Kommentar

Markus Söder baut Kabinett um: Gut für Schwaben, gut für Bayern

Bayerns Regierungschef Söder muss sein Kabinett umbauen. Grund ist die Kandidatur von Verkehrsminister Reichhart bei der Kommunalwahl. Davon profitiert Bayerisch-Schwaben, kommentiert unser Redakteur Ulrich Pfaffenberger.

Mit seiner Kabinettsreform hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nicht nur sich selbst einen Gefallen getan, sondern auch die Rolle von Politikern aus Bayerisch-Schwaben gestärkt. Carolina Trautner, die Apothekerin aus dem Landkreis Augsburg, wird im Sozialministerium mit ihrem Pragmatismus und ihrer Detailkenntnis die aktive Politik ihrer bisherigen Chefin Kerstin Schreyer fortsetzen.

Carolina Trautner ist keine Quotenfrau

Sie hat schon in ihrer bisherigen Position bewiesen, dass sie keine Quotenfrau ist. Das dürfte sich im neuen Amt nicht ändern. Darüber hinaus wird sie dort auch jene Aspekte glaubwürdig einbringen können, die sich aus dem Unterschied zwischen ländlichem Raum und städtischem Ballungsgebiet ergeben: Der Landkreis ist nicht Augsburg, Bayern ist nicht München. Für die Politik (und die Wirtschaft) im Flächenland Bayern sind alle zentrifugalen Kräfte von Vorteil, die den Blickwinkel über die Landeshauptstadt hinaus ziehen.

Söder setzt mit Klaus Holetschek ein deutliches Signal

Mit Klaus Holetschek, dem bisherigen Bürgerbeauftragter der Staatsregierung, als neuem Staatssekretär im Bayerischen Verkehrs- und Bauministerium korrigiert Söder den Fehler, das wichtige Thema Infrastruktur im Innenministerium zu verorten. Da hat es nicht hingehört und da hat es auch nichts bewirkt.

Indem der Ministerpräsident dem Ministerium seinen Staatssekretär zurückgibt und es damit aufwertet, setzt er ein deutliches Signal. Dass nämlich Verkehr, Mobilität und Infrastruktur keine technischen Fragen sind, sondern gesellschaftliche Aufgaben. Mit der bisherigen Sozialministerin Schreyer und dem „Mann des Volkes“ Holetschek verfügt die Landesregierung nun über ein gemischtes Doppel, das sich dem Thema von der richtigen Seite nähert. Den Bedarf des ländlichen Raums nach leistungsfähigen Verbindungen mit den Oberzentren zu stillen, ist genauso eine soziale Frage wie die Gestaltung der Lebensbedingungen in den Städten und Metropolregionen: Der Wettbewerb um die Flächen für Individual- und Wirtschaftsverkehr ist schon heftig entbrannt, bei der Planung von städtischem Wachstum und einem adäquaten Mobilitätsangebot besteht dringender Handlungsbedarf.

Das Allgäu profitiert besonders

Freuen darf sich insbesondere das Allgäu. Holetschek hat die Interessen seiner Heimat stets mit Nachdruck vertreten – etwa im Tourismus oder beim Flughafen Memmingen – ohne dabei auf billigen Applaus aus zu sein. Er ist in seiner Heimat gut vernetzt, genießt Respekt in Partei und Landtagsfraktion, gilt auch über die Grenzen des Freistaats als „Macher“ und, wichtig in der schnelldrehenden Medienwelt, scheut nicht die Öffentlichkeit und das offene Wort. Einen solchen Ansprechpartner können sich Unternehmen und Organisationen aus Bayerisch-Schwaben nur wünschen, die etwas bewegen wollen.

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Söder setzt mit Klaus Holetschek ein deutliches Signal

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Das Allgäu profitiert besonders

Freuen darf sich insbesondere das Allgäu. Holetschek hat die Interessen seiner Heimat stets mit Nachdruck vertreten – etwa im Tourismus oder beim Flughafen Memmingen – ohne dabei auf billigen Applaus aus zu sein. Er ist in seiner Heimat gut vernetzt, genießt Respekt in Partei und Landtagsfraktion, gilt auch über die Grenzen des Freistaats als „Macher“ und, wichtig in der schnelldrehenden Medienwelt, scheut nicht die Öffentlichkeit und das offene Wort. Einen solchen Ansprechpartner können sich Unternehmen und Organisationen aus Bayerisch-Schwaben nur wünschen, die etwas bewegen wollen.

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