Regionaler Handel

IHK Schwaben: Neue Leitfäden für den Handel der Region

Archiv. Symbolbild. Die IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Jedes dritte kleine Lebensmittelgeschäft in Bayerisch-Schwaben musste seit 2005 schließen. Ein Leitfaden der IHK soll zeigen, wie die Nahversorgung funktionieren kann.

Wie werden Innenstädte fit für die Zukunft? Wie lässt sich der Handel auf dem Land beleben? Und welche Perspektiven haben kleine Dorfläden? In Modellstudien hat sich die IHK Schwaben mit der Situation des Handels in der Region befasst und Antworten auf all diese Fragen gesucht. Das Ergebnis: Fünf Leitfäden mit konkreten Empfehlungen und Checklisten für Politik, Verbände und Gewerbetreibende. Der neueste Leitfaden befasst sich mit der Nahversorgung im ländlichen Raum.

Großer Konkurrenzdruck

Gemeinsam mit den Projektpartnern, dem Landratsamt Unterallgäu, der Handwerkskammer Schwaben und ProNah e.V., hat sich die IHK Schwaben auf die Suche nach den wichtigsten Erfolgsfaktoren kleiner Nahversorger gemacht. Hierfür wurde exemplarisch der Landkreis Unterallgäu gewählt. „Wir haben es im Bereich der Nahversorgung mit einem enormen Wettbewerbsdruck zu tun“, erklärte Elke Hehl, Handelsexpertin der IHK Schwaben. Die Geschäfte, die für die fußläufige Nahversorgung so wichtig seien– etwa der kleine Dorfladen ums Eck –, täten sich immer schwerer, sich gegen die übermächtige und meist günstigere Konkurrenz der Filialisten zu behaupten.

Wohn- und Lebensqualität durch kleine Läden

In Bayerisch-Schwaben hat allein zwischen 2005 und 2014 mehr als jedes dritte kleine Lebensmittelgeschäft geschlossen. Die Zahl der großen Discounter nahm im gleichen Zeitraum um zehn Prozent zu. Ihre Verkaufsfläche sogar um 25 Prozent. „So komfortabel die großen Einkaufszentren für die mobilen Bürger sind – die kleinen Läden sind wichtige Kommunikations- und Treffpunkte und auch Arbeitgeber und Steuerzahler“, betont Hehl. „Und sie machen ein gutes Stück der Wohn- und Lebensqualität unserer Dörfer aus.“

Instrument für Politik und Gewerbetreibende

Im Rahmen der Modellstudie haben Experten der Universität Augsburg im Unterallgäu zahlreiche Gespräche bei Händlern vor Ort geführt. Außerdem wurden Best-Practice-Strategien überprüft und bundesweite Studien ausgewertet. Herausgekommen ist ein Katalog aus Maßnahmen zur Stärkung der Nahversorgung im ländlichen Raum. „Wir geben damit der lokalen Politik, den Verbänden und Gewerbetreibenden in ganz Bayerisch-Schwaben ein Instrument an die Hand, das ihnen hilft, angepasst an ihre individuelle Situation die richtigen Schritte zu ergreifen. Dabei müssen sie nicht bei null anfangen, sondern können aufbauend auf den Erkenntnissen der Modellstudie agieren“, erläutert Hehl.

Vom Service bis zur Kooperation

In dem Leitfaden dargestellt werden wichtige Faktoren, die den Erfolg der ländlichen Nahversorgung beeinflussen: Hier geht es hauptsächlich um die richtige Lage der Geschäfte, eine gute Servicequalität, passende Ladenkonzepte oder Vermarktungsstrategien. Erläutert werden Möglichkeiten lokaler Kooperationen und Förderprogramme. Außerdem gibt es übersichtliche Checklisten und eine Liste mit den häufigsten Fehlern, die es zu vermeiden gilt.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Regionaler Handel

IHK Schwaben: Neue Leitfäden für den Handel der Region

Archiv. Symbolbild. Die IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Jedes dritte kleine Lebensmittelgeschäft in Bayerisch-Schwaben musste seit 2005 schließen. Ein Leitfaden der IHK soll zeigen, wie die Nahversorgung funktionieren kann.

Wie werden Innenstädte fit für die Zukunft? Wie lässt sich der Handel auf dem Land beleben? Und welche Perspektiven haben kleine Dorfläden? In Modellstudien hat sich die IHK Schwaben mit der Situation des Handels in der Region befasst und Antworten auf all diese Fragen gesucht. Das Ergebnis: Fünf Leitfäden mit konkreten Empfehlungen und Checklisten für Politik, Verbände und Gewerbetreibende. Der neueste Leitfaden befasst sich mit der Nahversorgung im ländlichen Raum.

Großer Konkurrenzdruck

Gemeinsam mit den Projektpartnern, dem Landratsamt Unterallgäu, der Handwerkskammer Schwaben und ProNah e.V., hat sich die IHK Schwaben auf die Suche nach den wichtigsten Erfolgsfaktoren kleiner Nahversorger gemacht. Hierfür wurde exemplarisch der Landkreis Unterallgäu gewählt. „Wir haben es im Bereich der Nahversorgung mit einem enormen Wettbewerbsdruck zu tun“, erklärte Elke Hehl, Handelsexpertin der IHK Schwaben. Die Geschäfte, die für die fußläufige Nahversorgung so wichtig seien– etwa der kleine Dorfladen ums Eck –, täten sich immer schwerer, sich gegen die übermächtige und meist günstigere Konkurrenz der Filialisten zu behaupten.

Wohn- und Lebensqualität durch kleine Läden

In Bayerisch-Schwaben hat allein zwischen 2005 und 2014 mehr als jedes dritte kleine Lebensmittelgeschäft geschlossen. Die Zahl der großen Discounter nahm im gleichen Zeitraum um zehn Prozent zu. Ihre Verkaufsfläche sogar um 25 Prozent. „So komfortabel die großen Einkaufszentren für die mobilen Bürger sind – die kleinen Läden sind wichtige Kommunikations- und Treffpunkte und auch Arbeitgeber und Steuerzahler“, betont Hehl. „Und sie machen ein gutes Stück der Wohn- und Lebensqualität unserer Dörfer aus.“

Instrument für Politik und Gewerbetreibende

Im Rahmen der Modellstudie haben Experten der Universität Augsburg im Unterallgäu zahlreiche Gespräche bei Händlern vor Ort geführt. Außerdem wurden Best-Practice-Strategien überprüft und bundesweite Studien ausgewertet. Herausgekommen ist ein Katalog aus Maßnahmen zur Stärkung der Nahversorgung im ländlichen Raum. „Wir geben damit der lokalen Politik, den Verbänden und Gewerbetreibenden in ganz Bayerisch-Schwaben ein Instrument an die Hand, das ihnen hilft, angepasst an ihre individuelle Situation die richtigen Schritte zu ergreifen. Dabei müssen sie nicht bei null anfangen, sondern können aufbauend auf den Erkenntnissen der Modellstudie agieren“, erläutert Hehl.

Vom Service bis zur Kooperation

In dem Leitfaden dargestellt werden wichtige Faktoren, die den Erfolg der ländlichen Nahversorgung beeinflussen: Hier geht es hauptsächlich um die richtige Lage der Geschäfte, eine gute Servicequalität, passende Ladenkonzepte oder Vermarktungsstrategien. Erläutert werden Möglichkeiten lokaler Kooperationen und Förderprogramme. Außerdem gibt es übersichtliche Checklisten und eine Liste mit den häufigsten Fehlern, die es zu vermeiden gilt.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben