Expansion

MAN will Millionen in Augsburg investieren - trotz Hindernissen

Das Augsburger Unternehmen MAN will auf dem Lechfeld ein neues Logistikzentrum bauen. Der Gemeinderat hat den Plan aber abgelehnt. Für den Augsburger Großmotorenhersteller kam die Entscheidung überraschend.

MAN bekennt sich klar zum Augsburger Standort und will 50 bis 60 Millionen in ein neues Logistik- und Umschlagzentrum in der Region investieren. Ein passendes Grundstück hat das Unternehmen auch schon gefunden. Doch der Kauf gestaltet sich als schwieriger als erwartet.

Augsburger Standort stößt an seine Grenzen

Michael Singer, Leiter der Logistik bei MAN Energy Solutions in Augsburg, stellte die Pläne am Dienstagabend der Öffentlichkeit vor. Der Neubau soll direkt an der B17 in Kleinaitingen im südlichen Landkreis Augsburg entstehen. Das Areal ist rund 12 Hektar groß. Dort will MAN einen administrativen Bau, eine Lagerhalle sowie ein Hochregallager errichten. Laut Singer ist die Expansion auch dringend notwendig, da das Unternehmen an seinem Standort in Augsburg an seine Grenzen stößt.

Gemeinderat spricht sich gegen Vorhaben aus

„Die Auftragslage in unserem Werk in Augsburg ist gut, dies unterstützt uns natürlich bei unserem Vorhaben. Gerade vor der Perspektive weiteren Wachstums in Augsburg ist eine stärkere Bündelung der logistischen Prozesse sinnvoll“, erklärt Singer auf Anfrage unserer Redaktion. Zuletzt investierte das Unternehmen am Standort in ein neues Schwerlastzentrum und ein Turbolader-Teszentrum für insgesamt 110 Millionen. Weil in Augsburg aber keine Flächen mehr verfügbar sind, fiel die Wahl auf Kleinaitingen. Doch die Mehrheit des Gemeinderats hat sich gegen das Vorhaben ausgesprochen.

Hintergrund: Vertrag mit dem Freistaat Bayern steht im Weg

Grund dafür ist ein Vertrag der Gemeinde mit dem Freistaat Bayern aus dem Jahr 2004. Damals hat Kleinaitingen ein 140 Hektar großes Gelände erworben. Der Verkauf war jedoch geknüpft an eine Bedingung, die bis 2024 gültig ist. Das Areal ist für eine landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Wird es höherwertig genutzt, muss die Gemeinde die Differenz vom Kaufpreis und zukünftigen Verkehrswert an den Freistaat begleichen. Seit drei Jahren verhandelt die Gemeinde wegen eines Grundstücksgeschäfts mit dem Freistaat – bis jetzt ohne Lösung.

Entscheidung kommt für MAN überraschend

„Die Entscheidung des Gemeinderats war für uns überraschend. Wichtig zu verstehen ist aber: Die Ablehnung hat mit unserer Bauvoranfrage und dem Projekt gar nichts zu tun. Im Kern der Entscheidung stehen nicht geklärte Ausgleichszahlungen des Freistaats Bayern an die Gemeinde sowie ein Bürgerbegehren. Beide haben keine Verbindung zu MAN oder dem geplanten Lager- und Umschlagszentrum. Wir bleiben im Kontakt mit den Vertretern der Gemeinde, sehen uns aber gleichzeitig natürlich nach Alternativen in der Region um“, so Singer.

MAN verfolgt Projekt weiter

MAN hält trotz der Entscheidung des Gemeinderates an seinem Vorhaben fest. „Wir werden dieses Projekt weiterverfolgen. Sobald wir ein geeignetes Grundstück gefunden haben, streben wir eine Inbetriebnahme nach etwa 36 Monaten an“, teil Singer unserer Redaktion mit.

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