Kommentar

Absturzgefahr Lufttaxis: Wer nicht abhebt, fliegt auf die Nase

Symbolbild eines Lufttaxis. Foto: unlimit3d – stock.adobe.com
Das setzt sich nicht durch, das löst keine Probleme, das ist nichts für unsere Städte – die Lufttaxis stehen ganz schön unter Beschuss. Zu unrecht. Sie sind unsere Zukunft.

Der Traum vom Fliegen ist wohl Out. Anders lassen sich die Kritiken und Schimpf-Tiraden zum neuen Lufttaxi, die immer wieder in den Medien zu lesen sind, nicht erklären. Das ist, gelinde gesagt, etwas peinlich für die Luft- und Raumfahrt-Region in und um Augsburg. Drei Dinge stören scheinbar am meisten: es sei nicht durchsetzbar, löse kein aktuelles Problem und habe – wenn überhaupt – nur Chancen in Mega-Citys. Das ist zu kurz gedacht.

Für die breite Masse sei das nichts, haben kluge Köpfe über das Internet gesagt. Eine Spielerei für Technik-Fanatiker. Das Auto werde sich nicht durchsetzen, dachte der Adel. Es fehle schlicht an Fahrern. Das klingt so ähnlich, wie die herablassenden Kommentare über den CityAirbus – das Lufttaxi. Natürlich wird es sich bei den Lufttaxis zunächst um ein Nischen-Produkt handeln. Sie sind nicht auf den Transport der Massen ausgelegt. Mit der erfolgreichen Besetzung von Nischen kennt sich Bayerisch-Schwaben jedoch bestens aus und verdient gut daran. Warum also nicht diese Nische besetzen? Das Know-how dazu ist bereits in der Region zuhause.

Ein Dorn im Auge scheint vielen Kritikern auch das Geld zu sein, das ausgegeben wird. Vielmehr solle in Schienen und Autobahnen investiert werden. Das stimmt. Bahn, Pkw und Lkw dürfen als Verkehrsmittel nicht vergessen werden. Aber eine Investition in das Lufttaxi schließt nicht die weitere Streckenerschließung für Zug und Kraftfahrzeug aus – mal ganz davon abgesehen, dass Airbus ein Luftfahrt-Unternehmen ist.

Das Lufttaxi ergänzt im besten Fall bestehende Angebote irgendwann. Wenn nicht bei uns, dann an anderen Orten der Welt. Nur weil der Markt dafür nicht unbedingt direkt vor unserer Haustüre liegt, heißt das nicht, dass wir diese Technologie ignorieren dürfen. Ganz im Gegenteil. Wir sollten alles daran setzen, der urbanen Luftmobilität den Stempel „Made in Schwaben“ aufzudrücken. Überall wird geschrieben, welche Technologien wir verpasst haben, wo wir hinterher hinken und wo noch Ausbaubedarf besteht. Wie kann im selben Atemzug davon gesprochen werden, die nächste Zukunftstechnologie hinten anzustellen? Um wieder ins Hintertreffen zu gelangen, etwa?

Bevor irgendwo eine Kreuzung aus Helikopter und Drohne Menschen von A nach B befördert, ist noch viel zu tun. Es gibt noch nicht einmal Richtlinien für den urbanen Luftverkehr. Ob und wie sich die Bevölkerung vielleicht gegen Flugverkehr in Städten wehrt, bleibt ebenfalls abzuwarten. Und ja – wir müssen Fehler und Versäumnisse von gestern beheben, sprich: Breitbandausbau, Verkehrs-Infrastruktur und Digitalisierung anpacken. Das entbindet uns aber nicht von der Pflicht, nach Lösungen für morgen zu suchen, daran zu forschen und zu arbeiten. Heute haben wir die Chance, die Zukunft mitzugestalten. Wer dieses Potenzial nicht erkennt, dem fehlt schlicht der unternehmerische Weitblick.

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Der Traum vom Fliegen ist wohl Out. Anders lassen sich die Kritiken und Schimpf-Tiraden zum neuen Lufttaxi, die immer wieder in den Medien zu lesen sind, nicht erklären. Das ist, gelinde gesagt, etwas peinlich für die Luft- und Raumfahrt-Region in und um Augsburg. Drei Dinge stören scheinbar am meisten: es sei nicht durchsetzbar, löse kein aktuelles Problem und habe – wenn überhaupt – nur Chancen in Mega-Citys. Das ist zu kurz gedacht.

Für die breite Masse sei das nichts, haben kluge Köpfe über das Internet gesagt. Eine Spielerei für Technik-Fanatiker. Das Auto werde sich nicht durchsetzen, dachte der Adel. Es fehle schlicht an Fahrern. Das klingt so ähnlich, wie die herablassenden Kommentare über den CityAirbus – das Lufttaxi. Natürlich wird es sich bei den Lufttaxis zunächst um ein Nischen-Produkt handeln. Sie sind nicht auf den Transport der Massen ausgelegt. Mit der erfolgreichen Besetzung von Nischen kennt sich Bayerisch-Schwaben jedoch bestens aus und verdient gut daran. Warum also nicht diese Nische besetzen? Das Know-how dazu ist bereits in der Region zuhause.

Ein Dorn im Auge scheint vielen Kritikern auch das Geld zu sein, das ausgegeben wird. Vielmehr solle in Schienen und Autobahnen investiert werden. Das stimmt. Bahn, Pkw und Lkw dürfen als Verkehrsmittel nicht vergessen werden. Aber eine Investition in das Lufttaxi schließt nicht die weitere Streckenerschließung für Zug und Kraftfahrzeug aus – mal ganz davon abgesehen, dass Airbus ein Luftfahrt-Unternehmen ist.

Das Lufttaxi ergänzt im besten Fall bestehende Angebote irgendwann. Wenn nicht bei uns, dann an anderen Orten der Welt. Nur weil der Markt dafür nicht unbedingt direkt vor unserer Haustüre liegt, heißt das nicht, dass wir diese Technologie ignorieren dürfen. Ganz im Gegenteil. Wir sollten alles daran setzen, der urbanen Luftmobilität den Stempel „Made in Schwaben“ aufzudrücken. Überall wird geschrieben, welche Technologien wir verpasst haben, wo wir hinterher hinken und wo noch Ausbaubedarf besteht. Wie kann im selben Atemzug davon gesprochen werden, die nächste Zukunftstechnologie hinten anzustellen? Um wieder ins Hintertreffen zu gelangen, etwa?

Bevor irgendwo eine Kreuzung aus Helikopter und Drohne Menschen von A nach B befördert, ist noch viel zu tun. Es gibt noch nicht einmal Richtlinien für den urbanen Luftverkehr. Ob und wie sich die Bevölkerung vielleicht gegen Flugverkehr in Städten wehrt, bleibt ebenfalls abzuwarten. Und ja – wir müssen Fehler und Versäumnisse von gestern beheben, sprich: Breitbandausbau, Verkehrs-Infrastruktur und Digitalisierung anpacken. Das entbindet uns aber nicht von der Pflicht, nach Lösungen für morgen zu suchen, daran zu forschen und zu arbeiten. Heute haben wir die Chance, die Zukunft mitzugestalten. Wer dieses Potenzial nicht erkennt, dem fehlt schlicht der unternehmerische Weitblick.

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