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Eva-Maria Kunz lässt sich bei der Arbeitssuche nicht entmutigen
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Agentur für Arbeit Augsburg

Eva-Maria Kunz lässt sich bei der Arbeitssuche nicht entmutigen

„Ich gebe nicht auf“ könnte das Lebensmotto von Eva-Maria Kunz lauten. Auch wenn ihr nach langen Jahren der Betriebs-Zugehörigkeit mal wieder gekündigt wurde, Eva-Maria Kunz will ihre Arbeitslosigkeit nicht akzeptieren.

Immer wieder sucht und findet Eva-Maria Kunz eine Stelle. Auch wenn es wie dieses Mal nicht unbedingt der Job ist, den sie angestrebt hat. Eigentlich wollte sie keinen Beruf im Umfeld älterer Menschen ausüben. Als die 58-Jährige nun wieder arbeitslos wurde, bewarb sich die gelernte Industrie-Kauffrau überall im Bürobereich. Doch es hagelte nur Absagen. Das Angebot, als Präsenzkraft im Seniorenzentrum Haus Abraham in Inningen zu arbeiten, erschien ihr zunächst dennoch abwegig. „So etwas habe ich noch nie gemacht, habe ich mir zuerst gedacht. Aber bevor ich gar nichts hatte, wollte ich es ausprobieren.“

Lob von allen Seiten

Die erste Woche sei hart gewesen, vor allem psychisch. Aber inzwischen gehe es ihr besser und die Arbeit mache ihr Freude. „Jeder hier ist anders. Ich muss mich auf jeden neu einstellen und schauen, was die Bewohner noch können und wollen. Manche sind dement, manche psychisch krank. Mal lese ich etwas vor oder unterhalte mich oder ich unternehme einen Spaziergang zum Friedhof.“ Daneben gebe es auch gemeinsame Veranstaltungen wie Singen, Gymnastik, Basteln und Gedächtnistraining. Dass sich Eva-Maria Kunz gut eingelebt hat, liege auch an den Bewohnern. „Sie haben es mir leicht gemacht, mich in die ungewohnte Tätigkeit einzufinden. Sie haben mir immer Mut zugesprochen, mich gelobt und so akzeptiert, wie ich bin.“

Finanzielle Einbußen, aber eine unbefristete Stelle

Für ihre neue Arbeit nimmt Eva-Maria Kunz finanzielle Einbußen in Kauf. „Ein halbes Jahr war ich arbeitslos. Ich wollte unbedingt wieder arbeiten. Die Stelle der Präsenzkraft ist jedoch nur halbtags, dafür aber unbefristet. Inzwischen bin ich froh, nicht mehr in der Verwaltung tätig zu sein“, gibt Eva-Maria Kunz zu.

Viele Unternehmen geben nur jungen Leuten eine Chance

Welche Erfahrungen hat sie in all den Jahren im Bewerbungs-Prozess gemacht? „Je älter ich wurde, desto kürzer wurde die Beschäftigungs-Dauer und desto mehr Absagen habe ich bekommen. Zwar wurde explizit nie mein Alter als Grund genannt. Aber zwischen den Zeilen konnte ich es lesen. Den Firmen sind ältere Beschäftigte zu teuer. Dabei zahlt die Arbeits-Agentur dem Arbeitgeber doch einige Zeit einen Eingliederungs-Zuschuss in Höhe von bis zu 50 Prozent des Arbeitsentgelts.“ Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, stellt fest: „Berufserfahrene werden entlassen und Jüngere dafür eingestellt. Ich halte diese Entwicklung für bedenklich. Die Unternehmer müssen sich klar machen, dass aufgrund der demografischen Entwicklung zukünftig weniger junge Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.“

Jung und alt für ein gutes Betriebsklima

Für Eva-Maria Schreiner, die Heimleiterin des Hauses Abraham, spielte das Alter von Eva-Maria Kunz bei der Bewerbung keine Rolle. „Im Seniorenstift ist man immer jung. Unsere Bewohner sind zwischen Ende 70 und über 100 Jahren. Und auch unsere Belegschaft ist altersmäßig bunt. Aber gerade die Mischung zwischen Jugend und Alter tut dem Betriebsklima sehr gut. Ältere Beschäftigte sind gelassener und weniger hektisch.“ Eine Sichtweise, die auch Reinhold Demel bei seinen Gesprächen mit Firmenvertretern bestätigt findet.

Schwierige Arbeitslage für Arbeitnehmer über 50

Im September 2011 wurden 14.865 Arbeitslose im Zuständigkeits-Bereich der Agentur für Arbeit Augsburg gezählt. 33,3 Prozent davon sind zwischen 50 und 65 Jahren. Statistisch gesehen wurden zwischen September 2008 und September 2011, trotz eines allgemeinen Rückgangs der Arbeitslosen-Zahl, mehr Leute zwischen 50 und 65 Jahren arbeitslos. Noch schwieriger ist die Situation für Arbeitslose zwischen 55 und 65 Jahren. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen betrug im September 2008 noch 15,7 Prozent und jetzt 22 Prozent. Der Anteil dieser Personen-Gruppe an den älteren Arbeitslosen ist auf 66 Prozent gestiegen.

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