Stellenabbau

Ergebnis korrigiert: So plant SGL Carbon die Krise zu überwinden

Der SGL Standort in Meitingen. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
SGL rechnet mit einem Minus von 100 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2019. Was nun im Unternehmen passiert, um den Verlust aufzufangen – und was das für die Mitarbeiter bedeutet.

Das vorläufige Ergebnis für die ersten neun Monate 2019 liegen bei SGL im Wesentlichen im Rahmen der bisherigen Jahresprognose. Jedoch zeichnet sich für das Schlussquartal 2019 eine anhaltende Schwäche im Berichtssegment Composites – Fibers & Materials (CFM) ab. Gründe hierfür sind vor allem die weitere Abschwächung im Marktsegment Textile Fasern sowie die verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Marktsegment Industrielle Anwendungen.

Damit  erwartet das Unternehmen nun für das Gesamtjahr 2019 ein EBIT vor Sondereinflüssen im Geschäftsbereich CFM in Höhe eines negativen mittleren bis hohen einstelligen Millionen Euro Betrags. Bislang lag die Prognose bei einem positivem mittleren einstelligen Millionen Betrag. Für den Konzern ergibt sich daraus für das Gesamtjahr 2019 ein EBIT vor Sondereinflüssen in der Größenordnung von 45 bis 50 Millionen Euro. Bisher lag die Prognose bei etwa 55 Millionen Euro.

Geschäftsjahr 2019 schließt mit etwa minus 100 Millionen Euro

Die Ergebnisverschlechterung bei CFM führt zu einer anlassbezogenen Werthaltigkeitsüberprüfung. Auf Basis des vorläufigen Stands der neuen Fünfjahresplanung zeichnet sich vor allem aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis für 2019 ein nicht zahlungswirksamer Wertminderungsaufwand von 70 bis 80 Millionen Euro ab. Die erst in den letzten Jahren akquirierten Anlagevermögen der ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen mit BMW und Benteler sind von der Wertminderung jedoch nicht betroffen. Darüber hinaus erwartet SGL aufgrund der Ergebnisverschlechterung bei CFM eine Abschreibung bei den aktivierten latenten Steuern von bis zu 10 Millionen Euro. Damit ergibt sich im Geschäftsjahr 2019 nun ein Konzernergebnis von insgesamt etwa minus 100 Millionen Euro.

Einen ersten Ausblick für 2020 gab das Unternehmen darauf bezogen ebenfalls ab: Der Konzern-Umsatz dürfte leicht unter dem Niveau von 2019 liegen. Das Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen wird 10 bis 15 Prozent unter dem erwarteten Niveau 2019 antizipiert. 

So soll das CFM Ergebnis verbessert werden

 

Das Marksegment Industrielle Anwendungen wird aktuell durch eine konjunkturelle Abschwächung gekennzeichnet. Das Marktsegment Textile Fasern wird jedoch noch zusätzlich durch einen strukturellen Rückgang aufgrund von Substitutionseffekten belastet. Um speziell der dadurch verursachten schwachen Ergebnisentwicklung im Geschäftsbereich CFM entgegenzuwirken, hat das Unternehmen ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Dieses beinhaltet dabei insgesamt fünf Punkte.

Zunächst soll ein gezielter Abbau von rund drei Prozent der Stellen im Geschäftsbereich CFM erfolgen. Zusätzlich soll der Umbau von Textilfaserproduktionslinien in Precursorproduktionslinien für die Carbonfaserherstellung beschleunigt werden. Ein verbesserter Produktmix in den Marktsegmenten Industrielle Anwendungen und Textile Fasern soll eingeführt werden. Die Preise sollen selektiv erhöht werden. Und schließlich soll die Beschleunigung der Implementierung von Operational Excellence Programmen sowie deren Übertragung auf Bereiche außerhalb der Produktion verbessert werden. 

Wachstum im Bereich Automobil und Luftfahrt

 

Die Kernwachstumsmärkte des Geschäftsbereichs CFM, Automobil und Luftfahrt, sind dagegen intakt. Im Bereich Automobil verzeichnet das Unternehmen eine zunehmende Anzahl von Projekten. Hierbei macht sich vor allem die steigende Anzahl von Projekten in der Elektromobilität positiv bemerkbar. Im Bereich Luftfahrt hat die SGL Carbon in den vergangenen Monaten ihre Präsenz erhöht und ihr Produktportfolio erweitert. Das Unternehmen plant, den Ausbau des höhermargigen Luftfahrtgeschäfts zu beschleunigen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Stellenabbau

Ergebnis korrigiert: So plant SGL Carbon die Krise zu überwinden

Der SGL Standort in Meitingen. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
SGL rechnet mit einem Minus von 100 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2019. Was nun im Unternehmen passiert, um den Verlust aufzufangen – und was das für die Mitarbeiter bedeutet.

