Nachfolgesicherung

HypoVereinsbank: Gehen Augsburg die Unternehmer aus?

Jochen Mayr und Peter Hoffmann. Foto: HypoVereinsbank
Ungelöste Unternehmens-Nachfolgen bedrohen die Wirtschaftskraft: Laut einer Studie der HypoVereinsbank sind etwa 56.000 Arbeitsplätze allein in Augsburg betroffen.

Laut Regionalstatistik stehen allein in Augsburg bis 2025 rund 900 Unternehmen zur Übernahme an. „Wir beobachten eine zunehmende Nachfrage an individuellen Nachfolgelösungen über alle Branchen hinweg“, sagt Peter Hoffmann, Leiter des Firmenkundengeschäfts der HypoVereinsbank in der Region Schwaben & Allgäu.

Durchschnittsalter deutscher Unternehmer über 50 Jahre

In Deutschland spielen mittelständische Firmen eine wesentliche Rolle. Diese befinden sich zu mehr als 90 Prozent im Familienbesitz oder sind familiengeführt. Der großen Anzahl von Unternehmen steht allerdings eine viel kleinere Menge an möglichen Nachfolgern gegenüber. Denn das Durchschnittsalter deutscher Unternehmer liegt bei über 50 Jahren, 40 Prozent sind sogar älter als 55. Viele Unternehmen haben Probleme, einen passenden Nachfolger zu finden.

Tausende Arbeitsplätze betroffen

Eine ungeklärte Nachfolgesituation, die zudem häufig auf die lange Bank geschoben wird, kann sich negativ auswirken: Es droht ein Investitionsstau bis hin zum Substanzverlust des Unternehmens und im schlimmsten Fall die Schließung. Allein in der Region Augsburg sind von bevorstehenden Unternehmens-Übergängen nach Schätzung der HypoVereinsbank rund 56.000 Arbeitsplätze bis 2025 betroffen. Betrachtet man den gesamten Wirtschaftsraum, wären es bei 2.000 übergabereifen Unternehmen bis 2025 sogar rund 130.000 Arbeitsplätze.

Mehrjährige Planung wichtig

Umso wichtiger ist es, die Planung von Nachfolge und Übergabe frühzeitig in Angriff zu nehmen. Für eine Nachfolge sollte ein mehrjähriger Vorlauf eingeplant werden, auch dann, wenn Unternehmen in der Familie übergeben werden – was bei rund 50 Prozent der Fall ist. Weitere Möglichkeiten sind die Übergabe an einen Mitgesellschafter, Mitarbeiter oder ein anderes Unternehmen. Oft zeigen sich Probleme erst nach einer Übergabe, beispielsweise wenn der Nachfolger den Investitions- oder gar Restrukturierungsbedarf unterschätzt.

Öffentliche Fördermittel sind vorhanden

Ob der Übernehmer aus der Familie kommt, aus dem Unternehmen selbst oder von außerhalb – in der Regel müssen die Nachfolger den Übernahmepreis für ihr neues Unternehmen finanzieren. In den seltensten Fällen ist dies allein aus Eigenmitteln möglich. Gängig ist eine Kombination aus Eigenmitteln des Nachfolgers, Darlehen des bisherigen Unternehmers und einer Bankfinanzierung kombiniert mit Förderkrediten. Da das Thema Unternehmens-Nachfolge auch auf politischer Ebene eine hohe Bedeutung hat, stehen für diesen Bereich vielfältige öffentliche Fördermittel zur Verfügung.

Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen

Für viele Unternehmer hat gerade auch die Vermögensnachfolge der privaten Vermögen eine hohe Bedeutung. Denn für sie spielt die langfristige Sicherung des eigenen Lebenswerks eine zentrale Rolle: „Viele Kunden möchten mit ihrem Privatvermögen auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen – zum Beispiel durch die Gründung einer Stiftung oder durch Zustiftung zu einer bestehenden Stiftung. Bereits in rund sechs Prozent aller Erbfälle ist der potenzielle Erbe eine gemeinnützige Organisation“, so Jochen Mayr, Leiter Private Banking der HypoVereinsbank Augsburg.

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