mutter ihre Teilzeitausbildung in dem Konzern abgeschlossen. Sie hat die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement absolviert. „Wir hatten keinen einfach Start“, so Sabine Hermosa, PR-Referentin bei der Mediengruppe Pressedruck. „Das Konzept der Teilzeitausbildung war für uns neu und auch Frau Heinz musste sich erst wieder in der Arbeitswelt einfinden. Ihre Ausbildung hat sie inzwischen erfolgreich abgeschlossen und wir konnten sie direkt im Anschluss übernehmen.“

Knappe Betreuungszeiten sind „hinderlich bei der Jobsuche“

Dennoch sehen sich viele Alleinerziehende mit der Schwierigkeit konfrontiert, einen geeigneten Betreuungsplatz für ihre Kinder zu finden. „Oft sind die Betreuungszeiten zu knapp. Das ist definitiv hinderlich bei der Jobsuche. Was hier sicherlich Abhilfe schaffen könnte, wären eigene Betriebskindergärten“, richtet sich eine alleinerziehende Mutter bei der gemeinsamen Veranstaltung des BBZ und des Jobcenters gezielt an die Betriebe. Oft mangelt es jedoch nicht am Willen der Unternehmer, weiß Gabriele Schön, Geschäftsführerin der Labor Schottdorf MVZ GmbH. So wollte das Unternehmen vor einigen Jahren selbst einen Betriebskindergarten gründen. Doch die hohen Anforderungen seitens der Politik waren in näherer Umgebung der Firma nicht zu erfüllen, so die Unternehmerin.

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