Flaute in der Konjunktur

Konjunktur der schwäbischen M+E Industrie ist deutlich abgeflaut

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie in Schwaben befindet sich im Abschwung. Das ergab die aktuelle Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm.

„Die konjunkturelle Lage hat sich bereits spürbar abgekühlt. Im Inland erwarten unsere Unternehmen eine weitere Verschlechterung“, erläuterte der Vorsitzende der bayme vbm Region Augsburg, Dr. Markus Partik, auf der heutigen Pressekonferenz in Augsburg.

M+E Industrie schneidet schlecht ab

Sowohl im In- als auch im Ausland beurteilen die Firmen die Geschäftslage deutlich schlechter als bei der letzten Umfrage. Das Inlandsgeschäft bewerten nur noch rund 31 Prozent der Betriebe als gut, im August 2018 lag diese Zahl noch bei 72 Prozent. Mit dem Auslandsgeschäft waren noch knapp 29 Prozent der Betriebe zufrieden. Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft haben sich ebenfalls eingetrübt und liegen per Saldo mit -8,4 Prozentpunkten im negativen Bereich. Bei den Exporterwartungen ergibt sich ein noch negativeres Bild, der Saldo liegt bei -10,5 Prozentpunkten.

Produktion der M+E Industrie wird erhebliche Einbußen verzeichnen

Auch die inländischen Produktions-, Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen büßen an Dynamik ein. Der entsprechende Saldo bei den Produktionsplänen fällt gegenüber der letzten Umfrage von +22,9 auf +4,8, bei den Investitionen von +7,2 auf -0,5. „Wir gehen davon aus, dass die Produktion in der bayerischen M+E Industrie im laufenden Jahr insgesamt um ein Prozent zurückgehen wird. An den Auslandsstandorten sehen die Pläne unserer Firmen wesentlich expansiver aus“, so Partik.

Trotz Flaute Zugewinn an Arbeitsplätzen

Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen in der Region an den Inlandsstandorten haben sich spürbar verschlechtert – von +19,4 auf -1,9 Punkte. bayme vbm erwarten für das Gesamtjahr 2019 in ganz Bayern dennoch 8.000 Arbeitsplätze mehr. 2018 waren es noch 18.000. Zum Jahresende rechnen die Verbände mit 875.000 Beschäftigten in der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie.

Auf Schwaben entfallen rund 137.500 Beschäftigte. „Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt ist wesentlich größer als man an den Statistiken ablesen kann. In den Unternehmen tut sich einiges: Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Zeitarbeit wird massiv zurückgefahren, in unseren Geschäftsstellen häufen sich die Anfragen zum Thema Kurzarbeit und auch im Hinblick auf Stellenabbau“, erklärt Partik.

„Wir haben an Wettbewerbsfähigkeit verloren“

Der Abschwung wird nach Ansicht von bayme vbm auch die Standortfrage wieder in den Vordergrund rücken. „Unsere Unternehmen müssen hierzulande mit wesentlich schwierigeren Bedingungen zurechtkommen als ihre Konkurrenten. Wir haben in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Dem müssen wir entgegenwirken“, so Partik. Und weiter:

„Wir bekennen uns ganz klar zur Stärkung der Tarifbindung. Aber wir brauchen endlich moderne und wettbewerbsfähige Tarifverträge, die Mindestbedingungen für die M+E Industrie festschreiben. Die Tarifverträge müssen weniger komplex und weniger teuer sein und flexible, betriebsindividuelle Lösungen zulassen. Auch vom Gesetzgeber erwarten wir in vielen Punkten Klarheit, zum Beispiel beim weiteren Ausbau der digitalen Netze, bei den Lohnzusatzkosten, in der Steuerpolitik sowie ein klares Bekenntnis zur Technologieoffenheit bei der Antriebstechnologie in der Automobilindustrie.“

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Auf Schwaben entfallen rund 137.500 Beschäftigte. „Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt ist wesentlich größer als man an den Statistiken ablesen kann. In den Unternehmen tut sich einiges: Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Zeitarbeit wird massiv zurückgefahren, in unseren Geschäftsstellen häufen sich die Anfragen zum Thema Kurzarbeit und auch im Hinblick auf Stellenabbau“, erklärt Partik.

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