Klinikum Augsburg

Klinikum Augsburg: Sanierung ebnet Weg zur Uniklinik

Das Klinikum Augsburg wird schneller saniert als ursprünglich geplant. Foto: B4B SCHWABEN

Am vergangenen Freitag wurde die vorzeitige Sanierung des Klinikums Augsburg offiziell beschlossen. Aus wirtschaftlicher, logistischer und medizinischer Sicht macht eine schnelle Sanierung des Klinikums durchaus Sinn – auch wenn sie Stadt und Landkreis teuer zu stehen kommt.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Jetzt steht es offiziell fest: Der „Anbau West“ wird früher fertiggestellt als ursprünglich geplant. Auch das Ausweichgebäude für Intensivkapazitäten wird früher errichtet. Die Änderung des Masterplans kostet das Klinikum Augsburg viel Geld. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Entscheidung trotzdem Sinn. Wenn das Klinikum früher saniert ist, kommen auch eher mehr Fälle und damit mehr Geld in die Kassen. Außerdem ist eine schnellere Sanierung aufgrund der akuten Notstände im Klinikum aus medizinischer und gesundheitspolitischer Sicht notwendig. Im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung des Klinikums Augsburg ist die vorgezogene Sanierung zukunftsweisend: Das Ziel „Uniklinik“ haben die Verantwortlichen hier stets fest im Blick.

Keine Gegenstimmung: vorzeitige Sanierung beschlossene Sache

„Der beschleunigte Bauzeitenplan des Anbaus West mit einer Dauer von zwei bis drei Jahren und Baukosten in Höhe von 100 Millionen Euro ist – zusammen mit der zeitgleichen Errichtung des Ausweichgebäudes mit knapp 35 Millionen Euro Baukosten – eine der spannendsten Aufgaben, die momentan anstehen“, erklärte Alexander Schmidtke, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Augsburg, bereits Anfang Mai. Am vergangenen Freitag, den 22. Mai 2015, hat der Krankenhauszweckverband (KZVA) über diesen Beschluss abgestimmt. Es gab keine Gegenstimmen. Der ursprüngliche Masterplan wurde somit geändert. Die Bauabschnitt 4A und 4B werden jetzt parallel fertiggestellt. Gleichzeitig werden Teile des Bauabschnitts 5 und der Bauabschnitt 10 durchgeführt. Das Ziel des Klinikums Augsburg ist die Gesamtfertigstellung des „Anbau Wests“ bis Ende 2018. Insgesamt wird das Klinikum Augsburg in 14 Bauabschnitten saniert. Viel ist bereits passiert, einige Projekte werden noch im Laufe dieses Jahres fertiggestellt. Dazu gehören die Kinderonkologie, das Mutter-Kind-Zentrum und das Kinderschmerzzentrum.

Wer entscheidet über die Zukunft des Klinikums Augsburg?

Der Krankenhauszweckverband (KZVA) ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts für die medizinische Versorgung von rund 2 Millionen Bürgern in Stadt und Landkreis Augsburg zuständig. Das beschließende Gremium des Verbandes ist die Verbandsversammlung. Sie setzt sich zusammen aus dem Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Dr. Kurt Gribl, dem Landrat des Landkreises Augsburg, Martin Sailer, sowie neun Stadträten der Stadt Augsburg und neun Kreisräten des Landkreises Augsburg.

Sanierung des Klinikums: Warum werden die Pläne geändert?

Ursprünglich war geplant, die Bauabschnitte 4A und 4B nacheinander fertigzustellen. Aus Sicht des Bauablaufs gibt es allerdings viele Gründe, die dafür sprechen, diese Bauabschnitte nicht voneinander zu trennen. Das Klinikum hat bereits Architekten für das Projekt „Anbau West“ beauftragt. Sie empfehlen die parallele Austragung der Baumaßnahmen. Auf diese Weise könnten unter anderem die Prozessabläufe verbessert und die Belastung durch Baulärm vermieden werden. Außerdem hat das Klinikum Augsburg zurzeit zu wenige Intensivkapazitäten. Mit dem neuen Plan stehen dem Klinikum bald 136 statt wie jetzt 100 und damit 36 Prozent mehr Betten zur Verfügung.  Nach dem ursprünglichen Plan wären es nur 117 statt 100 Betten gewesen.

