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Flitzer beim CCeV Forum in der Kreissparkasse
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Carbon Composites e.V./Kreissparkasse Augsburg

Flitzer beim CCeV Forum in der Kreissparkasse

 Prof. Klaus Drechsler, Horst Schönfeld, Dr. Hans-Wolfgang Schröder, Dr. Hubert Jäger, und Wolfgang Kudoke, Foto: CCeV

Funkelnde Augen gab es auf Seiten der Besucher des CCeV Forum in der Kreissparkasse Augsburg. Grund für das Funkeln, war ein Flitzer zum Anfassen.

Die Augen leuchten, die Herzen schlagen höher – ein schnittiger Flitzer in Sparkassenrot und Carbonschwarz war der Blickfang beim CCeV Forum in der Kreissparkasse Augsburg. Die Zukunft ist schwarz wie Carbon und in diese Zukunft blickten die rund 40 Gäste des CCeV.

Carbon macht´s möglich

Kreissparkassenvorstandsmitglied Horst Schönfeld freute sich, am aufblühenden Standort Augsburg den Roding Roadster vorstellen zu können. Der wurde zwar in Oberbayern gebaut, doch „die Carbonfasern stammen von SGL aus Meitingen“, so Schönfeld stolz. Das besondere ist, das der Roding Roadster dank Carbon nur 950 Kilogramm, anstatt doppelt so viel in herkömmlicher Stahlbauweise wiegt. Dass der Einsatz von Carbon auch im konventionellen Fahrzeugbau von Bedeutung ist, zeigt die Tatsache, dass jedes Kilo weniger Benzin spart. Noch interessanter wird das neue Material jedoch beim Bau von Elektroautos: Die schweren Batterien müssen durch Leichtbauweise ausgeglichen werden.

Carbon Composites ist Chance für die Region

Hier sieht Dr. Hans-Wolfgang Schröder, Geschäftsführer des in Augsburg gegründeten Carbon Composites e.V., eine „Chance für die Wirtschaft“ getreu dem Motto des CCeV Forum „Chancen für die Region durch Carbon Composites“: Innerhalb von fünf Jahren will man die Materialkosten für Faserverbundwerkstoffe um die Hälfte verringern, die Produktionskosten für Bauteile aus dem Material gar um 90 Prozent und die Taktzeiten in der Fertigung von PKW-Teilen ebenfalls um 90 Prozent. Ehrgeizige Ziele, die unter anderem durch die Initiative MAI Carbon in der Region München, Augsburg, Ingolstadt erreicht werden sollen.

Ein weiter Weg

Professor Klaus Drechsler, Inhaber des Lehrstuhls für Carbon Composites der TU München und Vorstandsmitglied von MAI Carbon, hat bereits Erfahrung mit der Fertigung von Pkw-Bauteilen aus Carbon für Mercedes und BMW. Es ist aber noch ein weiter Weg bis zur Serienfertigung im Zweiminutentakt, wie es in der Branche üblich ist. Deshalb arbeitet seine Fraunhofer-Projektgruppe in Augsburg mit der Firma Coriolis zusammen, die sich auch im Technologiezentrum Augsburg ansiedeln will.

Ab 2020 mit Carbon richtig Geld verdienen

Für Dr. Hubert Jäger, Leiter der Konzernforschung bei der SGL Group, ist der Automobilbau scharfer Konkurrent der Bauindustrie, wenn es um die limitierten Mengen der Carbonfasern geht: „Carbon kann Stahl im Bau ersetzen,“ sagt er beim CCeV-Forum. Und er zeigt auch für die Region einen Zeithorizont auf: „Ab 2020 kann hier mit Carbonfasern richtig Geld verdient werden.“ Noch weiter reicht der Blick von Wolfgang Kudoke von Premium Aerotec. Der Leiter der Abteilung Strategie und Geschäftsentwicklung präsentiert den staunenden Zuhörern die Luftfahrtvision 2050. Diese muss nicht unbedingt in reiner Carbonbauweise für die Flugzeuge der Zukunft bestehen, auch Hochleistungsmetalle erfüllen die Erwartungen der Luftfahrtbranche in Teilen – und: noch sind sie preisgünstiger.

Das Carbonfieber ist ausgebrochen

Doch auch Kudoke ist sich sicher, dass die Region vom Carbonfieber profitiert: „Schon allein wegen des Charmes, im Augsburg Innovationspark zusammen mit verschiedenen Branchen an der Serienreife von Faserverbundwerkstoffen zu arbeiten.“ Auch die Luftfahrt will Carbon verstärkt in automatisierten Produktionsprozessen einsetzen, statt wie bisher als Werkstoff für die Manufaktur.

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