Handelsbeziehungen

IHK Schwaben: Unternehmen müssen sich auf Brexit vorbereiten

Der Sitz der IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Britische Regierung hat ihre neuen Vorstellungen für den Brexit  der EU vorgelegt. Das müssen schwäbische Unternehmen dazu wissen.

Im Kern des neuen Regierungsplans steht eine Freihandelszone, die den freien Warenverkehr zwischen dem Kontinent und Großbritannien garantieren soll. Die IHK Schwaben blickt gespannt auf die angekündigte Vorlage weiterer Details zum britischen Vorschlag für ein Freihandelsabkommen mit der EU. „Wir hoffen auf eine solide Verhandlungsgrundlage, die rasch Fortschritte bringt. Schließlich sollen die Verhandlungen bereits im Oktober abgeschlossen sein“, so Jana Lovell, Leiterin des Geschäftsfelds International der IHK Schwaben.

Bis zum Brexit bleibt nicht mehr viel Zeit

Bis zum tatsächlichen Vollzug des Brexit am 30. März 2019 bleibt daher nicht mehr viel Zeit. Die IHK Schwaben hatte die Einigung im britischen Brexit-Verhandlungskurs auf ein „Freihandelsgebiet“ verhalten als erstes, positives Signal weg von einem harten Brexit gewertet.„Die Wirtschaft hofft, dass der freie Warenverkehr mit Großbritannien so wenig wie möglich eingeschränkt wird. Die Frage wird nun sein, wie man die Vorstellung der Briten mit den vier Grundfreiheiten des EU-Binnenmarkts in Einklang bringt. Aktuell bleiben viele Fragezeichen, die Verunsicherung bei den Unternehmen hält an", so Lovell.

Unternehmen müssen sich auf Scheitern vorbereiten

Die IHK rät Unternehmen in Schwaben, sich auch auf ein mögliches Scheitern der Verhandlungen vorzubereiten. Mit dem „harten Brexit“ würde Großbritannien zu einem Handelspartner, der weder an Zollunion und Binnenmarkt noch an besondere Verträge gebundenen wäre. Die IHK Schwaben zeigt mit einer Checkliste Themenfelder auf, bei denen es Anpassungsbedarf im Unternehmen geben könnte und steht den Unternehmen beratend zur Seite.

IHK Schwaben begrüßt EU-Japan-Freihandelsabkommen

Zudem begrüßt die IHK Schwaben die Unterzeichnung des EU-Japan-Freihandelsabkommens. Durch das Abkommen bekommen deutsche Unternehmen in Japan einen besseren Marktzugang, da beispielsweise Zölle weitgehend aufgehoben und nicht-tarifäre Handelshemmnisse abgebaut werden. „In einer Zeit, in der protektionistische Tendenzen weltweit zunehmen, geht von diesem Abkommen ein positives Signal für mehr Zusammenarbeit und gegen Protektionismus aus“, so Jana Lovell, Leiterin des Geschäftsfelds International der IHK Schwaben. Das Exportvolumen Bayerns nach Japan liegt bei rund 3,7 Milliarden Euro. Für Bayern ist Japan der zweitwichtigste Handelspartner in Asien. Aktuell unterhalten über 200 Firmen aus Bayerisch-Schwaben aktive Geschäftsbeziehungen zu Japan.
 

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