Sommerhitze

Gilt bei heißen Temperaturen eine andere Kleider-Ordnung im Büro?

Nicht jede Sommerkleidung eignet sich auch für das Büro. Foto: Angelina Märkl/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Gerade herrschen Temperaturen um die 30 Grad. Welche Kleidung ist da im Büro angemessen und welche nicht?

Kleidung kann ein arbeitsrechtliches Thema sein, erklärt Anita Christl, Arbeitsrechts-Expertin der IHK Schwaben. „Es gibt Betriebe, in denen eine sogenannte Kleiderordnung existiert. Diese kann sogar schriftlich fixiert sein, was aber nur in wenigen Betrieben der Fall ist. Weit häufiger gibt es einen ungeschriebenen Kleidungs-Knigge. Dieser hängt oft von der Branche ab, von der innerbetrieblichen Position oder von der Tätigkeit des Mitarbeiters. Ist ein Büroangestellter in direktem Kontakt mit Kunden wird ein anderer Kleidungsstil erwartet als in einem Büro ohne Außenkontakt.“

Arbeitgeber kann Vorgaben zur Kleidung machen

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber aus optischen Gründen Vorgaben zur Kleidung seiner Mitarbeiter machen, beispielsweise dann, wenn er sein Unternehmen einheitlich repräsentiert haben möchte. Die Vorgaben dürfen allerdings nicht überzogen sein, da es sich um einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter handelt. In einem Fall, die Kleidung von Fluggastkontrolleuren betreffend, der vor dem Arbeitsgericht Köln verhandelt wurde, hatte das Gericht deshalb darauf hingewiesen, dass eine Abwägung zwischen den betrieblichen Interessen und denen der Mitarbeiter vorzunehmen sei. Dabei dürfe die Zumutbarkeitsgrenze nicht überschritten werden. Wie so häufig in einer rechtlichen Bewertung kommt es auf den Einzelfall an.

Betriebliche Dress-Codes auch bei Hitze

Konkret bedeutet das, dass betriebliche Dress-Codes auch bei hohen Sommertemperaturen nicht außer Kraft gesetzt sind. Bei Frauen sind daher Trägertops oder tief ausgeschnittene T-Shirts oft tabu. Bei Männern dürften kurze Hosen ein No-go im Büroalltag sein. Besonders neuen Mitarbeitern ist daher zu empfehlen, das Thema konkret im Betrieb anzusprechen. „Aus sicherheits- oder hygienerechtlichen Gründen müssen manche Mitarbeiter besondere Kleidungsstücke oder Schuhe tragen. Das trifft aber weniger auf Büroarbeitsplätze zu. Oft ist das auf Baustellen der Fall oder in der Gastronomie“, erklärt Anita Christl. „Der Arbeitgeber muss hier die Vorgaben des Gesetzgebers oder der Berufsgenossenschaft zwingend einhalten.“

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Grundsätzlich kann der Arbeitgeber aus optischen Gründen Vorgaben zur Kleidung seiner Mitarbeiter machen, beispielsweise dann, wenn er sein Unternehmen einheitlich repräsentiert haben möchte. Die Vorgaben dürfen allerdings nicht überzogen sein, da es sich um einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter handelt. In einem Fall, die Kleidung von Fluggastkontrolleuren betreffend, der vor dem Arbeitsgericht Köln verhandelt wurde, hatte das Gericht deshalb darauf hingewiesen, dass eine Abwägung zwischen den betrieblichen Interessen und denen der Mitarbeiter vorzunehmen sei. Dabei dürfe die Zumutbarkeitsgrenze nicht überschritten werden. Wie so häufig in einer rechtlichen Bewertung kommt es auf den Einzelfall an.

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