Nachwuchs

IHK Schwaben: Ausbildungsmarkt nach Corona im Aufschwung

Gut vier Wochen nach dem offiziellen Ausbildungsstart ist viel Bewegung auf dem Markt: Allein im September sind bei der IHK Schwaben rund 800 zusätzliche Ausbildungsverträge für das laufende Jahr eingegangen.

 „Wegen der Corona-Krise war die Berufsorientierung und -findung im Frühjahr lange lahmgelegt. Jetzt zeigt sich ein deutlicher Nachholeffekt“, sagt Gerd Stiefel, Vorsitzender der IHK Regionalversammlung Neu-Ulm. Er ist überzeugt, dass sich der Trend fortsetzen wird: „Die Wirtschaft ist auf Erholungskurs. Die jungen Menschen erkennen, dass eine berufliche Ausbildung beste berufliche Perspektiven bietet.“ Die Lücke zum Vorjahr ist somit fast geschlossen.

Befürchteter Einbruch konnte abgewendet werden

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Die Zahl der neuen Auszubildenden ist schwabenweit auf gut 7.700 gestiegen und liegt damit nur knapp unter dem Vorjahresniveau. „Angesichts eines monatelangen Lockdowns und des eingeschränkten Schulbetriebes hatte man noch vor wenigen Monaten einen massiven Einbruch befürchtet“, sagt Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK Regionalversammlung Günzburg. „Daher sind diese Zahlen durchaus positiv zu bewerten. Die Anstrengungen, junge Menschen in dieser schwierigen Situation für eine Ausbildung zu begeistern, haben sich gelohnt“, so Hutter weiter. In Westschwaben liegt die Zahl der Neuverträge aktuell bei 1.021 und damit nur leicht unter dem Vorjahresniveau. 2020 waren es zum gleichen Zeitpunkt 1.073 Neuverträge. Bei den Bewerbern waren in den vergangenen Wochen insbesondere technische Berufe wie der KfZ-Mechatroniker sowie kaufmännische Berufe gefragt.

 Demografischer Wandel und trend zur Akademisierung 

Ein Rückgang bei der Zahl der Neuverträge im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem im Bereich Metall und Elektro sowie im Hotel- und Gastgewerbe zu verzeichnen. Grund dafür ist nicht allein die Corona-Krise. „Wir spüren auf dem Ausbildungsmarkt seit langem den demografischen Wandel. Die Zahl der Schulabgänger geht deutlich zurück“, erklärt Bernd Mack, Vizepräsident der IHK Schwaben. Darüber hinaus sorgt der ungebrochene Trend der Akademisierung für einen Bewerberschwund. „Viele glauben fälschlicherweise, dass der Abschluss einer weiterführenden Schule oder ein Studium der bessere Einstieg ins Berufsleben ist“, so Mack weiter.

Auswirkungen der Corona- Krise

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Verstärkt wurden diese Faktoren nun bereits im zweiten Jahr in Folge durch die massiven coronabedingten Einschränkungen: Praktika in Betrieben waren über Monate nur schwer möglich, die Berufsberatung an den Schulen deutlich erschwert. „Zusätzlich haben wir bei den Bewerbern viel Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe und die konjunkturelle Lage gespürt“, berichtet Roland Kober, Vizepräsident der IHK Schwaben. Die Folge: Viele Schulabgänger haben sich in dieser Situation eher für eine weiterführende Schule als für eine duale Ausbildung entschieden. Doch schon mit Beginn der Corona-Lockerungen zeigte sich eine Umkehr: „Aufgrund der deutlich besseren wirtschaftlichen Situation unserer Unternehmen und der besseren Möglichkeiten, die jungen Menschen über berufliche Optionen zu beraten, rechnen wir mit einer Zunahme der Bewerberzahlen“, so Kober weiter.

Mehr offene Stellen als Bewerber 

Nach wie vor gibt es einen großen Überhang offener Stellen, vor allem im Handel und in der Gastronomie. „Die Chancen für junge Menschen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, stehen auch jetzt sehr gut“, betont Hermann Hutter. Sollte es bisher mit dem Traumjob nicht geklappt haben, empfehlen die IHK-Experten, sich über verwandte Berufsbilder zu informieren. „Es lohnt sich zudem, nicht nur vor der Haustüre zu suchen, sondern den Blick zu weiten.“

IHK strebt zielgerichtete Nachvermittlung an

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Mit zahlreichen Maßnahmen, die in den kommenden Wochen fortgeführt werden, trägt die IHK Schwaben dazu bei, dass Jugendliche, die bislang bei der Lehrstellensuche leer ausgegangen waren, doch noch zum Zug kommen. „Die Unternehmen in Westschwaben sind dringend auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Daran hat auch die Corona-Krise nichts geändert. Daher müssen wir alles unternehmen, um das Ausbildungsniveau hochzuhalten“, sagt Gerd Stiefel. Die IHK Schwaben legt besonderes Augenmerk auf eine gezielte Nachvermittlung.

Konkrete Maßnahmen

Dabei kümmern sich Experten der IHK in individuellen Beratungen um Unternehmen, die einen Auszubildenden suchen, oder um Schulabgänger, die noch in diesem Jahr mit einer Ausbildung starten möchten. Dazu steht man in engem Kontakt mit weiterführenden Schulen. Flankiert werden die Bemühungen durch digitale Angebote, Projekte wie die Schulpartnerschaften oder die digitalen Ausbildungsscouts. Die Kampagne „Elternstolz“ richtet sich vor allem an Eltern, die man für das Thema Berufswahl sensibilisieren will.

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 Demografischer Wandel und trend zur Akademisierung 

Ein Rückgang bei der Zahl der Neuverträge im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem im Bereich Metall und Elektro sowie im Hotel- und Gastgewerbe zu verzeichnen. Grund dafür ist nicht allein die Corona-Krise. „Wir spüren auf dem Ausbildungsmarkt seit langem den demografischen Wandel. Die Zahl der Schulabgänger geht deutlich zurück“, erklärt Bernd Mack, Vizepräsident der IHK Schwaben. Darüber hinaus sorgt der ungebrochene Trend der Akademisierung für einen Bewerberschwund. „Viele glauben fälschlicherweise, dass der Abschluss einer weiterführenden Schule oder ein Studium der bessere Einstieg ins Berufsleben ist“, so Mack weiter.

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Mehr offene Stellen als Bewerber 

Nach wie vor gibt es einen großen Überhang offener Stellen, vor allem im Handel und in der Gastronomie. „Die Chancen für junge Menschen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, stehen auch jetzt sehr gut“, betont Hermann Hutter. Sollte es bisher mit dem Traumjob nicht geklappt haben, empfehlen die IHK-Experten, sich über verwandte Berufsbilder zu informieren. „Es lohnt sich zudem, nicht nur vor der Haustüre zu suchen, sondern den Blick zu weiten.“

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Konkrete Maßnahmen

Dabei kümmern sich Experten der IHK in individuellen Beratungen um Unternehmen, die einen Auszubildenden suchen, oder um Schulabgänger, die noch in diesem Jahr mit einer Ausbildung starten möchten. Dazu steht man in engem Kontakt mit weiterführenden Schulen. Flankiert werden die Bemühungen durch digitale Angebote, Projekte wie die Schulpartnerschaften oder die digitalen Ausbildungsscouts. Die Kampagne „Elternstolz“ richtet sich vor allem an Eltern, die man für das Thema Berufswahl sensibilisieren will.

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