CityAirbus-Präsentation

Lufttaxis: Das halten Augsburger Unternehmer vom Konzept

Heute werden in Ingolstadt Lufttaxis vorgestellt, die bei Airbus in Donauwörth entwickelt wurden. Wir haben bei Augsburger Unternehmern und Entscheidern nachgefragt, ob sie selbst in ein Lufttaxi steigen würden und was sie von dem Konzept halten.

Die Stadt Ingolstadt und Airbus arbeiten in einem Pilotprojekt zum städtischen Luftverkehr im Rahmen der EU-Initiative für Smart Cities zusammen. Sie wollen herausfinden, wo autonom fliegende Luftfahrzeuge im städtischen Raum den größten Nutzen bringen. Ein Teil dieser Zusammenarbeit sei, das Konzept der Öffentlichkeit vorzustellen und zu diskutieren. Experten des Unternehmens stehen am 11. März den ganzen Tag bereit und mit Interessierten über die neue Technologie sprechen.

„Manchmal darf die Zukunft ruhig noch etwas länger dauern“

Auch Augsburger Unternehmer und Entscheider haben sich über die Zukunft von Lufttaxis Gedanken gemacht. „Als digitaler Marketer stehe ich natürlich immer auf diese neuen futuristischen Spielzeuge. Aber hier bin sehr zwiegespalten und betrachte es aus privater und geschäftlicher Sicht“, erklärt Christoph von Külmer, Gründer und Geschäftsführer der SportBrain Social Media & Web Agentur. „Privat kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass unser schöner bayerischer Himmel mit Drohnen und Lufttaxis überflutet wird. Geschäftlich finde ich es natürlich schön, schnell und ohne Stress von A nach B zu kommen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, aber manchmal darf die Zukunft ruhig noch etwas länger dauern.“

„Wichtig ist der Aspekt der Wirtschaftlichkeit“

Dr. Mark Dominik Hoppe, Geschäftsführer der Wohnbaugruppe Augsburg, sieht den Entwicklungen ebenfalls mit Spannung entgegen: „Gerade bei den schwierigen Verkehrsverhältnissen bei Spielen des FCA oder bei Großveranstaltungen der Messe Augsburg könnte das Lufttaxi wirklich Sinn machen. Ich kann mir vorstellen, den festen Boden mit dem Luft-Taxi zu verlassen. Unter den ersten 1.000 Fluggästen müsste ich aber zwangsläufig nicht sein. Wichtig ist – wie beim geförderten Wohnungsbau – der Aspekt der Wirtschaftlichkeit.“

Per Lufttaxi zum Kundentermin

Eine Vision zum Höhenflug die bald wahr werden könnte – so sieht es Bernd Arnhold, CEO der Kommdirekt GmbH. „Ich persönlich könnte mir durchaus vorstellen, mit einem CityAirbus staufrei und entspannt beim nächsten Kundentermin zu landen. Natürlich sind auf diesem Wege noch einige Hürden zu nehmen und (luftfahrt-)rechtliche Bedenken zu meistern. Was allerdings jetzt schon mehr als bemerkenswert ist: die Welt schaut angesichts dieser einzigartigen Idee auf unsere Region!“

Es könnte auch in Augsburg Lufttaxis geben

Wenn sich ein erfolgsversprechendes Geschäftsmodell und der Bedarf abzeichnen, könnte es auch in Augsburg Lufttaxis geben, heißt es von Airbus: „Elektrisch betriebene Luftfahrzeuge für den innerstädtischen Verkehr sind keine Spielerei, sondern sollen den Menschen einen Mehrwert bringen. Megacities in Asien und Lateinamerika werden wahrscheinlich unter den ersten sein, die einen solchen Service einführen. In Europa und Deutschland haben wir zum Glück nur wenige Städte, die vor dem Verkehrskollaps stehen. Aber auch hierzulande sehen wir Möglichkeiten für einen nachhaltigen und kommerziell erfolgreichen Betrieb.“

Nichts für Geschäftsführer kommunaler Gesellschaften

So ähnlich sieht es auch Andreas Thiel, Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. „Ich halte Lufttaxis für ein Produkt für die globalen Mega-Cities, weniger für die im weltweiten Vergleich doch eher noch verkehrlich entspannten deutschen Oberzentren, deren Verkehrsprobleme sicherlich nach anderen Lösungen rufen. Lufttaxis werden in einem ersten Schritt sicherlich Luxusangebote sein – und damit für Dienstreisen eines Geschäftsführers einer kommunalen Gesellschaft eher ein Tabu“, erklärt er augenzwinkernd. Dennoch könne Augsburg davon profitieren: 

„Für den Produktionsstandort Wirtschaftsraum Augsburg mit seiner langen Tradition und seinem umfassenden Know-how im Bereich von Luft- und Raumfahrt, gerade auch bei Helikoptern, bei Faserverbundtechnologie und Leichtbau usw., bestehen sicherlich gute Chancen, ein Stück dieses sich abzeichnenden globalen Lufttaxi-Marktes abzudecken. Die hiesigen Unternehmen und Netzwerke sind jedenfalls in dieser Hinsicht sehr aktiv, die sich bietende Chancen nicht an sich vorbeiziehen zu lassen.“

Von Science-Fiction zur Realität

Dem stimmt auch Wirtschaftsreferentin und Zweite Bürgermeisterin Eva Weber zu. Bei Forschung, Entwicklung und Produktion von Fluggeräten könne Augsburg und der Wirtschaftsraum vorhandene Kompetenzen im Bereich Leichtbauproduktion und Luftfahrzeugbau einbringen.

Allgemein kann sie sich unbemannte Fluggeräte in Augsburg sehr gut vorstellen, jedoch nicht als Massenverkehrsmittel. „Auch wenn Lufttaxis sicher noch einige Zeit benötigen werden, um als Verkehrsmittel ein breiteres Einsatzspektrum abzudecken, stehen sie schon jetzt für innovative Technologiekonzepte, neue Geschäftsmodelle und Kooperationsformen zwischen jungen Unternehmen und etablierten Konzernen“, erklärt sie. „Ich würde Lufttaxis nutzen, wenn deren Benutzung bei spezifischen Anlässen gegenüber anderen Verkehrsmitteln Vorteile, nicht zuletzt unter Berücksichtigung von Aspekten einer nachhaltigen Verkehrsmittelwahl, bringt.“ 

Ergänzung kein Ersatz

Andere Verkehrsmittel dürfen auch laut Dr. Volker Ullrich nicht vergessen werden: „Flugtaxis können eine Ergänzung einer modernen Mobilitätsfähigkeit in großen Metropolen sein. Die Entwicklung von Flugtaxis entbindet uns aber nicht von der Pflicht, vor allem durch bessere Angebote auf den Schienen die verkehrliche Situation in den Ballungsräumen zu verbessern.“

Einen weiteren Vorschlag zur Vermeidung von Verkehrsüberlastungen hat Alfred Heigl, Direktor der AOK Bayern, Direktion Augsburg: „Ein innovativer Wirtschaftsstandort wie Bayern muss unbedingt in Zukunftstechnologien investieren. Flugtaxis gehören dazu. Besser ist aber, zum Beispiel durch digitale Konferenztechnik oder Online-Beratungsangebote, unnötigen Verkehr von Anfang an zu vermeiden.“

„Weitere interessante Innovation“

„Grundsätzlich halte ich die Idee des Lufttaxis für eine weitere interessante Innovation zur Lösung der noch zunehmenden Verkehrsproblematik insbesondere in den Ballungsgebieten. Es sind sicherlich noch im Detail die Rahmenbedingungen für einen geregelten operativen Betrieb zu klären, dennoch scheint ein erster Schritt getan zu sein“, so Frank Humbach, Direktor der Commerzbank AG in Augsburg. Selbst würde er aber nicht in eines steigen: „Da ich latent unter Flugangst leide, werde ich sicherlich nicht zu den Pionieren des Flugtaxis gehören. Ich bleibe neugierig und werde den Fortgang der Entwicklung interessiert beobachten.“