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Wer trägt die Kosten?

Der „Haken“ an diesem Vorschlag ist: Diese Alternative ist nur durch die schnelle Bereitstellung von Ersatzflächen für die Intensivmedizin möglich. Dadurch kommen diese Kosten früher auf das Klinikum zu. Neben der parallelen Durchführung der Bauabschnitte 4A und 4B sollen also jetzt Teile des Bauabschnitts 5 (die Erweiterung der Notaufnahme) und der Bauabschnitt 10 (Errichtung der Ausweichfläche) vorgezogen werden. Der Fixpunkt ist die Auslagerung der Intensivmedizin im Januar 2017: Dies ist nötig, damit die Maßnahmen 2018 beendet werden können. „Der Zeitplan ist sportlich, aber wenn alles gut läuft, ist er so machbar“, so Schmidtke. Die Errichtung der Ausweichflächen ist nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz nicht förderfähig. Dass die Erweiterung der Notaufnahme gefördert wird, ist ebenfalls unwahrscheinlich. Diese Kosten muss das Klinikum also selber tragen. Das Projekt „Anbau West“ ist allerdings zu rund 90 Prozent förderfähig.

So sieht der Zeitplan aus

Das Architekturbüro Nickl & Partner legte bereits eine Machbarkeitsstudie mit Kostenübersicht vor. Der Generalplaner für die Realisierung des Projekts „Anbau West“ wird noch gesucht: Dies soll im Zeitraum von Mai bis Juni dieses Jahres geschehen. Von August bis Dezember werden die Notaufnahme und die Ausweichfläche für die Intensivmedizin geplant. Bis Juni 2016 soll der Rohbau für die Erweiterung der Notaufnahme – Bauabschnitt 5 – stehen. Von Juli bis Dezember 2016 ist die Errichtung und Fertigstellung der Ausweichflächen für die Intensivmedizin geplant: Der Umzug soll im Januar 2017 stattfinden. Bis Ende 2018 ist die Fertigstellung des „Anbau West“ geplant.

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von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Jetzt steht es offiziell fest: Der „Anbau West“ wird früher fertiggestellt als ursprünglich geplant. Auch das Ausweichgebäude für Intensivkapazitäten wird früher errichtet. Die Änderung des Masterplans kostet das Klinikum Augsburg viel Geld. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Entscheidung trotzdem Sinn. Wenn das Klinikum früher saniert ist, kommen auch eher mehr Fälle und damit mehr Geld in die Kassen. Außerdem ist eine schnellere Sanierung aufgrund der akuten Notstände im Klinikum aus medizinischer und gesundheitspolitischer Sicht notwendig. Im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung des Klinikums Augsburg ist die vorgezogene Sanierung zukunftsweisend: Das Ziel „Uniklinik“ haben die Verantwortlichen hier stets fest im Blick.

Keine Gegenstimmung: vorzeitige Sanierung beschlossene Sache

„Der beschleunigte Bauzeitenplan des Anbaus West mit einer Dauer von zwei bis drei Jahren und Baukosten in Höhe von 100 Millionen Euro ist – zusammen mit der zeitgleichen Errichtung des Ausweichgebäudes mit knapp 35 Millionen Euro Baukosten – eine der spannendsten Aufgaben, die momentan anstehen“, erklärte Alexander Schmidtke, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Augsburg, bereits Anfang Mai. Am vergangenen Freitag, den 22. Mai 2015, hat der Krankenhauszweckverband (KZVA) über diesen Beschluss abgestimmt. Es gab keine Gegenstimmen. Der ursprüngliche Masterplan wurde somit geändert. Die Bauabschnitt 4A und 4B werden jetzt parallel fertiggestellt. Gleichzeitig werden Teile des Bauabschnitts 5 und der Bauabschnitt 10 durchgeführt. Das Ziel des Klinikums Augsburg ist die Gesamtfertigstellung des „Anbau Wests“ bis Ende 2018. Insgesamt wird das Klinikum Augsburg in 14 Bauabschnitten saniert. Viel ist bereits passiert, einige Projekte werden noch im Laufe dieses Jahres fertiggestellt. Dazu gehören die Kinderonkologie, das Mutter-Kind-Zentrum und das Kinderschmerzzentrum.

