
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari.
Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”.
Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen!
Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Wie wirtschaftlich ist zirkuläres Bauen? Mit dieser Frage beschäftigten sich 85 Teilnehmende bei der sechsten Fachveranstaltung des Augsburger Netzwerks Zirkuläres Bauen.
Zirkuläres Bauen soll Ressourcen schonen und die Bauwirtschaft klimafreundlicher machen. Dabei werden Baustoffe recycelt oder Bauteile wiederverwendet. Obwohl zahlreiche Pilotprojekte die technische Machbarkeit zeigen, ist das Verfahren noch nicht weit verbreitet. Häufig gelten die Umsetzung als zu aufwendig, die Kosten als zu hoch und die Qualität als unsicher. Die von A³ organisierte Fachveranstaltung zeichnete ein anderes Bild.
Stefan Schmidmeyer, Geschäftsführer des Baustoff-Recycling Bayern e.V., geht auf die Möglichkeiten beim Recycling von Bau- und Abbruchmaterialien ein. Technisch und rechtlich sei mehr möglich, als häufig angenommen werde. Entscheidend sei, Beschaffung und Entsorgung gemeinsam zu betrachten. Zudem müssten Materialkreisläufe frühzeitig in die Planung einfließen.
Auch Benjamin Sillack vom Kompetenzzentrum Nachhaltiges Bauen bei Vermögen und Bau Baden-Württemberg sprach sich für einen veränderten Umgang mit Gebäuden aus. Sie sollten künftig stärker als Rohstofflager betrachtet werden. In deutschen Gebäuden sind rund 15,5 Milliarden Tonnen Baustoffe gebunden. Durch ihre Wiederverwendung lassen sich Werte langfristig erhalten und neue wirtschaftliche Potenziale erschließen.
Auch die Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter. Julia Weißert von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen erläuterte, dass zirkuläres Bauen bei Zertifizierungen, Förderungen und der Immobilienbewertung an Bedeutung gewinnt. Damit rücken neben den Baukosten auch der spätere Wert der verbauten Materialien stärker in den Blick. Entscheidend ist künftig nicht nur, wie viel ein Gebäude bei der Errichtung kostet. Auch der Wert seiner Materialien nach einer späteren Nutzung spielt eine Rolle.
Konkrete Beispiele aus der Praxis verdeutlichten, dass sich die Wiederverwendung von Baustoffen rechnen kann. Andrea Heil von EPEA – Part of Drees & Sommer stellte den Neubau „The new 22“ in Stuttgart vor. Rund 73 Prozent der Materialien aus dem selektiv zurückgebauten Bestandsgebäude sollen erneut eingesetzt werden. Für den Rückbau, die Aufbereitung und die Prüfung der Materialien entstehen zusätzliche Aufwendungen. Nach den vorgestellten Berechnungen ist das Projekt dennoch nicht teurer als ein konventioneller Abriss mit anschließendem Neubau.
Auch Robert Lotz von der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft berichtete über positive Erfahrungen. Bei der Aufstockung zweier Bestandsgebäude konnten gebrauchte Bauteile ohne Qualitätseinbußen wirtschaftlich eingesetzt werden. Für solche Projekte seien mehrere Faktoren entscheidend. Dazu gehören eine frühzeitige Planung, eine funktionierende Logistik und kurze Transportwege.
Moritz Kern von N1 Circular präsentierte zudem die kostenlose Site-Depot-Community. Die Plattform bringt Anbieter und Nachfrager von Reststoffen zusammen. Dadurch sollen Ressourcen besser genutzt und Entsorgungskosten eingespart werden. Die Beispiele zeigen, dass zirkuläres Bauen nicht allein eine technische Frage ist. Auch die Organisation von Materialströmen und die Abstimmung zwischen den Beteiligten beeinflussen die Wirtschaftlichkeit.