Klinikum Augsburg

Klinikum Augsburg will Patienten an umliegende Krankenhäuser abgeben

Dem Campus am Klinikum Augsburg steht nichts mehr im Weg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Der Vorstandsvorsitzende Alexander Schmidtke schlägt ein neues Gesundheits-Konzept für ganz Schwaben vor: Künftig will das Klinikum „leichtere“ Operationen von umliegenden Krankenhäusern durchführen lassen. So soll jedes Jahr viel Geld eingespart werden.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Mit der Gründung der Medizinischen Fakultät am kommenden Freitag fällt der Startschuss für die Uniklinik. Was sich trotz dieses Meilensteins nicht ändert: Nach wie vor sollen die grundlegenden Strukturen vor Ort weiter optimiert werden. Neben dem Klinikum Augsburg bringt Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand Alexander Schmidtke dazu jetzt auch noch weitere Akteure ins Spiel. Der Grund dafür ist nicht zuletzt die wirtschaftlichen Situation des Klinikums Augsburg: In diesem Jahr wird es wohl einen Verlust von zwei Millionen Euro machen, bei einem Umsatz von rund 400 Millionen Euro.

Poli-Klinik könnte Einsparungen in Millionenhöhe bringen

Neue Herangehensweisen sollen dem Klinikum Augsburg helfen, künftig mehr Geld einzusparen. Unter anderem möchte Schmidtke die Ambulanzen des Klinikums umstrukturieren. Diese sind bisher alle dezentral organisiert, was wirtschaftlich unrentabel ist. Würden sie an einer Stelle gebündelt, könnten Ressourcen gemeinsam genutzt werden. Solche Poli-Kliniken, in denen Patienten ambulant untersucht und behandelt werden, gibt es deutschlandweit an vielen Uni-Kliniken. Schmidtke geht davon aus, dass auf diese Weise ein hoher siebenstelliger Betrag eingespart werden könnte.

Mehr Maximal-, weniger Grundversorgung am Klinikum Augsburg

In seinen Überlegungen geht der Vorstandsvorsitzende aber noch weiter. Vor dem Hintergrund stetig steigender Patienten-Zahlen im Klinikum Augsburg will er ein neues Gesundheits-Konzept für die ganze Region anregen. „Wir haben im Klinikum Augsburg zu viele Patienten, die nicht hier versorgt werden müssten“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Dabei denkt er an „leichtere“ Fälle, wie zum Beispiel routinemäßige Blinddarm- oder Leistenbruch-Operationen. „Immer, wenn wir OPs verschieben müssen, ist das für diese Patienten sehr unangenehm. Auch aus wirtschaftlicher Sicht macht es keinen Sinn.“ Die Strukturen am Klinikum Augsburg sollen also, wenn es nach Schmidtke geht, künftig für anspruchsvollere Fälle vorgehalten werden. Neben einer besseren Versorgung sieht Schmidtke in einem solchen Vorgehen „massivste Einspar-Potentiale“. Das neue Konzept macht allerdings – zumindest in der Theorie – auch für andere Einrichtungen Sinn. Denn viele kleinere Kliniken im Umland sorgen sich, dass sie aufgrund des hohen wirtschaftlichen Drucks schließen müssen. Von einer Kooperation in diesem Bereich könnten hingegen alle profitieren.

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Regionales Gesundheits-Konzept birgt viele Herausforderungen

Konkret würde das aber auch bedeuten, dass alle Gesundheits-Akteure in Schwaben – von den niedergelassenen Ärzten bis hin zu den Krankenhäusern – besser zusammenarbeiten müssten. Das könnte, zumindest in der Anfangsphase dieses Projekts, jedoch auch sehr schwierig werden. Zum einen wären die Probleme struktureller Art. Zum anderen – und das wäre wohl der Knackpunkt – würde in unterschiedliche Taschen gewirtschaftet werden. Nicht unerhebliche Konflikte wären daher vorprogrammiert.

Patienten hätten unter Umständen längere Wege ins Krankenhaus

Es wäre nicht der erste Fall in Deutschland, in dem große Kliniken eine solche Kooperation mit kleineren eingehen. Auch arbeitet das Klinikum Augsburg schon heute mit anderen Krankenhäusern in Nordschwaben und im Allgäu zusammen. So versorgt das Klinikum Augsburg diese mit Blut-Produkten und Medikamenten aus der Krankenhaus-Apotheke. Um die Verteilung von Patienten in einem so großen Umfang, wie jetzt angestrebt, geht es dabei allerdings noch nicht. Selbst wenn sich die Krankenhäuser hier einig wären, müssten sich auch die Patienten erst einmal umstellen. Denn nach dem neuen Konzept könnten auch solche, die in unmittelbarer Nähe zum Klinikum Augsburg wohnen, von ihren Ärzten in ein Krankenhaus im Umland überwiesen werden. „Wichtig ist nicht die Anzahl der Betten“, so Schmidtke, „sondern, dass wir für die Region ein vernünftiges Konzept entwickeln, von dem die Patienten profitieren und das gleichzeitig wirtschaftlich rentabel ist.“

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