Corona-Krise

Hotel Maximilian's beschreibt Corona-Lage als „katastrophal“

Die Hotel-Branche leidet unter den Corona-Einschränkungen – so auch aktuell im „Lockdown Light“. Was bereits der erste Lockdown mit dem Betrieb gemacht hat und was sich allgemein durch das Virus verändert hat, verrät Theodor Gandenheimer, Hoteldirektor des Maximilian's – ehemalig Drei Mohren.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Die Corona-Pandemie hat die Hotelszene hart getroffen. Wie würden Sie die aktuelle Lage beschreiben und wie bewerten Sie den neuen Lockdown?

Theodor Gandenheimer: Als sehr katastrophal. Die letzten Wochen ging es bei uns eher wieder in eine positive Richtung, die uns Hoffnung gemacht hat. Seit dem erneuten Anstieg der Infektionszahlen und den strengeren Maßnahmen sind die Buchungszahlen leider wieder massiv eingebrochen. Der neue Lockdown ist genauso katastrophal wie der erste. Der einzige Lichtblick ist die versprochene Umsatz-Erstattung – aber auch da gibt es noch vieles, das ungeklärt ist. 

Was hat sich seit dem ersten Lockdown im Frühjahr im Hotelalltag verändert?

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Eigentlich alles. Der aktuelle Hotelalltag hat derzeit wenig mit unserem gewöhnlichen Ablauf zu tun. Angefangen von ständig wechselnden Öffnungszeiten unserer Restaurants und der Bar über Stornierungen von Hochzeiten, Geburtstagen und Tagungen bis hin zu einem Großteil der Mitarbeiter in Kurzarbeit. Eine langfristige Planung ist auch aktuell nicht möglich – wir müssen von Woche zu Woche abwarten und entsprechend reagieren.

Welche Hygienemaßnahmen setzen Sie schon immer um und was ist durch die Pandemie hinzugekommen?

Unser Hygienestandard war im gesamten Haus schon immer sehr hoch. Beispielsweise ist regelmäßiges Händewaschen und auch Handdesinfektion für unsere Mitarbeiter nichts Neues. Auch die Desinfektion von Oberflächen in Zimmern oder in unseren Restaurants stand schon immer an der Tagesordnung. Wir kennzeichnen diese Maßnahmen nur jetzt mit speziellen Aufklebern und es sind natürlich noch ein paar Hygienespender mehr dazu gekommen.  Dass wir mit Masken und hinter Plexiglasscheiben arbeiten oder auch Meetings mit Abstand haben, ist natürlich neu. Auch fallen viele Plätze in unseren beiden Restaurants maximilian°s und Sartory sowie der Bar3M weg. Dass unsere Gäste hier Handschuhe am Frühstücksbuffet tragen und sich an Laufwege halten müssen oder die neue Barkarte auf spezielles Virenpapier gedruckt wurde, sind ebenfalls der Pandemie geschuldete Maßnahmen.

Wie hat sich der diesjährige Sommer-Tourismus von den letzten Jahren abgehoben?

Hier hat sich unser Gästeprofil wirklich stark verändert. Wir hätten nie gedacht, dass wir uns als Stadthotel so in Richtung eines Ferienhotels entwickeln würden. Was uns sehr gefreut hat, waren die vielen Touristen oder auch Leisure Guests – wie wir in der Hotelsprache sagen – die ihren Urlaub oder auch einen kurzen Städtetrip nach Augsburg gemacht haben.

Konnten Sie dieses Jahr eine hohe Anzahl an ausländischen Touristen verzeichnen zu erkennen?

Unser Haus lebt gewöhnlicherweise von internationalen Gästen und Businessreisenden. Durch die Grenzschließungen und Reisebeschränkungen fallen diese Geschäftszweige in diesem Jahr nahezu komplett weg.

Wie kann die Hotel-Branche versuchen, nach dem „Lockdown Light“ wieder mehr Gäste anzulocken?

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Diese Frage ist schwer zu beantworten: Einerseits ist bekannt, dass die Hotels auch schon vor der Pandemie sehr gute Hygienestandards hatten, andererseits wird durch die vielen Regelungen ja Jedem die Lust am Reisen genommen. Dass die Menschen eigentlich auch gerne innerhalb des Landes verreisen, haben die Zahlen der letzten Wochen ja gezeigt. Hier haben wir vor allem durch spezielle Angebote und Packages auf die Urlaubsgäste reagiert, um den Aufenthalt noch attraktiver zu gestalten.

Wie stehen Sie zu den massiven Einschränkungen Ihres Gewerbes durch die Politik?

Es war beziehungsweise ist immer noch eine Riesen-Herausforderung, keine Frage. Wir haben sehr früh eine Hygienekonzept ausgearbeitet und dieses auch der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) zur Unterstützung vorgelegt. Es gab viele kreative Ideen, die hier im Team ausgearbeitet und umgesetzten wurden, um die dann geltenden Bestimmungen für unsere Gäste so angenehm wie möglich umzusetzen.

Allgemein macht unsere Stadt Augsburg einen herausragenden Job und kommuniziert wichtige Informationen wirklich umgehend.

