Unfall-Statistik Schwaben Nord

Immer mehr Verletzte bei Unfällen auf der A8

Symbolbild: Die A8 von oben. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Alle 20 Minuten geschieht in Schwaben Nord ein Unfall. Fast jede zweite Stunde wird dabei ein Mensch verletzt. Etwa jeden zwölften Tag wird jemand bei einem Verkehrsunfall getötet. Dabei wären die meisten Unfälle vermeidbar.

Das Polizeipräsidium Schwaben Nord ist für Augsburg Stadt und Land sowie die Landkreise Aichach-Friedberg, Dillingen und Donau-Ries zuständig. Ein Blick auf die Zahlen der vergangenen zehn Jahre zeigt: Die Anzahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge ist um rund 22 Prozent gestiegen. Die Zahl der Einwohner stieg ebenfalls, um circa vier Prozent. Gleichzeitig gibt es fast 28 Prozent mehr Verkehrsunfälle als noch vor zehn Jahren.

Immer weniger Verkehrstote

In Schwaben Nord ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten gesunken. Während 2006 noch 61 Menschen bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, waren es im vergangenen Jahr 30 Personen. Tatsächlich ist das die niedrigste Zahl der Verkehrstoten seit Beginn der Statistik in den 1950er Jahren. Im Jahr 2015 waren es noch 42 Personen. 20 dieser Unfälle ereigneten sich auf Landstraßen, vier auf Gemeindestraßen, drei auf Bundesstraßen und drei auf der Autobahn.

Das sind die häufigsten Gründe für Verkehrsunfälle in Schwaben Nord

Ein Blick auf den Monatsvergleich zeigt: Vor allem im Juni und im Juli kommt es erfahrungsgemäß häufig zu Verkehrsunfällen. Bei der Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle liegt überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit an erster Stelle. Bei den Unfällen unter Alkohol-Einfluss wurde 2016 ein Anstieg von 2,55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Sowohl der Anteil der dabei verletzten als auch der Anteil der tödlich verunglückten stieg dabei deutlich an. Immer häufiger kommt es auch vor, dass die Anschnallpflicht vernachlässigt wird. Viele Fahrer lassen sich zudem im Straßenverkehr leicht ablenken: Sie telefonieren, nutzen WhatsApp oder Facebook beim Fahren. Ein solches Verhalten kann schwere Folgen haben: So legt ein Autofahrer, der mit 50 Kilometern pro Stunde fährt, in zwei Sekunden bereits 28 Meter Fahrtstrecke im „Blindflug“ zurück.

Symbolbild: Mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen steigt auch die Zahl der Unfälle. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Immer mehr Fahrradunfälle

Die Anzahl der Fahrradunfälle ist im vergangenen Jahr um fast vier Prozent gestiegen. Grund dafür ist wohl auch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen: Fahrradfahren – gerade auch per E-Bike – wird immer mehr zum Trend.

Deutlich mehr Verletze bei Unfällen auf der A8

Auffällig ist auch, dass die Anzahl der Verletzten auf der Autobahn A8 gestiegen ist. So wurden 2016 117 mehr Verletzte als 2015 gemessen. Diesen Anstieg kann sich das Polizeipräsidium Schwaben Nord nicht erklären: Einen Massen-Unfall gab es im vergangenen Jahr nicht. Es sitzen zuletzt jedoch immer mehr Menschen in einem Auto, was die steigende Anzahl der Verletzten bei relativ gleich bleibender Unfallzahl erklären könnte. Zudem wurde der dreispurige Ausbau Ende 2015 freigegeben. 2016 war also das erste Jahr, in dem der in den Zuständigskeits-Bereich der Polizei Schwaben Nord fallende Teil durchgängig dreispurig befahrbar war. Der Ausbau hat aus Sicht der Polizei auch zu einer erhöhten Geschwindigkeit geführt.

Neuer „Blitzer-Marathon“ für Schwaben geplant

Direkte Unfall-Schwerpunkte konnte die Polizei Schwaben Nord für 2016 nicht feststellen. Um die Öffentlichkeit für das Thema Verkehrssicherheit zu sensibilisieren, ist für 2017 erneut ein sogenannter Blitzer-Marathon geplant. Dieser wird aller Voraussicht nach im Juli stattfinden. Einen weiteren könnte es bereits im April während der Osterferien geben. Diesbezüglich steht die Entscheidung aber noch nicht fest.

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