Unternehmensbesuch

Georg Eisenreich bei Netz16 in Augsburg: Perfektion als Schwäche

Das Augsburger Unternehmen kümmert sich um IT-Lösungen für zahlreiche Firmen. Georg Eisenreich, Staatsminister für Digitales, Medien und Europa, informierte sich vor Ort, vor welchen Herausforderungen Netz16 aktuell steht.

Mit 13 Millionen Euro Umsatz 2017 und aktuell 140 Mitarbeitern ist das IT-Unternehmen seit seiner Gründung 2009 stark gewachsen. Die Netz16 Geschäftsführer Dr. Andreas Herch und Christian Popp kennen sich seit gut 30 Jahren, haben schon immer in der IT-Branche gearbeitet. 2013 erhielten sie für Netz16 sogar den Bayerischen Gründerpreis, setzten sich unter rund 680 Teilnehmern durch. Was das Wachstum aktuell bremst: der Fachkräftemangel.

Zwei Probleme: Programmierer finden und halten

„Wir würden sicher bei 150 Mitarbeitern stehen, wenn wir welche finden würden“, berichtet Dr. Andreas Herch dem Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger und Bayerns Staatsminister für Digitales, Medien und Europa Georg Eisenreich. Doch Programmierer seien auf dem Markt rar gesät. Um diese zu halten, gibt es beispielsweise Firmen E-Bikes und Kaffee-Stationen. Der Neubau wurde vor drei Jahren bezogen, hochmodern und mit ausgeklügelter Klimaanlage. Netz16 bildet zudem selbst aus, um zukünftig genügend Personal zu haben. Zehn Auszubildende stießen im September zum Unternehmen.

„Jeder Kunde entwickelt sich in die App-Welt“

Um Aufträge in ganz Deutschland und Europa abwickeln und betreuen zu können, ist Netz16 in der Fnext AG. Auch um gegen Bechtle und Cancom bestehen zu können, betont Christian Popp. Das Netzwerk besteht aus den 20 größten Fujitsu Partnern. So wird eine flächendeckende Serviceabdeckung gewährleistet. Aber auch in Bayrisch-Schwaben arbeitet das Unternehmen an vielen Projekten. „Jeder Kunde entwickelt sich in die App-Welt“, weiß Dr. Andreas Herch. Für Fendt Caravan entwickelt sein Unternehmen eine Community App. Außerdem will Netz16 den AEV-Fan digitalisieren. Eine entsprechende App soll es den Panthern ermöglichen, neue überregionale Sponsoren zu finden. Diese können dort direkt am Fan werben.

Leicht zu verstehen, leicht zu verkaufen

Ein weiteres neues Modell der Geschäftsführer: Silberigel. Gärten bis 2.000 Quadratmeter können hier gemäht werden lassen. Eine Art „Uber für Rasenmäher“ und eine vielversprechende „Wochenend-Idee“, wie die Geschäftsführer erklären. Das haben sie aus Berlin. Die Hauptstadt ist die Startup-Hochburg der Bundesrepublik. Die Strategien dort simpel: ein einfaches Produkt schnell auf den Markt bringen und dort mit der Community zusammen weiterentwickeln. Es macht nichts, wenn es nicht zu 100 Prozent fertig und funktionstüchtig ist. Leicht zu verstehen, leicht zu verkaufen, lautet das Motto. Vorbild hierfür sind die USA. Dem entgegen steht jedoch die deutsche Mentalität.

„Der Perfektionismus hat uns groß gemacht“

„Der Perfektionismus hat uns groß gemacht, ist eine unserer größten Stärken, aber auch eine unserer größten Schwächen“, bestätigt Georg Eisenreich. „Wir Müssen an unserer Arbeitskultur arbeiten.“ Natürlich gelte es, vor allem im Maschinenbau, nur einwandfrei funktionstüchtige Produkte auf den Markt zu bringen. Dies dürfe aber nicht dazu führen, uns abhängen zu lassen. „Wir müssen dort, wo wir stark sind, die Digitalisierung voranbringen.“ Das Thema müsse in jedem Unternehmen Chef-Sache werden, um den Prozess anzustoßen. „Die Welt von morgen ist digital.“

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