Inwieweit haben Sie Unterstützung vom Staat erfahren?

Wir haben finanzielle Unterstützung erhalten. Der Aufwand zur Darlegung der entsprechenden Umsätze ist jedoch enorm und selbst wenn das Hotel komplett geschlossen ist, wie es im April der Fall war, reicht die monatliche Unterstützung lediglich für ein Viertel der Fixkosten. Somit ist das natürlich eine Hilfe, aber im Gesamtbild betrachtet nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie es nun mit den neuen Hilfen weitergeht, muss noch abgewartet werden.

Wie sieht Ihre Prognose für die nächsten Monate nach dem Lockdown aus?

Das steht wohl momentan in den Sternen. Eine Prognose lässt sich derzeit nicht definieren, da diese von der Entwicklung der Ansteckung und der dann damit verbundenen Maßnahmen der Regierung abhängig ist. Wir denken natürlich positiv und hoffen auf ein Weihnachten und Silvester mit Familie und Freunden – und Gästen im Hotel.

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Theodor Gandenheimer: Als sehr katastrophal. Die letzten Wochen ging es bei uns eher wieder in eine positive Richtung, die uns Hoffnung gemacht hat. Seit dem erneuten Anstieg der Infektionszahlen und den strengeren Maßnahmen sind die Buchungszahlen leider wieder massiv eingebrochen. Der neue Lockdown ist genauso katastrophal wie der erste. Der einzige Lichtblick ist die versprochene Umsatz-Erstattung – aber auch da gibt es noch vieles, das ungeklärt ist. 

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Welche Hygienemaßnahmen setzen Sie schon immer um und was ist durch die Pandemie hinzugekommen?

Unser Hygienestandard war im gesamten Haus schon immer sehr hoch. Beispielsweise ist regelmäßiges Händewaschen und auch Handdesinfektion für unsere Mitarbeiter nichts Neues. Auch die Desinfektion von Oberflächen in Zimmern oder in unseren Restaurants stand schon immer an der Tagesordnung. Wir kennzeichnen diese Maßnahmen nur jetzt mit speziellen Aufklebern und es sind natürlich noch ein paar Hygienespender mehr dazu gekommen.  Dass wir mit Masken und hinter Plexiglasscheiben arbeiten oder auch Meetings mit Abstand haben, ist natürlich neu. Auch fallen viele Plätze in unseren beiden Restaurants maximilian°s und Sartory sowie der Bar3M weg. Dass unsere Gäste hier Handschuhe am Frühstücksbuffet tragen und sich an Laufwege halten müssen oder die neue Barkarte auf spezielles Virenpapier gedruckt wurde, sind ebenfalls der Pandemie geschuldete Maßnahmen.

Wie hat sich der diesjährige Sommer-Tourismus von den letzten Jahren abgehoben?

Hier hat sich unser Gästeprofil wirklich stark verändert. Wir hätten nie gedacht, dass wir uns als Stadthotel so in Richtung eines Ferienhotels entwickeln würden. Was uns sehr gefreut hat, waren die vielen Touristen oder auch Leisure Guests – wie wir in der Hotelsprache sagen – die ihren Urlaub oder auch einen kurzen Städtetrip nach Augsburg gemacht haben.

Konnten Sie dieses Jahr eine hohe Anzahl an ausländischen Touristen verzeichnen zu erkennen?

Unser Haus lebt gewöhnlicherweise von internationalen Gästen und Businessreisenden. Durch die Grenzschließungen und Reisebeschränkungen fallen diese Geschäftszweige in diesem Jahr nahezu komplett weg.

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Wie stehen Sie zu den massiven Einschränkungen Ihres Gewerbes durch die Politik?

Es war beziehungsweise ist immer noch eine Riesen-Herausforderung, keine Frage. Wir haben sehr früh eine Hygienekonzept ausgearbeitet und dieses auch der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) zur Unterstützung vorgelegt. Es gab viele kreative Ideen, die hier im Team ausgearbeitet und umgesetzten wurden, um die dann geltenden Bestimmungen für unsere Gäste so angenehm wie möglich umzusetzen.

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Inwieweit haben Sie Unterstützung vom Staat erfahren?

Wir haben finanzielle Unterstützung erhalten. Der Aufwand zur Darlegung der entsprechenden Umsätze ist jedoch enorm und selbst wenn das Hotel komplett geschlossen ist, wie es im April der Fall war, reicht die monatliche Unterstützung lediglich für ein Viertel der Fixkosten. Somit ist das natürlich eine Hilfe, aber im Gesamtbild betrachtet nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie es nun mit den neuen Hilfen weitergeht, muss noch abgewartet werden.

Wie sieht Ihre Prognose für die nächsten Monate nach dem Lockdown aus?

Das steht wohl momentan in den Sternen. Eine Prognose lässt sich derzeit nicht definieren, da diese von der Entwicklung der Ansteckung und der dann damit verbundenen Maßnahmen der Regierung abhängig ist. Wir denken natürlich positiv und hoffen auf ein Weihnachten und Silvester mit Familie und Freunden – und Gästen im Hotel.

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