Kommentar: Gribl bleibt in Augsburg

Lieber Lech- und Wertachstrand statt Wannsee

Bildmontage. Fotos: Rainer Sturm  / pixelio.de | Stadt Augsburg | B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Von A nach B? Nicht für Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl! Er verlässt Augsburg nicht für Berlin. Eine verpasste Chance, oder ein erfreuliches Standortbekenntnis?

Der Rathauschef wird sein Amt nicht für das eines Staatssekretärs in der Hauptstadt eintauschen. Das wurde vergangene Woche bekannt. Gribl bekenne sich zu seiner Heimat, wie es in der AZ heißt. Wenn dies Unternehmen tun, ist meist von einem „klaren Standortbekenntnis“ die Rede. Im positiven Sinne, denn es bleiben Arbeitsplätze erhalten, meist wird sogar ausgebaut. Das gilt – im übertragenen Sinne – auch für die Institution Gribl.

Denn die Fuggerstadt erlebt derzeit einen Wandel. Mammut-Projekte wie der Ausbau des Hauptbahnhofs, die Sanierung des Theaters oder auch die Entstehung der Uniklinik beschäftigen die Stadt. Prozesse, die der Mitgestalter sicher gerne aus der Nähe verfolgt. Dem stehen zwar knappe Wohnräume entgegen, doch Augsburg ist auf einem guten Weg. Gribl scheut diese Aufgaben nicht und ihm ist bewusst, dass scheitern eine reale Option, aber kein Weltuntergang ist. Seit der abgeschmetterten Fusion der Stadtwerke mit erdgas schwaben weiß er, dass die Augsburger ihren eigenen Kopf haben.

Dass er ihnen dennoch die Treue hält und seinen Posten weiter innehaben wird, ist ein deutliches Signal, aber eigentlich keine Überraschung. Fragen nach seiner Zukunft beantwortete er stets eindeutig: Er werde seine Amtsperiode bis 2020 nicht abbrechen. Was danach kommt? Das bleibt offen. Ist auch sein gutes Recht. Wer weiß, welche Angebote noch kommen – auch aus München. Nur weil er diese Chance ausschlägt, versperrt ihm das nicht auf ewig alle Türen. Er hat Optionen, das weiß er, das weiß die Stadt. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich der „Markt“ entwickelt.

Wie schwierig ein zu schneller Aufstieg ist, hat Amtskollege Olaf Schulz demonstriert. Der Hamburger Oberbürgermeister ist seit Mitte März Bundesminister der Finanzen. Das blieb nicht ohne Konsequenzen: In der Hansestadt sank sein Ansehen deutlich. Er gab Alster und Elbe für die Spree auf. Aus Moin Moin wurde ein simples Hallo. „Ick bin ein Berliner“ wird aus Gribls Mund dagegen in naher Zukunft wohl nicht ertönen. Eben Lech- und Wertachstrand statt Wannsee.

Was man anfängt, bringt man auch zu Ende. Das ist vielleicht die Botschaft, die er vermitteln möchte. Ohne Augsburg wäre er zudem nicht da, wo er heute ist. Das Wachstum der Stadt hat sich bezahlt gemacht und mit seiner Entscheidung zu bleiben, zahlt er es ihr zurück. Um dies mit Augsburger Worten zu kommentieren: Bast scho!

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Der Rathauschef wird sein Amt nicht für das eines Staatssekretärs in der Hauptstadt eintauschen. Das wurde vergangene Woche bekannt. Gribl bekenne sich zu seiner Heimat, wie es in der AZ heißt. Wenn dies Unternehmen tun, ist meist von einem „klaren Standortbekenntnis“ die Rede. Im positiven Sinne, denn es bleiben Arbeitsplätze erhalten, meist wird sogar ausgebaut. Das gilt – im übertragenen Sinne – auch für die Institution Gribl.

Denn die Fuggerstadt erlebt derzeit einen Wandel. Mammut-Projekte wie der Ausbau des Hauptbahnhofs, die Sanierung des Theaters oder auch die Entstehung der Uniklinik beschäftigen die Stadt. Prozesse, die der Mitgestalter sicher gerne aus der Nähe verfolgt. Dem stehen zwar knappe Wohnräume entgegen, doch Augsburg ist auf einem guten Weg. Gribl scheut diese Aufgaben nicht und ihm ist bewusst, dass scheitern eine reale Option, aber kein Weltuntergang ist. Seit der abgeschmetterten Fusion der Stadtwerke mit erdgas schwaben weiß er, dass die Augsburger ihren eigenen Kopf haben.

Dass er ihnen dennoch die Treue hält und seinen Posten weiter innehaben wird, ist ein deutliches Signal, aber eigentlich keine Überraschung. Fragen nach seiner Zukunft beantwortete er stets eindeutig: Er werde seine Amtsperiode bis 2020 nicht abbrechen. Was danach kommt? Das bleibt offen. Ist auch sein gutes Recht. Wer weiß, welche Angebote noch kommen – auch aus München. Nur weil er diese Chance ausschlägt, versperrt ihm das nicht auf ewig alle Türen. Er hat Optionen, das weiß er, das weiß die Stadt. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich der „Markt“ entwickelt.

Wie schwierig ein zu schneller Aufstieg ist, hat Amtskollege Olaf Schulz demonstriert. Der Hamburger Oberbürgermeister ist seit Mitte März Bundesminister der Finanzen. Das blieb nicht ohne Konsequenzen: In der Hansestadt sank sein Ansehen deutlich. Er gab Alster und Elbe für die Spree auf. Aus Moin Moin wurde ein simples Hallo. „Ick bin ein Berliner“ wird aus Gribls Mund dagegen in naher Zukunft wohl nicht ertönen. Eben Lech- und Wertachstrand statt Wannsee.

Was man anfängt, bringt man auch zu Ende. Das ist vielleicht die Botschaft, die er vermitteln möchte. Ohne Augsburg wäre er zudem nicht da, wo er heute ist. Das Wachstum der Stadt hat sich bezahlt gemacht und mit seiner Entscheidung zu bleiben, zahlt er es ihr zurück. Um dies mit Augsburger Worten zu kommentieren: Bast scho!

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