Das vorläufige Ergebnis für die ersten neun Monate 2019 liegen bei SGL im Wesentlichen im Rahmen der bisherigen Jahresprognose. Jedoch zeichnet sich für das Schlussquartal 2019 eine anhaltende Schwäche im Berichtssegment Composites – Fibers & Materials (CFM) ab. Gründe hierfür sind vor allem die weitere Abschwächung im Marktsegment Textile Fasern sowie die verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Marktsegment Industrielle Anwendungen.

Damit  erwartet das Unternehmen nun für das Gesamtjahr 2019 ein EBIT vor Sondereinflüssen im Geschäftsbereich CFM in Höhe eines negativen mittleren bis hohen einstelligen Millionen Euro Betrags. Bislang lag die Prognose bei einem positivem mittleren einstelligen Millionen Betrag. Für den Konzern ergibt sich daraus für das Gesamtjahr 2019 ein EBIT vor Sondereinflüssen in der Größenordnung von 45 bis 50 Millionen Euro. Bisher lag die Prognose bei etwa 55 Millionen Euro.

Geschäftsjahr 2019 schließt mit etwa minus 100 Millionen Euro

Die Ergebnisverschlechterung bei CFM führt zu einer anlassbezogenen Werthaltigkeitsüberprüfung. Auf Basis des vorläufigen Stands der neuen Fünfjahresplanung zeichnet sich vor allem aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis für 2019 ein nicht zahlungswirksamer Wertminderungsaufwand von 70 bis 80 Millionen Euro ab. Die erst in den letzten Jahren akquirierten Anlagevermögen der ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen mit BMW und Benteler sind von der Wertminderung jedoch nicht betroffen. Darüber hinaus erwartet SGL aufgrund der Ergebnisverschlechterung bei CFM eine Abschreibung bei den aktivierten latenten Steuern von bis zu 10 Millionen Euro. Damit ergibt sich im Geschäftsjahr 2019 nun ein Konzernergebnis von insgesamt etwa minus 100 Millionen Euro.

Einen ersten Ausblick für 2020 gab das Unternehmen darauf bezogen ebenfalls ab: Der Konzern-Umsatz dürfte leicht unter dem Niveau von 2019 liegen. Das Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen wird 10 bis 15 Prozent unter dem erwarteten Niveau 2019 antizipiert. 

So soll das CFM Ergebnis verbessert werden

 

Das Marksegment Industrielle Anwendungen wird aktuell durch eine konjunkturelle Abschwächung gekennzeichnet. Das Marktsegment Textile Fasern wird jedoch noch zusätzlich durch einen strukturellen Rückgang aufgrund von Substitutionseffekten belastet. Um speziell der dadurch verursachten schwachen Ergebnisentwicklung im Geschäftsbereich CFM entgegenzuwirken, hat das Unternehmen ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Dieses beinhaltet dabei insgesamt fünf Punkte.

Zunächst soll ein gezielter Abbau von rund drei Prozent der Stellen im Geschäftsbereich CFM erfolgen. Zusätzlich soll der Umbau von Textilfaserproduktionslinien in Precursorproduktionslinien für die Carbonfaserherstellung beschleunigt werden. Ein verbesserter Produktmix in den Marktsegmenten Industrielle Anwendungen und Textile Fasern soll eingeführt werden. Die Preise sollen selektiv erhöht werden. Und schließlich soll die Beschleunigung der Implementierung von Operational Excellence Programmen sowie deren Übertragung auf Bereiche außerhalb der Produktion verbessert werden. 

Wachstum im Bereich Automobil und Luftfahrt

 

Die Kernwachstumsmärkte des Geschäftsbereichs CFM, Automobil und Luftfahrt, sind dagegen intakt. Im Bereich Automobil verzeichnet das Unternehmen eine zunehmende Anzahl von Projekten. Hierbei macht sich vor allem die steigende Anzahl von Projekten in der Elektromobilität positiv bemerkbar. Im Bereich Luftfahrt hat die SGL Carbon in den vergangenen Monaten ihre Präsenz erhöht und ihr Produktportfolio erweitert. Das Unternehmen plant, den Ausbau des höhermargigen Luftfahrtgeschäfts zu beschleunigen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben