Stadt Augsburg

Eva Weber zu Pop-Up-Stores und wie sie die Augsburger Innenstadt bereichern

Symbolbild: Eva Weber erklärt das Konzept Pop-Up-Stores. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN / Stadt Augsburg

Wo heute noch alte Zeitungen die Fenster verkleben, kann morgen schon der nächste Trend-Shop seine Türen öffnen: Pop-Up-Stores übernehmen immer mehr Leerstände. Davon profitieren nicht nur die jungen Start-Ups mit ihren „hippen“ Konzepten, sondern auch die Augsburger Innenstadt. Im Interview mit B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN erklärte 2. Bürgermeisterin Eva Weber, was es mit dem neuen Store-Phänomen auf sich hat.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Frau Weber, was genau ist ein Pop-Up-Store?

Eva Weber: Pop-Up-Stores sind Nutzungen, die meistens nur für ein paar Tage, Wochen oder Monate „aufpoppen“ und dann wieder verschwinden. Gelegentlich werden die Kurzzeitläden auch Guerilla-Stores genannt, da sie oft unangekündigt an ungewöhnlichen Orten auftauchen und dort eine hohe Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Es handelt sich somit um ein innovatives Konzept, dass durch seine Kurzweiligkeit besticht und Abwechslung bietet. Die Einrichtung ist dabei meistens nur improvisiert. Pop-Up-Stores dienen sowohl dem Verkauf von Produkten und somit der Umsatzgenerierung als auch der Produktinszenierung, das heißt kommunikationspolitischen Zielen. Oftmals werden Pop-Up-Stores eröffnet, um neue Konzepte oder Produkte auszutesten.

Wo und wie viele Pop-Up-Stores sind in Augsburg zu finden?

Pop-Up-Stores kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ein aktuelles Beispiel ist die Modular-Festival-Zentrale. Diese hatte nur in den Wochen vor dem Festival im Leerstand der ehemaligen Telekom-Filiale geöffnet, um das Festival zu bewerben. Hier fanden unter anderem auch der Kartenvorverkauf und kleinere Konzerte statt.

Vor einigen Wochen gab es auch einen speziellen Fahrradladen in der Annastraße. Im gleichen Objekt war in der Vorweihnachtszeit der Pop-Up-Store KaiHawai. Auch das Label „von G’wild“ präsentiert sich immer wieder als Zwischennutzer, vor allem in der Augsburger Altstadt. So wurde in der Vorweihnachtszeit kurzerhand eine Eisdiele, die saisonbedingt im Winter immer geschlossen ist, in einen Pop-up-Store umfunktioniert.

Wie werden freie Verkaufsflächen vermittelt?

Die Vermittlung erfolgt auf dem freien Immobilienmarkt, meistens über eine direkte Ansprache des Eigentümers beziehungsweise über dessen Makler. Ein aktives Flächenmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil zur Innenstadtentwicklung. Deshalb bietet hier auch die Wirtschaftsförderung Eigentümern Unterstützung an und vermittelt zwischen Kontakten, Ansprechpartnern, Nutzern und Eigentümern. Sie macht die Leerstände bekannt und fungiert auch allgemein als Anlaufstelle für die Zwischen- oder Nachnutzung von Leerständen – Sei es für den Bereich Einzelhandel und Gastronomie oder Nutzungen im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Welche Vorteile bieten Pop-Up-Stores der (Innen-)Stadt?

Leer stehende Gebäude oder Ladenlokale mit vernachlässigten oder beklebten Schaufenstern stören immer wieder das Bild von Innenstadtlagen. Leerstände beeinträchtigen dabei nicht nur das Erscheinungsbild der Immobilie sondern auch das unmittelbare Umfeld sowie das Image eines gesamten Quartiers. Objekten, die über eine längere Zeit leer stehen, mangelt es häufig an baulicher Attraktivität. Oftmals sind aber auch die Lage oder die Flächenzuschnitte nicht ideal, weshalb eine Neuvermietung, beispielsweise an einen klassischen Einzelhandelsbetrieb, nicht mehr gelingt. Gerade diese Standortfaktoren spielen eher eine untergeordnete Rolle, wenn es darum geht, neue Konzepte (Start-ups) auszutesten.

Pop-Up-Stores werden unter Umständen aber auch zu neuen Hauptmietern. Auch können Pop-Up-Stores die Aufmerksamkeit von Investoren und Öffentlichkeit für das zu vergebene Objekt fördern und neue Entwicklungsimpulse setzen. Leider herrscht unter Immobilieneigentümern häufig Unsicherheit. Es gibt viele Vorbehalte gegenüber sogenannten Zwischenlösungen oder auch neue Retail-Konzepte von kleinen Startup-Unternehmen. Ein Aspekt ist hier vor allem, dass zunächst keine allzu hohen Mieten verlangt werden können.