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Die Stadt Ingolstadt und Airbus arbeiten in einem Pilotprojekt zum städtischen Luftverkehr im Rahmen der EU-Initiative für Smart Cities zusammen. Sie wollen herausfinden, wo autonom fliegende Luftfahrzeuge im städtischen Raum den größten Nutzen bringen. Ein Teil dieser Zusammenarbeit sei, das Konzept der Öffentlichkeit vorzustellen und zu diskutieren. Experten des Unternehmens stehen am 11. März den ganzen Tag bereit und mit Interessierten über die neue Technologie sprechen.

„Manchmal darf die Zukunft ruhig noch etwas länger dauern“

Auch Augsburger Unternehmer und Entscheider haben sich über die Zukunft von Lufttaxis Gedanken gemacht. „Als digitaler Marketer stehe ich natürlich immer auf diese neuen futuristischen Spielzeuge. Aber hier bin sehr zwiegespalten und betrachte es aus privater und geschäftlicher Sicht“, erklärt Christoph von Külmer, Gründer und Geschäftsführer der SportBrain Social Media & Web Agentur. „Privat kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass unser schöner bayerischer Himmel mit Drohnen und Lufttaxis überflutet wird. Geschäftlich finde ich es natürlich schön, schnell und ohne Stress von A nach B zu kommen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, aber manchmal darf die Zukunft ruhig noch etwas länger dauern.“

„Wichtig ist der Aspekt der Wirtschaftlichkeit“

Dr. Mark Dominik Hoppe, Geschäftsführer der Wohnbaugruppe Augsburg, sieht den Entwicklungen ebenfalls mit Spannung entgegen: „Gerade bei den schwierigen Verkehrsverhältnissen bei Spielen des FCA oder bei Großveranstaltungen der Messe Augsburg könnte das Lufttaxi wirklich Sinn machen. Ich kann mir vorstellen, den festen Boden mit dem Luft-Taxi zu verlassen. Unter den ersten 1.000 Fluggästen müsste ich aber zwangsläufig nicht sein. Wichtig ist – wie beim geförderten Wohnungsbau – der Aspekt der Wirtschaftlichkeit.“

Per Lufttaxi zum Kundentermin

Eine Vision zum Höhenflug die bald wahr werden könnte – so sieht es Bernd Arnhold, CEO der Kommdirekt GmbH. „Ich persönlich könnte mir durchaus vorstellen, mit einem CityAirbus staufrei und entspannt beim nächsten Kundentermin zu landen. Natürlich sind auf diesem Wege noch einige Hürden zu nehmen und (luftfahrt-)rechtliche Bedenken zu meistern. Was allerdings jetzt schon mehr als bemerkenswert ist: die Welt schaut angesichts dieser einzigartigen Idee auf unsere Region!“

Es könnte auch in Augsburg Lufttaxis geben

Wenn sich ein erfolgsversprechendes Geschäftsmodell und der Bedarf abzeichnen, könnte es auch in Augsburg Lufttaxis geben, heißt es von Airbus: „Elektrisch betriebene Luftfahrzeuge für den innerstädtischen Verkehr sind keine Spielerei, sondern sollen den Menschen einen Mehrwert bringen. Megacities in Asien und Lateinamerika werden wahrscheinlich unter den ersten sein, die einen solchen Service einführen. In Europa und Deutschland haben wir zum Glück nur wenige Städte, die vor dem Verkehrskollaps stehen. Aber auch hierzulande sehen wir Möglichkeiten für einen nachhaltigen und kommerziell erfolgreichen Betrieb.“

