Fachkräftemangel

IHK Schwaben: Rund 60 Flüchtlinge schließen Ausbildung erfolgreich ab

Im Rahmen des Projekts der IHK Schwaben „Junge Flüchtlinge in Ausbildung“ haben knapp 60 junge Flüchtlinge ihre Abschlussprüfungen erfolgreich abgelegt. Damit leistet die Kammer einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Die Industrie- und Handelskammer Schwaben startete im Dezember 2014 das bayernweit einzigartige Projekt zur Integration junger Flüchtlinge in den Ausbildungsmarkt. Bereits 2017 hatten 20 junge Flüchtlinge ihre IHK-Prüfungen bestanden.

IHK unterstützt Unternehmen bei der Fachkräftesicherung

„Darauf sind wir sehr stolz. Denn es beweist, dass wir mit dem Engagement unseres fünf-köpfigen Integrationsteams von der Berufsorientierung in den Berufsintegrationsklassen, über das Matching bis hin zu individueller Betreuung und gezielter Prüfungsvorbereitung derzeit rund 1.100 jungen Menschen die Chance auf eine duale Ausbildung eröffnen konnten. Damit unterstützen wir Unternehmen bei ihrer Fachkräftesicherung. Insbesondere in Berufen, die unter starkem Bewerbermangel leiden. Also eine win-win-Situation für beide,“ berichtet Dr. Andreas Kopton.

Berufe mit extremen Bewerbermangel im Fokus

„Unser Projekt haben wir darauf ausgerichtet, dass wir diese jungen Menschen im Rahmen unserer Berufsorientierung in den Berufsintegrationsklassen auch dahingehend beraten, welche Branchen besonders unter dem Fachkräftemangel leiden,“ erklärt Kopton. 70 Prozent der Flüchtlinge konnten danach in Ausbildungsberufe mit einem extremen Bewerbermangel vermittelt werden. „Diese Fokussierung ist richtig. Denn 90 Prozent der fertigen Facharbeiter in metallverarbeitenden Berufen, in der Logistik, im Einzelhandel und in der Gastronomie werden von den Ausbildungsbetrieben demnach übernommen“, so Kopton.

Betrieben werden Steine in den Weg gelegt

„Jedoch mischt sich in die Freude über den erfolgreichen Abschluss unserer knapp 60 Prüflinge große Sorge. Bereits während der Ausbildung wurden den Betrieben trotz bestehender ‚3+2-Regelung‘ immer wieder Steine in den Weg gelegt. Und auch jetzt bei der Weiterbeschäftigung entsprechend der ‚+2-Regelung‘ gibt es keine automatische Arbeitserlaubnis für zwei Jahre, sondern maximal für drei Monate. Auch hier gilt nur die sogenannte Ermessensduldung. Von Planungssicherheit bei den betroffenen Unternehmen sind wir mit dieser Praxis weit entfernt. Wir brauchen hier schnelle und pragmatische Lösungen. ‚+2‘ muss ohne Probleme funktionieren“, fordert Kopton.

Vielen Berufsschulabgänger droht die Abschiebung

Eine weitere Unsicherheit betrifft die rund 2.000 jungen Flüchtlinge, die im Juli die Berufsintegrationsklassen in Schwaben verlassen und damit potentielle Bewerber für eine duale Ausbildung sind. Von diesen Berufsschülern haben bereits rund 200 einen Ausbildungsvertrag in einem IHK-Beruf abgeschlossen. Doch vielen der vorwiegend afghanischen Berufsschulabgänger droht die Abschiebung. Gerade diese werden von den Unternehmen aufgrund ihres hohen Engagements gezielt nachgefragt. „Wir brauchen für diese ausbildungsreifen jungen Menschen eine schnelle und pragmatische Lösung. Denn die Unternehmen suchen händeringend Bewerber für ihre offenen Stellen. Das gilt besonders für Betriebe aus der Metallverarbeitung, Logistik, Einzelhandel und der Gastronomie,“ betont Kopton.

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