Sind Pop-Up-Stores eine Lösung für die Zukunft?{element_right}

Grundsätzlich ist eine möglichst dauerhafte und langfristige Vermietung wünschenswert. Gerade als Interimslösung liegen die Vorteile für eine Zwischennutzung durch einen Pop-Up-Store aber klar auf der Hand: Eine leerstehende Ladenfläche kann so zwischenzeitlich für neue Konzepte und Start-Ups genutzt werden und Besucher der Stadt stehen nicht vor leeren Geschäften und Schaufenstern. Die oben genannten Beispiele zeigen, dass sich das einstige Trendphänomen in Augsburg erfolgreich fortsetzt.

von Iris Zeilnhofer

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Es handelt sich somit um ein innovatives Konzept, dass durch seine Kurzweiligkeit besticht und Abwechslung bietet. Die Einrichtung ist dabei meistens nur improvisiert. Pop-Up-Stores dienen sowohl dem Verkauf von Produkten und somit der Umsatzgenerierung als auch der Produktinszenierung, das heißt kommunikationspolitischen Zielen. Oftmals werden Pop-Up-Stores eröffnet, um neue Konzepte oder Produkte auszutesten.

Wo und wie viele Pop-Up-Stores sind in Augsburg zu finden?

Pop-Up-Stores kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ein aktuelles Beispiel ist die Modular-Festival-Zentrale. Diese hatte nur in den Wochen vor dem Festival im Leerstand der ehemaligen Telekom-Filiale geöffnet, um das Festival zu bewerben. Hier fanden unter anderem auch der Kartenvorverkauf und kleinere Konzerte statt.

Vor einigen Wochen gab es auch einen speziellen Fahrradladen in der Annastraße. Im gleichen Objekt war in der Vorweihnachtszeit der Pop-Up-Store KaiHawai. Auch das Label „von G’wild“ präsentiert sich immer wieder als Zwischennutzer, vor allem in der Augsburger Altstadt. So wurde in der Vorweihnachtszeit kurzerhand eine Eisdiele, die saisonbedingt im Winter immer geschlossen ist, in einen Pop-up-Store umfunktioniert.

Wie werden freie Verkaufsflächen vermittelt?

Die Vermittlung erfolgt auf dem freien Immobilienmarkt, meistens über eine direkte Ansprache des Eigentümers beziehungsweise über dessen Makler. Ein aktives Flächenmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil zur Innenstadtentwicklung. Deshalb bietet hier auch die Wirtschaftsförderung Eigentümern Unterstützung an und vermittelt zwischen Kontakten, Ansprechpartnern, Nutzern und Eigentümern. Sie macht die Leerstände bekannt und fungiert auch allgemein als Anlaufstelle für die Zwischen- oder Nachnutzung von Leerständen – Sei es für den Bereich Einzelhandel und Gastronomie oder Nutzungen im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Welche Vorteile bieten Pop-Up-Stores der (Innen-)Stadt?

Leer stehende Gebäude oder Ladenlokale mit vernachlässigten oder beklebten Schaufenstern stören immer wieder das Bild von Innenstadtlagen. Leerstände beeinträchtigen dabei nicht nur das Erscheinungsbild der Immobilie sondern auch das unmittelbare Umfeld sowie das Image eines gesamten Quartiers. Objekten, die über eine längere Zeit leer stehen, mangelt es häufig an baulicher Attraktivität. Oftmals sind aber auch die Lage oder die Flächenzuschnitte nicht ideal, weshalb eine Neuvermietung, beispielsweise an einen klassischen Einzelhandelsbetrieb, nicht mehr gelingt. Gerade diese Standortfaktoren spielen eher eine untergeordnete Rolle, wenn es darum geht, neue Konzepte (Start-ups) auszutesten.

Pop-Up-Stores werden unter Umständen aber auch zu neuen Hauptmietern. Auch können Pop-Up-Stores die Aufmerksamkeit von Investoren und Öffentlichkeit für das zu vergebene Objekt fördern und neue Entwicklungsimpulse setzen. Leider herrscht unter Immobilieneigentümern häufig Unsicherheit. Es gibt viele Vorbehalte gegenüber sogenannten Zwischenlösungen oder auch neue Retail-Konzepte von kleinen Startup-Unternehmen. Ein Aspekt ist hier vor allem, dass zunächst keine allzu hohen Mieten verlangt werden können.

Sind Pop-Up-Stores eine Lösung für die Zukunft?{element_right}

Grundsätzlich ist eine möglichst dauerhafte und langfristige Vermietung wünschenswert. Gerade als Interimslösung liegen die Vorteile für eine Zwischennutzung durch einen Pop-Up-Store aber klar auf der Hand: Eine leerstehende Ladenfläche kann so zwischenzeitlich für neue Konzepte und Start-Ups genutzt werden und Besucher der Stadt stehen nicht vor leeren Geschäften und Schaufenstern. Die oben genannten Beispiele zeigen, dass sich das einstige Trendphänomen in Augsburg erfolgreich fortsetzt.

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