Nichts für Geschäftsführer kommunaler Gesellschaften

So ähnlich sieht es auch Andreas Thiel, Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. „Ich halte Lufttaxis für ein Produkt für die globalen Mega-Cities, weniger für die im weltweiten Vergleich doch eher noch verkehrlich entspannten deutschen Oberzentren, deren Verkehrsprobleme sicherlich nach anderen Lösungen rufen. Lufttaxis werden in einem ersten Schritt sicherlich Luxusangebote sein – und damit für Dienstreisen eines Geschäftsführers einer kommunalen Gesellschaft eher ein Tabu“, erklärt er augenzwinkernd. Dennoch könne Augsburg davon profitieren: 

„Für den Produktionsstandort Wirtschaftsraum Augsburg mit seiner langen Tradition und seinem umfassenden Know-how im Bereich von Luft- und Raumfahrt, gerade auch bei Helikoptern, bei Faserverbundtechnologie und Leichtbau usw., bestehen sicherlich gute Chancen, ein Stück dieses sich abzeichnenden globalen Lufttaxi-Marktes abzudecken. Die hiesigen Unternehmen und Netzwerke sind jedenfalls in dieser Hinsicht sehr aktiv, die sich bietende Chancen nicht an sich vorbeiziehen zu lassen.“

Von Science-Fiction zur Realität

Dem stimmt auch Wirtschaftsreferentin und Zweite Bürgermeisterin Eva Weber zu. Bei Forschung, Entwicklung und Produktion von Fluggeräten könne Augsburg und der Wirtschaftsraum vorhandene Kompetenzen im Bereich Leichtbauproduktion und Luftfahrzeugbau einbringen.

Allgemein kann sie sich unbemannte Fluggeräte in Augsburg sehr gut vorstellen, jedoch nicht als Massenverkehrsmittel. „Auch wenn Lufttaxis sicher noch einige Zeit benötigen werden, um als Verkehrsmittel ein breiteres Einsatzspektrum abzudecken, stehen sie schon jetzt für innovative Technologiekonzepte, neue Geschäftsmodelle und Kooperationsformen zwischen jungen Unternehmen und etablierten Konzernen“, erklärt sie. „Ich würde Lufttaxis nutzen, wenn deren Benutzung bei spezifischen Anlässen gegenüber anderen Verkehrsmitteln Vorteile, nicht zuletzt unter Berücksichtigung von Aspekten einer nachhaltigen Verkehrsmittelwahl, bringt.“ 

Ergänzung kein Ersatz

Andere Verkehrsmittel dürfen auch laut Dr. Volker Ullrich nicht vergessen werden: „Flugtaxis können eine Ergänzung einer modernen Mobilitätsfähigkeit in großen Metropolen sein. Die Entwicklung von Flugtaxis entbindet uns aber nicht von der Pflicht, vor allem durch bessere Angebote auf den Schienen die verkehrliche Situation in den Ballungsräumen zu verbessern.“

Einen weiteren Vorschlag zur Vermeidung von Verkehrsüberlastungen hat Alfred Heigl, Direktor der AOK Bayern, Direktion Augsburg: „Ein innovativer Wirtschaftsstandort wie Bayern muss unbedingt in Zukunftstechnologien investieren. Flugtaxis gehören dazu. Besser ist aber, zum Beispiel durch digitale Konferenztechnik oder Online-Beratungsangebote, unnötigen Verkehr von Anfang an zu vermeiden.“

„Weitere interessante Innovation“

„Grundsätzlich halte ich die Idee des Lufttaxis für eine weitere interessante Innovation zur Lösung der noch zunehmenden Verkehrsproblematik insbesondere in den Ballungsgebieten. Es sind sicherlich noch im Detail die Rahmenbedingungen für einen geregelten operativen Betrieb zu klären, dennoch scheint ein erster Schritt getan zu sein“, so Frank Humbach, Direktor der Commerzbank AG in Augsburg. Selbst würde er aber nicht in eines steigen: „Da ich latent unter Flugangst leide, werde ich sicherlich nicht zu den Pionieren des Flugtaxis gehören. Ich bleibe neugierig und werde den Fortgang der Entwicklung interessiert beobachten.“

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