B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Insolvenz bei Eberle: Teilstillegung, großer Stellenabbau
Insolvenzverfahren

Insolvenz bei Eberle: Teilstillegung, großer Stellenabbau

Der Hauptsitz von Eberle, Tochter der Greiffenberger AG, in Augsburg. Laut IG Metall entlässt Eberle 160 Mitarbeitende. Foto: Angelina Märkl / B4BSCHWABEN.de
Der Hauptsitz von Eberle, Tochter der Greiffenberger AG, in Augsburg. Laut IG Metall entlässt Eberle 160 Mitarbeitende. Foto: Angelina Märkl / B4BSCHWABEN.de

Im Insolvenzverfahren der Firma Eberle ist klar, wie viele der 250 Stellen abgebaut werden. Ein Kaufvertrag ist noch nicht unterschrieben. Die Details.

Seit das Augsburger Traditionsunternehmen Eberle Anfang Mai einen Insolvenzantrag gestellt hatte, war offen, wie es für Eberle und seine rund 250 Beschäftigten weitergeht. Zuletzt war klar, dass es einen größeren Stellenabbau geben wird. Dieser hat sich nun bestätigt.

160 Arbeitsplätze sollen bei der insolventen J.N. Eberle & Cie. GmbH abgebaut werden. Das hat die IG Metall Augsburg mitgeteilt und beruft sich auf ein Schreiben das Eberle-Mitarbeitende am Freitag erhalten haben. Die IG Metall spricht von einer Teilstilllegung des Unternehmens. 75 der 250 Eberle-Beschäftigten sollen laut IG Metall von einem möglichen Käufer an einem neuen Standort im südlichen Landkreis Augsburg weiterbeschäftigt werden. 

Der Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn von der Pluta Rechtsanwalts GmbH teilt mit, dass die Gespräche noch andauern und der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben ist. Die IG Metall erklärt auf Anfrage, dass die Zahlen Annahmen sind, mit denen sie arbeiten, und die Dinge noch nicht spruchreif seien. 

Wie geht es für die Beschäftigten weiter? 

Laut der IG Metall Augsburg sind die Verhandlungen für einen Interessenausgleich und Sozialplan abgeschlossen. Die Möglichkeiten des Betriebsrats seien hier aber wegen des Insolvenzrechts eingeschränkt gewesen. Dennoch gibt es laut IG Metall unterstützende Transfermaßnahmen wie Bewerbertrainings und Angebote zur beruflichen Neuorientierung. Zudem wolle die IG Metall die Mitarbeitenden dabei unterstützen, eine neue Stelle zu finden. Dafür will sie Kontakte zu Unternehmen herstellen, die qualifizierte Fachkräfte suchen. „Viele Betriebe in der Region benötigen genau die Kompetenzen, die die Kolleginnen und Kollegen von Eberle mitbringen“, so die IG Metall in ihrer Mitteilung. 

Hier setzt die IG Metall auch auf Unterstützung durch die lokale Politik. „Zugleich erwarten wir von der Politik, dass sie sich klar für einen attraktiven Industriestandort Augsburg einsetzt und Verantwortung für eine vorausschauende Industriepolitik übernimmt“, sagt Ferdije Rrecaj, Geschäftsführerin der IG Metall Augsburg. „Der Erhalt guter industrieller Arbeitsplätze muss ein zentrales Anliegen der regionalen Entwicklung bleiben.“ Für die Auszubildenden von Eberle zeichne sich eine gute Lösung ab. Sie sollen ihre Ausbildung bei anderen Unternehmen in Augsburg fortsetzen. 

Warum ist Eberle insolvent? 

Dass es Eberle und dem Mutterkonzern, der Greiffenberger AG, nicht gut geht, war schon länger bekannt. Bereits Ende 2024 hatte Eberle angekündigt, wegen der wirtschaftlichen Situation 90 Stellen abzubauen. Mitte August hatte das Amtsgericht schließlich die Insolvenzverfahren für Eberle und Greiffenberger eröffnet. Grund: Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. 

„Geopolitische Konflikte, hohe Energiepreise sowie Unsicherheiten im internationalen Umfeld belasten die Branche und auch die Industrie insgesamt. Gleichzeitig sehen sich auch viele Kunden wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber, was sich dämpfend auf die Nachfrage des Betriebs ausgewirkt hat“, teilte Eberle im Mai im Rahmen seines Insolvenzantrags mit. 

Die IG Metall sieht das anders. Aus ihrer Sicht sind nicht nur die schwierigen Marktbedingungen Grund für die Insolvenz. „Die Verantwortung trägt auch die frühere Unternehmensführung, die es versäumt hat, rechtzeitig tragfähige Zukunftsperspektiven für den Standort zu entwickeln und auf die Herausforderungen der vergangenen Jahre angemessen zu reagieren. Nun sind es doch die Beschäftigten, die am Ende die Folgen dieser Versäumnisse tragen müssen“, schreibt die IG Metall in ihrer Mitteilung.

Die Gewerkschaft warnt davor, dass mit jedem Arbeitsplatz auch Fachwissen, Erfahrung und industrielle Kompetenz verloren gehen. Dass Industriearbeitsplätze verloren gehen, dürfe nicht als unvermeidliche Entwicklung hingenommen werden. „Gute industrielle Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Fachkräfte zu sichern, ist eine gemeinsame Aufgabe aller Akteure“, so die IG Metall.

Artikel zum gleichen Thema