Wer entscheidet über die Zukunft des Klinikums Augsburg?

Der Krankenhauszweckverband (KZVA) ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts für die medizinische Versorgung von rund 2 Millionen Bürgern in Stadt und Landkreis Augsburg zuständig. Das beschließende Gremium des Verbandes ist die Verbandsversammlung. Sie setzt sich zusammen aus dem Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Dr. Kurt Gribl, dem Landrat des Landkreises Augsburg, Martin Sailer, sowie neun Stadträten der Stadt Augsburg und neun Kreisräten des Landkreises Augsburg.

Sanierung des Klinikums: Warum werden die Pläne geändert?

Ursprünglich war geplant, die Bauabschnitte 4A und 4B nacheinander fertigzustellen. Aus Sicht des Bauablaufs gibt es allerdings viele Gründe, die dafür sprechen, diese Bauabschnitte nicht voneinander zu trennen. Das Klinikum hat bereits Architekten für das Projekt „Anbau West“ beauftragt. Sie empfehlen die parallele Austragung der Baumaßnahmen. Auf diese Weise könnten unter anderem die Prozessabläufe verbessert und die Belastung durch Baulärm vermieden werden. Außerdem hat das Klinikum Augsburg zurzeit zu wenige Intensivkapazitäten. Mit dem neuen Plan stehen dem Klinikum bald 136 statt wie jetzt 100 und damit 36 Prozent mehr Betten zur Verfügung.  Nach dem ursprünglichen Plan wären es nur 117 statt 100 Betten gewesen.

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Wer trägt die Kosten?

Der „Haken“ an diesem Vorschlag ist: Diese Alternative ist nur durch die schnelle Bereitstellung von Ersatzflächen für die Intensivmedizin möglich. Dadurch kommen diese Kosten früher auf das Klinikum zu. Neben der parallelen Durchführung der Bauabschnitte 4A und 4B sollen also jetzt Teile des Bauabschnitts 5 (die Erweiterung der Notaufnahme) und der Bauabschnitt 10 (Errichtung der Ausweichfläche) vorgezogen werden. Der Fixpunkt ist die Auslagerung der Intensivmedizin im Januar 2017: Dies ist nötig, damit die Maßnahmen 2018 beendet werden können. „Der Zeitplan ist sportlich, aber wenn alles gut läuft, ist er so machbar“, so Schmidtke. Die Errichtung der Ausweichflächen ist nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz nicht förderfähig. Dass die Erweiterung der Notaufnahme gefördert wird, ist ebenfalls unwahrscheinlich. Diese Kosten muss das Klinikum also selber tragen. Das Projekt „Anbau West“ ist allerdings zu rund 90 Prozent förderfähig.

So sieht der Zeitplan aus

Das Architekturbüro Nickl & Partner legte bereits eine Machbarkeitsstudie mit Kostenübersicht vor. Der Generalplaner für die Realisierung des Projekts „Anbau West“ wird noch gesucht: Dies soll im Zeitraum von Mai bis Juni dieses Jahres geschehen. Von August bis Dezember werden die Notaufnahme und die Ausweichfläche für die Intensivmedizin geplant. Bis Juni 2016 soll der Rohbau für die Erweiterung der Notaufnahme – Bauabschnitt 5 – stehen. Von Juli bis Dezember 2016 ist die Errichtung und Fertigstellung der Ausweichflächen für die Intensivmedizin geplant: Der Umzug soll im Januar 2017 stattfinden. Bis Ende 2018 ist die Fertigstellung des „Anbau West“ geplant.

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